Die ersten Minuten der vielleicht entscheidenden Partie im Kampf um den Solothurner Meistertitel täuschten etwas über den Gesamteindruck hinweg. Es brauchte nur eine Körpertäuschung und Leonardo Baschung erzielte das 1:0 für Subingen. Wenig später fiel der Ausgleich. Alle Subinger Verteidiger konzentrierten sich bei einem seitlichen Freistoss auf das Kopfball-Monster Fabian Wyss, der dann aber die Flanke nur leicht ablenkte und so dem ungedeckten Luca Spielmann das 1:1 ermöglichte.

Was folgte, war dann eher etwas für die Taktik-Liebhaber als für Action-Fans. Beide Seiten versuchten, den Ball sorgfältig in der eigenen Verteidigung zirkulieren zu lassen und den Gegner aus der Reserve zu locken. «Unser Plan war es, Simon Affentranger zu doppeln und mit Geschwindigkeit aus der Tiefe heraus anzugreifen. Das ist uns nicht schlecht gelungen», beschrieb Subingens Trainer Dominik Ellenberger nach dem Spiel sein Konzept. Dieses ging auf: Ein Heber hinter die schlecht aufgestellte Fulenbacher Defensive genügte und nach einer Stunde traf wiederum Baschung zum 2:1 ins Netz.

Sturmlauf ohne Ertrag

Es folgte ein Fulenbacher Sturmlauf. Fabian Wyss gelang ein genialer Pass nach dem anderen, aber nacheinander scheiterten Simon Affentranger, Stanko Imbach und Jonas Wyss am ausgezeichnet parierenden Goalie Pascal Schwaller. Dazwischen gab es eine umstrittene Szene im Fulenbacher Strafraum, doch der insgesamt souveräne Schiedsrichter Rifat Özkanli verweigerte den Subingern den Penaltypfiff.

«Wir machen zwei unglaubliche Fehler und der Gegner nützt diese aus», lamentierte Fulenbachs Trainer Martin Hert wegen der unglücklichen Niederlage. «Ansonsten hatten wir das Spiel im Griff und die Chancen wären vorhanden gewesen, um zu gewinnen. Wäre es ein Boxkampf, dann würden uns die Kampfrichter zum Sieger nach Punkten erklären.»

Zu gerne hätte Hert seine lange und erfolgreiche Karriere mit einem Fulenbacher Meistertitel abgeschlossen, aber nun sieht es nach verlorenen Cupfinal und Spitzenkampf nach einem Abgang im Buffon-Stil aus: Viele Respektbezeugungen sind ihm sicher, aber kein Triumph. Aufgeben will Hert aber nicht. «Meine Männer haben gut gespielt, nur die Tore haben sie nicht geschossen. Nun müssen wir einfach die drei bleibenden Spiele gewinnen und hoffen, dass Subingen noch stolpert.»

Drei Spiele bleiben

Aber wäre denn Subingen überhaupt bereit für eine Rückkehr in die 2. Liga inter? «Ja, ich würde mich jedenfalls freuen», meinte nach dem Sieg Subingens Routinier Daniel Wiedmann, der diese anspruchsvolle Liga aus eigener Erfahrung bestens kennt. «Darüber rede ich jetzt noch nicht, denn es bleiben uns drei schwierige Spiele, und nächste Woche kann alles wieder anders aussehen», meinte Ellenberger.