Springreiten

Willi Melliger OK-Präsident CSI Neuendorf: «Überrascht war ich von Athina Onassis»

«Ohne ihn wäre das hier alles nicht machbar», sagt OK-Präsident Willi Melliger (r.) über seinen wichtigsten Helfer und zugleich einziges OK-Co-Mitglied, Samuel Bosshard.

«Ohne ihn wäre das hier alles nicht machbar», sagt OK-Präsident Willi Melliger (r.) über seinen wichtigsten Helfer und zugleich einziges OK-Co-Mitglied, Samuel Bosshard.

Dank stark gesteigertem Budget kommen die Stars der Szene an den CSI Neuendorf. Im Interview mit der az zeigt sich der OK-Präsident Willi Melliger überrascht über den grossen Staraufmarsch.

Nach acht Jahren CSI Neuendorf folgte im Jahr 2006 die grosse Redimensionierung des Budgets von zuvor 1,5 Millionen auf 300 000 Franken.

In welchem Rahmen bewegt man sich denn in diesem Jahr?

Willi Melliger (OK-Präsident): Bei rund 800 000 Franken. Der grosse Unterschied zu den Vorjahren ist dabei der Sprung vom 1-Stern- zum 3-Stern-CSI mit vier Weltranglistenspringen.

Ist der Concours in den letzten Jahren denn stetig gewachsen oder erfolgte im Hinblick auf diese Austragung der grosse Sprung?

Das Budget blieb seit 2006 auf dem gleichen Niveau, dann habe ich nach der letzten Austragung gesagt, dass ich es wieder ein bisschen anheben möchte ...

... was aber nur mit den entsprechenden Sponsoren möglich war.

Sagen wir es so: Ich bin seit einem Dreivierteljahr dran, mit verschiedenen Nachtessen - eine Menge Arbeit. Damit wäre die Hälfte des Budgets gedeckt, den Rest gilt es irgendwie zusammenzubringen. Zum Vergleich: Früher warf alleine Hauptsponsor Davidoff 400 000 Franken auf. Um jedoch wieder an solche oder ähnliche Sponsoren zu kommen, ist eine mediale Abdeckung durch das Fernsehen unumgänglich.

Die Erhöhung des Budgets hat die Wirkung zumindest nicht verfehlt.

Ja, das Nennungsergebnis ist entsprechend. So ist beispielsweise Athina Onassis hier mit ihrem Mann, sie sind beinahe schon eine Attraktion. Dann reiten auch Denis Lynch, Baron De Rothschild, Jessica Kuerten, die gesamte Schweizer Elite sowie auch meine beiden Söhne Kevin und Kay.

Ist diese illustre Besetzung tatsächlich nur auf das höhere Budget zurückzuführen?

Die Paare kommen allgemein gerne nach Neuendorf, aber diese wirklich gute Besetzung ist nur dank guter Beziehungen möglich, und sie hat natürlich mit den vier Weltranglistenspringen zu tun. Vor allem jene Reiter, die ihre vordere Position in der Weltrangliste verteidigen möchten, müssen solche Möglichkeiten wahrnehmen, Punkte zu sammeln.

Die Felder waren ja schon in den Austragungen der letzten Jahre proppenvoll.

Insgesamt werden in den drei Wochen wohl mehr als 1200 Pferde im Einsatz stehen, allein in dieser Woche sind es deren 450 - wobei wir 200 Absagen erteilen mussten. 20 Pferde sind übrigens erst gestern in Neuendorf eingetroffen, da es mit dem Flug von Doha nach Belgien Probleme gegeben hat.

Deshalb richteten wir auch einen extra Vet-Check ein, unmittelbar nach der Ankunft wurden die Tiere untersucht. Dann ist der Termin des CSI sicher auch optimal gelegen, zwischen Doha und dem Weltcupfinal in 's-Hertogenbosch vom 19. bis 22. April.

Sie zeigten sich von den prominenten Zusagen überrascht. Rechneten Sie denn nicht mit einem so starken Feld?

Ich dachte tatsächlich, es kommen weniger Paare, und zwar des Weltcupfinals wegen.

Von welchen Zusagen waren Sie denn effektiv überrascht?

Dass die Holländer ihr stärkstes Team schicken, mit Jeroen Dubbeldam oder den Brüdern Schroder, ist sicher schön, da werden der Olympiasieger, Welt- und Europameister im Einsatz stehen. Die meisten Zusagen haben einen geschäftlichen Hintergrund, so auch jene Denis Lynchs, der einen Basler Sponsor im Rücken hat. Wirklich überrascht war ich hingegen von Athina Onassis.

Welche Konkurrenzen sind denn die sehenswertesten dieser 1. Wettkampfwoche?

Sicher die vier Weltranglistenspringen an den vier Tagen: jenes von gestern, das heute um 19 Uhr, am Samstag um 15 Uhr sowie der Grand Prix vom Sonntag um 12.30 Uhr.

Werden die stärksten Springer ausschliesslich auf ihre Spitzenpferde setzen?

Wenn alle ankommen, dann ja (schmunzelt). Aber die Spitzenreiter verfügten auch allesamt über ein sehr starkes zweites Pferd. Die weniger gut dotierten Konkurrenzen werden sie wohl mit jüngeren Pferden absolvieren.

Bereits in dieser ersten Woche wird auch Ihr Sohn Kevin zu Einsätzen kommen. Mit welchen Ambitionen geht er die Sache an?

Ganz einfach: Er soll mitmachen. Sein Ziel ist sicher die zweite Woche mit den Einsätzen auf Stufe Junioren. Er wird bei der Elite wohl der einzige 18-Jährige sein. Mit Marcel Wolf (25) habe ich noch einen weiteren sehr guten Reiter am Start, der die eine oder andere Platzierung holen könnte. Man darf aber von beiden nicht allzu viel erwarten.

In welche Richtung wird sich der Anlass entwickeln? Soll er weiter wachsen?

Wir wollen erst einmal die drei Wochen über die Bühne bringen. Nächste Woche steht noch das internationale Jungreiter-Turnier auf dem Programm, für mich als Trainer der Junioren-Nationalmannschaft ein sehr wichtiger Anlass. In der dritten Woche folgen dann noch einmal fünf Tage mit S-Prüfungen. Dann wird sich zeigen, wie es weitergeht. Ich habe sicher nicht Lust, jedes Mal ein Defizit zu decken.

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