Handball NLB

«Wir sind vielleicht bei zwei Dritteln von dem, was ich im Kopf habe»

Trainer Martin Prachar erklärt den nächsten Spielzug.

Trainer Martin Prachar erklärt den nächsten Spielzug.

Trotz des guten Auftakts sieht Trainer Martin Prachar noch Steigerungspotenzial bei den Solothurner Handballern.

Der TV Solothurn ist in der NLB seit fünf Spielen ungeschlagen. Einzig das Startspiel auswärts bei Fortitudo Gossau ging bisher verloren. «Das ist in meinen Augen die beste Mannschaft in dieser Liga. Wir konnten aber lange gut mithalten. Zwei, drei falsche Entscheidungen in der Schlussphase haben uns die Punkte gekostet», sagt Martin Prachar, der auf diese Saison hin vom Assistenten zum Cheftrainer der Solothurner aufgestiegen ist.

Für die Startniederlage rehabilitierte sich sein Team, ebenfalls auswärts, mit einem 31:22-Sieg gegen den BSV Stans. Auf den laut Prachar besten Auftritt in dieser Saison folgte ein 26:26 gegen Stäfa, mit dem er nicht zufrieden war: «Wir waren im ersten Heimspiel lange Zeit viel zu nervös. Deshalb schaute nur ein Punkt heraus. Wir haben dieses Spiel hinterher sehr genau analysiert und unsere Lehren daraus gezogen.»

Dies hat offensichtlich Wirkung gezeigt. Jeweils mit 26:25 gewann Solothurn die folgenden Partien gegen Möhlin und Baden. Nebst einer Portion Wettkampfglück, die es auch brauche, war für Prachar vor allem die Einstellung seiner Spieler entscheidend: «Der Wille hat den Unterschied ausgemacht, nichts anderes. Gegen Möhlin lagen wir bis sieben Minuten vor Schluss noch im Rückstand. Wir haben aber bewiesen, dass wir bis zum Ende fighten können. Das war ein gutes Signal.»

Am Sonntag feierte der TVS den dritten Sieg in Serie – 32:28 gegen Biel. «Es war ein richtiges Derby mit sehr vielen Emotionen drin. Wir haben es taktisch sehr clever gemacht und wenig Abschlüsse zugelassen», blickt Prachar zurück. Die Freude wurde allerdings etwas getrübt, weil Rückraumspieler Nikola Isailovic verletzt passen musste und nach zehn Minuten auch noch Jonas Kalt ausfiel. «Unser Kader ist nicht so breit. Deshalb müssen wir solche Ausfälle mit einer intelligenten Spielweise kompensieren», sagt Prachar.

Dass der TV Solothurn seit fünf Spielen ungeschlagen ist und momentan den dritten Tabellenplatz innehat, scheint den Trainer selbst ein bisschen zu überraschen. Denn er ist mit seinem Team noch lange nicht da, wo er hinwill. Er habe noch nicht genug Zeit gehabt, den Spielern seine taktischen Vorstellungen einzutrichtern. «Wir sind vielleicht bei zwei Dritteln von dem, was ich im Kopf habe», sagt er. «Wir sind erst kurz zusammen. Das ist ein Prozess, der Zeit benötigt. Doch die ist beschränkt. Schliesslich sind wir ein NLB-Klub und haben nicht sieben Trainings pro Woche.»

Prachar hofft, dass die Ungeschlagenheit seines Teams mindestens bis zur Nati-Pause Ende Oktober/Anfang November anhält. Bis dahin warten noch das Gastspiel in Genf am Sonntag und das Heimspiel gegen den TV Birsfelden am 24. Oktober. Aufgrund der bisherigen Leistungen ist der TVS zweimal der Favorit, Prachar warnt aber insbesondere vor dem nächsten Gegner: «Am Sonntagnachmittag in Genf zu spielen, ist für niemanden ein Traum. Es sind immer sehr spezielle Spiele dort. Aber wir haben unseren Plan und wenn wir diesen zu achtzig Prozent umsetzen, dann werden wir gewinnen.»

Verwandte Themen:

Autor

Raphael Wermelinger

Raphael Wermelinger

Meistgesehen

Artboard 1