«Die Gefühle sind gemischt», gibt Jürg Merian, Sportchef von Unihockey Mittelland, vor der Playout-Serie (best-of-5) gegen Davos-Klosters zu, «einerseits möchten wir natürlich den Ligaerhalt schaffen, andererseits wäre ein Abstieg in die 1. Liga auch eine Chance. Wir müssten uns nicht mehr mit mehreren auswärtigen oder ausländischen Spielern verstärken, was auch finanziell einfacher wäre. Ausserdem könnten wir vermehrt auf den eigenen Nachwuchs setzen. Das würde der Philosophie des Vereins sehr nahe kommen.» Oder zusammengefasst: «Wir könnten mit beidem leben.» .

Erst vor ein paar Tagen haben sich die U21-Junioren von Unihockey Mittelland vorzeitig den Gruppensieg gesichert und somit die Promotion für die höchste Kategorie des Landes (U21A) geschafft. «Das ist der grösste Erfolg des Vereins im Juniorenbereich», freut sich Jürg Merian, «die Jungen drücken.»

Ungenügende Leistungsträger

So will der Sportchef das schwache Abschneiden in der NLB-Qualifikation auch nicht den Nachwuchsakteuren zuschreiben, sondern nimmt die Routiniers in die Pflicht. «Bisher haben die Leistungsträger ihr Potenzial nicht vollends abrufen können», sagt der Projektleiter aus Strengelbach.

Die Zahlen der ersten 22 Partien sind alles andere als erfreulich: Schlusslicht Unihockey Mittelland konnte nur 12 Punkte holen – und damit nur die Hälfte des Tabellennachbarn Schüpbach. Mit 90 Treffern stellte die Mannschaft um die Mucha-Zwillinge und Sam Schneiter die deutlich ineffizienteste Offensive und mit 172 Gegentoren die zweitschwächste Defensive der gesamten Liga.

Die Hoffnung lebt bei Unihockey-Mittelland-Sportchef Jürg Merian.

Die Hoffnung lebt bei Unihockey-Mittelland-Sportchef Jürg Merian.

Schwieriger Playoff-Gegner

Playoutkontrahent Davos-Klosters, gegen den die Mittelländer bisher zweimal verloren haben (4:5 n.P./2:13), war in der Qualifikation beispielsweise doppelt so erfolgreich wie UM und hat die Playoffs letztlich nur um drei Treffer verpasst.

«Davos-Klosters ist ein schwieriger Gegner», sagt Jürg Merian, «die haben irgendwie ein spezielles Kämpfergen. Dazu kommen der Heimvorteil und die lange Anreise.» Der UM-Sportchef sieht die Chancen seines Teams, sich bereits in den Playouts den Klassenerhalt zu sichern, trotzdem bei 50 Prozent: «Wir haben bessere Einzelspieler in unseren Reihen.»

Sollte es dennoch nicht klappen und Mittelland müsste eine weitere Ehrenrunde absolvieren, würde auch in den Auf-/Abstiegsplayoffs 1. Liga/NLB kein Selbstläufer warten. «Die 1.-Liga-Teams, die so weit gekommen sind, sind hoch motiviert», weiss Merian, «sie haben im Gegensatz zu uns einen guten Lauf hinter sich. Dementsprechend würde mit Bestimmtheit ein ebenbürtiger Gegner auf uns zukommen.»

Ein Trio hilft Renato Wyss

So weit ist es aber noch nicht und die volle Konzentration gilt nun den am Wochenende mit einer Doppelrunde startenden Playouts. Spiel eins der Serie findet am Samstag in Davos statt, am Sonntag um 17 Uhr kommt UM zum ersten Heimauftritt.

Der Klub überlässt nichts dem Zufall und hat deshalb auch einige Rochaden in der Mannschaftsführung vorgenommen. Sportchef Jürg Merian, der aktuelle U14-Trainer Jan Rechsteiner und der U21-Co-Trainer Michel Bieri stehen Cheftrainer Renato Wyss zur Seite.

Vertrauen ist da

«Mit dieser Massnahme wollen wir vor allem Renato Wyss entlasten», erklärt Jürg Merian, «ausserdem kann sich Sam Schneiter so wieder ganz auf seine Rolle als Spieler konzentrieren.» Michel Bieri sei ein hervorragender Taktiker und Motivator, «und Jan Rechsteiner, den ich zwei Wochen vertreten habe, kann bezüglich Strategie und Organisation äusserst wertvoll sein».

Die richtige Strategie ist in den nächsten Wochen bei UM auch gefragt, wollen die Mittelländer drei Jahre nach dem Abstieg aus der Nationalliga A den nächsten Schritt nach unten verhindern. Das Vertrauen der Vereinsführung ins Fanionteam ist weiter vorhanden. Jetzt gilt es für die Akteure, das Vertrauen zurückzugeben.