Unihockey
Wiler-Ersigen verliert Spiel und Torhüter Streit

Der amtierende Meister der Unihockey Nationalliga A Wiler-Ersigen unterliegt zum Playoff-Start Grünenmatt zu Hause mit 8:10. Nach einem Zusammenprall fiel auch noch Torhüter Streit verletzt aus. Wiler-Ersigen verlor erstmals seit 2007 ein Heimspiel.

Daniel Weissenbrunner
Drucken
Teilen
Wiler-Ersigen strauchelt und muss auf seinen sicheren Rückhalt Daniel Streit verzichten.

Wiler-Ersigen strauchelt und muss auf seinen sicheren Rückhalt Daniel Streit verzichten.

Hans Ulrich Mülchi

Playoffzeit ist dann, wenn die vermeintlichen Aussenseiter die Favoriten in Bedrängnis bringen. Diese unliebsame Erfahrung machten am Mittwoch in der ersten Runde der Viertelfinals der Qualifikationszweite Grasshoppers und der Vierte Köniz. Sowohl die Zürcher (9:11 gegen Chur) und die Berner (6:7 nach Verlängerung gegen Malans) verloren ihre Auftaktpartie. Gestern ereilte die Tigers aus Langnau beim 0:8 gegen Rychenberg Winterthur das gleiche Schicksal.

Die grösste Hürde im Unihockey

Meister Wiler-Ersigen war also gewarnt, zumal Grünenmatt in der Vorbereitung nichts unversucht liess, um dem Branchenprimus die Stirn bieten zu können. Die Emmentaler bereiteten sich in einem Trainingslager auf die Serie vor. Schwerpunktthemen: mentale Stärke und Taktik.

Mit ihren vergleichsweise bescheidenen Mitteln stehen die Grünenmatter zum dritten Mal hintereinander in den Playoffs. Entsprechend kämpferisch gab sich Chefcoach Hanspeter Hiltbrunner vor der Partie. «Sportlich gesehen ist Wiler-Ersigen die grösste Hürde, die es im Schweizer Unihockey gibt. An dieser schweren Aufgabe wollen wir aber wachsen.»

Streit zur Abklärung ins Spital

Mit diesem Selbstverständnis stiegen die Grünenmatter in die Begegnung und schickten sich an, die Vorgaben ihres Trainers umzusetzen. Mehr noch: Sie erteilten Wiler-Ersigen in der Startviertelstunde eine Lektion in Sachen Effizienz und Kompaktheit. Nach 15:04 Minuten lagen die Grünenmatter mit 5:0 in Front. Der Gastgebern drohte zu diesem Zeitpunkt ein veritables Fiasko.

Damit nicht genug: Torhüter Daniel Streit schied nach einem unglücklichen Zusammenprall verletzt aus und musste durch Samuel Zimmermann ersetzt werden. Der Torhüter der Nationalmannschaftwurde mit Verdacht auf Nierenprellung zur Abklärung ins Spital gebracht.

Ende einer langen Sieg

Nach dem desolaten Start gelang es dem Team von Heikki Luukkonen, sich zu stabilisieren, ohne dabei das Spiel fortan zu diktieren. Adrian Zimmermann und Bichsel verkürzten bis zur ersten Drittelspause immerhin auf 2:5. Der Sieg lag gestern aber ausser Reichweite. Für Matthias Hofbauer war die Niederlage ein Weckruf zur richtigen Zeit. «Wir haben gesehen, dass wir die kleinen Dinge besser machen müssen.» Den Stürmer ärgerte zudem das Ende einer langen Serie. Wiler-Ersigen verlor erstmals seit 2007 wieder ein Heimspiel.

Den Grünenmattern war das egal. Sie feierten einen verdienten Erfolg. Die Emmentaler liessen sich auch in der hektischen Schlussphase nie aus der Ruhe bringen und die Handvoll mitgereister Fans verabschiedete ihre Mannschaft mit einer kleinen Welle. Es dürfte ein kleiner Vorgeschmack auf das gewesen sein, was die Mannschaft morgen im Heimspiel in Sumiswald erwartet.