Bereits nach 72 Sekunden traf Topskorer Manuel Maurer für die Könizer, und Mitte des ersten Drittels erhöhte Flügel Hampus Dargren auf 2:0. Zu diesem Zeitpunkt glaubten wohl die wenigsten der 8011 Zuschauer in der ausverkauften Klotener Swiss Arena, dass dieser Vorsprung lange Bestand halten würde - zu treffsicher und dominant hatte sich die Offensive des Titelverteidigers aus dem unteren Emmental in dieser Saison bisher präsentiert, zu selbstsicher traten sie in ihren Spielen auf - im Glauben, gegen jeden Gegner im Verlauf eines Spiels eine Lösung zu finden.

Doch im Superfinal wurde mit fortwährender Spieldauer offensichtlich, dass Wiler-Ersigen diesen Nimbus der Unbesiegbarkeit verlieren würde. Die Emmentaler hatten zwar mehrheitlich das Spieldiktat inne, fanden gegen die solidarisch verteidigenden Könizer jedoch immer seltener ein Mittel, um sich vielversprechende Torchancen zu erarbeiten. Wiler-Ersigen verzeichnete zwar mehr als doppelt so viele Schüsse, da aber der Löwenanteil dieser entweder geblockt wurde oder am Tor vorbei zischte, wurde es vor Köniz-Torhüter Patrick Eder selten gefährlich.

"Uns fehlte oft die nötige Präzision", sagte Wiler-Trainer Thomas Berger. Einige Spieler hätten nicht ihre Normalform erreicht. "Wenn in einer Woche noch einmal gespielt würde, sähe vielleicht alles ganz anders aus." Freilich gibt es diese Möglichkeit bei einem Superfinal nicht, und der Bündner wollte sich auch nicht lange mit hypothetischen Szenarien auseinandersetzen und lobte viel lieber den Gegner. "Köniz hat es taktisch sehr gut gemacht."

Die Erinnerung an 2016

In ihrer Superfinal-Premiere von vor zwei Jahren hatten die Könizer gegen GC ebenfalls 2:0 geführt, ehe sie im zweiten Drittel einbrachen und auf dem Weg zu einer 8:10-Niederlage fünf Tore kassierten. "Diese Erfahrung hat uns geholfen", sagte Flügel Jan Zaugg. Diesmal liessen sie sich durch den Anschlusstreffer von Claudio Mutter zu Beginn des zweiten Spielabschnitts nämlich nicht beunruhigen und hielten an ihrem Defensivkonzept fest. "Diesmal waren wir bereit und konnten das Gegentor super wegstecken", sagte der Könizer Trainer René Berliat.

Der Könizer Fokus auf die Defensive brachte den Titelverteidiger vermehrt zur Verzweiflung und öffnete den Bernern zunehmend Räume, die sie für ihre schnellen Gegenstösse nutzten. Im Schlussabschnitt waren Fabian Michel und zweimal Jan Zaugg auf diese Weise erfolgreich und sorgten für ein unerwartet deutliches Verdikt. Die Könizer bescherten so ihren abtretenden Coach René Berliat, der nach 29 Jahren an der Bande aufhört, einen denkwürdigen Abschied.