Unihockey
Wiler ist bereit, um abzuheben und bei Titel 10 zu landen

Wiler-Ersigen startet mit einem neuen Captain und stark aufgestellt in die Saison. «Die Voraussetzung ist gegeben, dass wir unsere Ziele erreichen», sagt Routinier Matthias Hofbauer.

Michael Schenk
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Matthias Hofbauer (rechts) überreicht Philipp Fankhauser die Captainsbinde. zvg

Matthias Hofbauer (rechts) überreicht Philipp Fankhauser die Captainsbinde. zvg

«Es gab zwei Möglichkeiten», sagt Wiler-Ersigens lebende Legende Matthias Hofbauer; «Entweder wäre ich Captain geblieben bis zum Ende meiner Karriere oder es ist so, wie es jetzt ist.» Und es ist so, dass der Titelverteidiger heute (19.00 Uhr/Zuchwil) mit Philipp Fankhauser als neuem Captain in die neue Unihockey-Saison startet. Nicht weil dem 33-jährigen Rekord-Nationalspieler Hofbauer die Captain-Binde nach zehn Jahren am Oberarm zu schwer geworden wäre oder er Mist gebaut hätte oder ihm vor einem Match nichts mehr Neues einfällt, das er der Mannschaft sagen könnte. Nein, «Eine Veränderung tut immer Mal gut und ausserdem ist es für mich auch eine Entlastung», hält Hofbauer fest. Ganz abgesehen davon, dass dieser Job Fankhauser ebenfalls ausgezeichnet ansteht.

Gewaltige Präsenz

Beim neunfachen Meister ist man programmmässig darauf bedacht, immer wieder Mal neue Reize zu setzen. Allein schon, damit keine Erfolgsmüdigkeit respektive kein «Larifari» Einzug hält. Zu den Updats gehören in dem Sinn auch die neuen Spieler; so heuer etwa der schwedische Verteidiger Henrik Olofsson (von Warberg). «Er hat eine enorme Präsenz», sagt Hofbauer. Und Wilers Goalgetter vom Dienst, Isaac Rosén, der mit Olofsson zusammen wohnt, lobt, sein Landsmann sei einer, der immer Vollgas gebe. Olofsson kann hinten in dem Sinn zweifellos die Lücke schliessen, die Kultfigur Simon Bichsel nach seinem Rücktritt hinterlässt. Weitere Neo-Wilerianer sind ausserdem Daniel Sebek, Samuel Nussbächer (beide von Grünenmatt) und Lukas Meister (Nokian, Fin). «Wir sind sehr gut aufgestellt», ist Matthias Hofbauer überzeugt. Der Mix aus Routine und Jugend sei ideal. «Da sind gut ein Dutzend Spieler, die einen Match jederzeit entscheiden können», hält der Routinier fest. Kein anderes NLA-Team verfügt auch nur annährend über so viele hoch dekorierte Kapazitäten im Ensemble. Ein Fakt, der just über die ganze Saison hinweg entscheidend sein kann. Zu all dem steht Coach Johann Schönbeck in seiner zweiten Saison und kann damit auf einer ganz anderen Grundlage aufbauen, als bei seinem Amtsantritt 2013. «Die Voraussetzung ist gegeben, dass wir unsere Ziele erreichen», sagt Hofbauer. Und das kann im Fall eine neunfachen Meisters nur Titel Nummer 10 und Cupsieg heissen.

Allein der 18. April zählt

Die heute beginnende Spielzeit ist wie noch keine zuvor auf ein Datum ausgerichtet: Den 18. April 2015. Dann wird in der Kolping Arena in Kloten erstmals der Schweizermeister in einem einzigen, echten Finalspiel ermittelt. Wer in diesen Showdown, der zum Unihockey-Day im helvetischen Sportkalender schlechthin werden soll, will, muss sich über Playoff-Viertel- und Halbfinal (Best of 7) qualifizieren. Klar, dass auch ein Matthias Hofbauer, der schon sehr viel erlebt und sehr viel erreicht hat, in seiner Agenda unter 18. April 2015 gern «Match in der Kolping Arebna» eintragen möchte: «Klar ist ein besonderer Reiz da, bei diesem spektakulären Spiel dabei zu sein», sagt Hofbauer. Wenn er freilich aus der Kluboptik überlege, «dann wäre für uns als Wiler wohl eine Playoff-Finalserie über maximal sieben Spiele besser. Rein von der mathematischen Chance ausgehend», rechnet Hofbauer vor. Doch, wie stellt der Master of Unihockey sogleich richtig fest: «Es liegt an uns, diesen Final zu erreichen und ihn für uns zu entscheiden.»