Wiler-Ersigen steht als erster Superfinalist der Schweizer Unihockey-Geschichte fest und hat damit einen Live-Auftritt am 18. April im Schweizerfernsehen so gut wie auf sicher. Der nationale Broadcaster plant in der Klotener Kolping Arena vor Ort zu sein, wenn der Schweizer Unihockey Meister erstmals in einem einzigen Spiel ermittelt wird. Nach einer spektakulären und imposanten Aufholjagd vom 2:7 zum 9:8 gewinnt Wiler die Halbfinal-Serie gegen die Langnau Tigers mit 4:1 Siegen.

Ehe die Wiler-Fans jubeln konnten, mussten sie, ganz im österlichen Geist, leiden. Was die Sympathisanten der Grün-Weissen im Mitteldrittel zu sehen bekamen, liess jedes Osterei in deren Mägen posthum ergrauen. Gedanklich und physisch im defensiven Nirwana leisteten sich die Unteremmentaler just in der heissen Zone unmittelbar vor dem eigenen Tor zahlreiche Aussetzer. Langnau liess sich nicht bitten und versenkte Kugel um Kugel. Im Zwei-Minuten-Takt zogen die Tigers auf 7:2 davon.

«Wir haben uns selbst aus dem Spiel genommen», hielt Christoph Hofbauer fest. «Wir haben die Geduld verloren und der Gegner hat das, auch mit dem Glück des Tüchtigen, gut ausgenutzt.» Erst als er beim Stand von 2:7 auf die Uhr geschaut habe, «habe ich geglaubt, dass wir noch gewinnen können», so Hofbauer. Schlicht weil noch genug Zeit dafür übrig blieb.

Ein Moment für die Ewigkeit

Tatsächlich besannen sich die Hausherren nach der «Halbzeit» auf ihre Reputation als Titelaspirant. Christoph Hofbauer im Powerplay und Captain Philipp Fankhauser verkürzten noch im zweiten Drittel auf 4:7. Mit einem Hollywood-Tor zu Beginn des finalen Drittels leitete dann Olofsson die grün-weisse Wende ein. Der 27-jährige Schwede erzielte aus fast 30 m das 5:7. Die Tigers, die zu früh in den Verwaltungsmodus wechselten, verkamen fortan zur Staffage.

Aus dem Garnichts heraus gingen die Gäste 183 Sekunden vor dem Ende trotzdem noch einmal 8:7 in Führung. Mendelin glich 70 Sekunden später erneut aus. Ganze 9 Sekunden vor der Schlusssirene war es dann Christoph Hofbauer, der den mitunter heftigst umjubelten Treffer seiner Karriere zum 9:8 erzielte. «Ich freue mich extrem über dieses Tor – ein sehr emotionaler Moment für mich», so der Schütze des «Game-Winners.» Dass man den Sack in Spiel fünf habe zumachen können, wertet der 34-Jährige als «sehr wertvoll. Wären die Tigers nochmals in die Serie zurückgekommen, hätte es noch sehr schwer für uns werden können.» So indes steht Wiler-Ersigen im Endspiel und kann darum die Mission Titelverteidigung nach wie vor erfolgreich vollenden.

Wiler-Ersigen – Tigers Langnau 9:8 (2:2, 2:5, 5:1)

Saalbau, Kirchberg. – 853 Zuschauer. – SR: Baumgartner, Bläsi. – Tore: 2. Stucki (Rindlisbacher) 0:1. 10. Olofsson (Zimmermann/Ausschluss Väänänen!) 1:1. 11. Siegenthaler (Stucki/Ausschluss Väänänen) 1:2. 12. Rosén (M. Hofbauer) 2:2. 22. Stucki (Gfeller) 2:3. 25. Andersson (Gerber) 2:4. 27. Krähenbühl (Pylsy) 2:5. 29. Gfeller (Pylsy) 2:6. 32. Siegenthaler (Gerber) 2:7. 37. Ch. Hofbauer (Väänänen/Ausschluss Gfeller) 3:7. 39. Fankhauser (M. Hofbauer) 4:7. 43. Olofsson 5:7. 48. Vänttinen (Mendelin) 6:7. 52. Mendelin (Vänttinen) 7:7. 57. Gfeller (Rindlisbacher) 7:8. 59. Mendelin (Rosén) 8:8. 59:51 Ch. Hofbauer 9:8. – Strafen: 2-mal 2 Minuten gegen Wiler-Ersigen; 1-mal 2 Minuten gegen Langnau Tigers. – Bemerkungen: 31:51 Timeout Wiler-Ersigen; 48. Timeout Langnau Tigers.
Wiler-Ersigen: Wolf (ab 28. Zimmermann); Väänänen, Meister; Wittwer, Olofsson; Hirschi, Sesulka; Matthias Hofbauer, Rosén, Christoph Hofbauer; Mendelin, Vänttinen, Zimmermann; Sebek, Fankhauser, Deny Känzig.

Sport-TV-Stream Unihockey Wiler-Ersigen - Tigers Langnau Spiel 5