Nach der Entlassung von Heikki Luukkonen ging alles ganz schnell. Der bisherige Assistenztrainer Thomas von Känel beerbt den Finnen als Chefcoach für den Rest der Saison. Für den 28-Jährigen ist es «eine Herzensangelegenheit, den Job zu übernehmen». Er soll die kriselnde Mannschaft zurück in die richtige Spur bringen. Dass er das kann, hat von Känel schon einmal gezeigt. Vor zwei Jahren führte er als Feuerwehrmann den SV Wiler Ersigen gar zum Meistertitel.

Keine Zeit für Experimente

Heute steht beim Stand von 3:2 das sechste Spiel im Playoff-Viertelfinal gegen den HC Rychenberg Winterthur an. In einer Woche der Cupfinal in Bern. Zeit für Experimente hat der Interimscoach keine.

Nervös wird der Bündner deswegen nicht: «Der Mannschaftsgeist ist intakt, wir sind in allen Wettbewerben im Rennen», sagt von Känel, gibt aber auch zu, dass die Mannschaft sportlich in einer schlechten Verfassung sei. Besonders die inkonstanten Leistungen innerhalb einer Partie müssen verbessert werden: «Wir werden diese Schwäche thematisieren, daran arbeiten und entsprechend im Spiel reagieren.» Besonders die auf Kontern basierende Spielphilosophie offenbarte in den Playoffs Schwachstellen, bei welcher sich die Begegnungen häufig zu einem offenen Schlagabtausch entwickelten, «Wir wollen keine Harakiri-Spiele mehr. Wir müssen den Gegner kontrollieren, Dominanz ausstrahlen.» Gibt von Känel die taktische Marschroute für heute vor.

Für die kommenden Spiele sei er zuversichtlich, denn die Mannschaft besässe die nötige Qualität und langjährige Erfahrung.

Meistertitel als Empfehlung?

Von einem Engagement als Cheftrainer auf die neue Saison will er allerdings nichts wissen. «Solche Überlegungen sind irrelevant, das Interesse muss ausschliesslich dem Team gelten», erklärt von Känel. Sollte ihm erneut der Gewinn der Meisterschaft gelingen, spräche sicher nichts dagegen.