Volleyball NLA
«Wir fällen momentan zu oft die falsche Entscheidung»

Auf die kriselnden Schönenwerder warten innert vier Tagen die Spiele gegen den Tabellenzweiten Genf und den NLA-Leader Amriswil. Mittelblocker Mischa von Burg ist überzeugt, dass sein Team nach drei Niederlagen bald «den Rank findet».

Raphael Wermelinger
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Mischa von Burg (Mitte) und Luca Ulrich (l.) lauern auf das Zuspiel von Passeur Reto Giger.

Mischa von Burg (Mitte) und Luca Ulrich (l.) lauern auf das Zuspiel von Passeur Reto Giger.

Patrick Lüthy

Eine Negativserie wie die aktuelle hat Mischa von Burg, der die vierte Saison im NLA-Team absolviert, mit Schönenwerd noch nicht erlebt. Nach zwei 2:3-Niederlagen gegen Luzern und Näfels unterlagen die Schönenwerder am Samstag dem vorherigen Schlusslicht Jona mit 1:3. Nachdem sie den wegweisenden dritten Satz unnötig mit 25:27 abgegeben hatten, liess sich das Heimteam im vierten regelrecht vorführen – 16:25.

Mittelblocker von Burg ortet die Gründe für die momentane Baisse vor allem im mentalen Bereich. Da wäre etwa der Start ins Spiel, den die Schönenwerder regelmässig verschlafen. In den vergangenen sechs Spielen gaben sie den ersten Durchgang ab. Nur zweimal gelang danach noch die Wende: im Hinspiel gegen Jona (3:1) sowie beim Sieg gegen Traktor Basel (3:1). «Das ist eine Sache der richtigen Einstellung, ob wir von Beginn an ready sind», sagt der 23-Jährige.

Das Team leiste sich zudem viel zu viele Eigenfehler und sei leicht zu verunsichern. «Sobald wir zwei, drei Punkte leichtfertig abgeben, kippt die Stimmung», erläutert von Burg. Dass Lukasz Motyka, der das Team nach dem Abgang von Headcoach Bogdan Kotnik vor zwei Wochen ad interim übernahm, das Spielsystem wechselte, war für die Automatismen und das Selbstvertrauen der Spieler auch nicht förderlich. «Wir hatten vor dem Näfels-Spiel nur drei Tage Zeit, uns wieder umzugewöhnen», sagt von Burg.
Trotz des Tiefs steht Schönenwerd in der Tabelle immer noch auf dem dritten Platz hinter Amriswil und Chênois. Nach Verlustpunkten ist indes auch Lausanne vor den Solothurnern klassiert. Mehr als die Hälfte der Qualifikation ist bereits gespielt. «Anfang Saison haben wir sehr gut trainiert, brachten die Leistung an den Spielen zwar nicht aufs Feld, aber gewannen trotzdem», bilanziert von Burg. «Momentan zeigen wir in den Trainings oft genau das, was uns auch in den Spielen fehlt. Wir fällen zu oft die falsche Entscheidung.»

69 Punkte markierte Schönenwerds Mittelblocker Mischa von Burg in den bisherigen acht Saisonspielen.

69 Punkte markierte Schönenwerds Mittelblocker Mischa von Burg in den bisherigen acht Saisonspielen.

Patrick Lüthy

Obwohl die Schönenwerder seit bald vier Wochen auf ein Erfolgserlebnis warten, sei die Stimmung in der Mannschaft gut. «Wir glauben daran, dass wir zusammen den Rank finden. Wenn wir in den restlichen Qualifikationsspielen noch ein, zwei Big-Points landen, könnten wir unter den besten drei Klubs bleiben. Das wäre wichtig», sagt von Burg, um sogleich nachzuschieben: «Ganz am Schluss zählen eh nur die Playoffs.»

Vor den Weihnachtsferien bietet sich den Schönenwerdern diese Woche noch zweimal die Chance auf einen der angesprochenen Big-Points. Am Mittwoch wartet das Auswärtsspiel beim Tabellenzweiten Chênois, der vergangene Woche ebenfalls überraschend gegen Jona den Kürzeren zog (1:3) und am Sonntag Luzern nach 2:0-Führung im Tiebreak schlug. Am Samstag reist Volley Schönenwerd zum Abschluss des Kalenderjahres 2020 zum Leader Amriswil. Die Thurgauer mussten sich am Samstag zum ersten Mal in dieser Saison geschlagen geben, ein 2:3 gegen Lausanne, führen die Rangliste aber immer noch souverän an.

«Ergebnismässig lasse ich mich überraschen», blickt von Burg voraus. «Ich erwarte, dass wir kämpfen und eine Reaktion zeigen. Bis jetzt liegen uns die Auswärtsspiele in dieser Saison.» Gut möglich, dass Trainer Motyka nach drei Pleiten in Folge neuen Kräften eine Chance gibt.

Von Burg muss sich wohl keine Sorgen um den Stammplatz machen. Er war einer der wenigen, der seine Leistung erbrachte bei den drei Niederlagen. «Es ist komisch. Laut Statistik waren die letzten drei Spiele meine besten», bestätigt er. «Ich fühle mich sehr gut. Vor allem mit den Leistungen im Angriff bin ich zufrieden, aber auf der Mitte-Position hat man halt doch nicht ganz so viel Einfluss auf das Spiel.»

NLA

Mittwoch: Chênois – Schönenwerd. Näfels – Lausanne (beide 20.00). – Rangliste: 1. Amriswil 9/24. 2. Chênois 9/19. 3. Schönenwerd 8/14. 4. Näfels 9/14. 5. Lausanne 7/12. 6. Jona 6/6. 7. Traktor Basel 9/5. 8. Luzern 9/5.

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