Unihockey
Wiler-Ersigen verliert das Spiel und Philipp Fankhauser

Wiler-Ersigen muss um den Einzug in die Playoff-Halbfinals weiter zittern. Die Mannschaft von Interimsduo Von Känel/Jussila verliert das sechste Spiel bei Rychenberg Winterthur mit 3:4 nach Verlängerung. Zudem schied Philipp Fankhauser verletzt aus.

Michael Schenk
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Schock: Nebst der Niederlage verlor Wiler auch noch Philipp Fankhauser (23).

Schock: Nebst der Niederlage verlor Wiler auch noch Philipp Fankhauser (23).

Marcel Bieri

Im ersten Spiel unter ihrem neuem Interimstrainer-Duo Thomas von Känel und Esa Jussila ist dem SV Wiler-Ersigen die Reaktion auf die vorgegangenen, durchsetzten Leistungen nicht gelungen. Der Titelverteidiger unterliegt im sechsten Playoff-Viertelfinal gegen Rychenberg Winterthur 3:4 nach Verlängerung. In der Best-of-7-Serie steht es damit 3:3. Die Entscheidung, wer in den Halbfinal einzieht, fällt heute in Spiel sieben, das um 19.30 Uhr in Zuchwil stattfindet.

Handlungsbedarf war nötig

Der Trainerwechsel beim Meister wurde nötig, da Heikki Luukkonen fortan wieder in seiner Heimat bei Nokian an der Bande steht. Zudem wird er künftig die U19 der Suomis führen. Handlungsbedarf auf der Trainerposition war indes aber auch geboten, da Wiler zuletzt zusehends eine Verlierer-Mentalität offenbart hat. Statt mit geschwellter Brust eines achtfachen Meisters und unantastbaren Imperators über die Gegner zu gebieten, liess sich der Titelverteidiger von der Konkurrenz zuletzt immer öfter einteilen. «Wir wollten wieder mehr Dominanz ausstrahlen und dem Gegner zeigen, wer der Meister ist», hatte Thomas von Känel im Vorfeld des Spiels gesagt. Gelungen ist dies gestern freilich nur bedingt.

Wieder mit Streit im Tor

Wiler, wieder mit gesundem Daniel Streit im Tor, war sich offenbar im Klaren, dass es mit seinen beiden Niederlagen in den vorausgehenden Partien heftig Euphorie in Reihen seines formal unterlegenen Viertelfinal-Gegners entfacht hatte. Entsprechend agierten die Berner zu Beginn mit nur zwei Linien, um den Druck des Heimteams abfangen zu können. Eine weise Taktik. Nach dem 1:0 durch Christoph Hofbauer in der 9. Minute blieb die Partie indessen eng. Obwohl Wiler, zumindest zu Beginn, offenkundig gewillt war, Macht und Klasse zu demonstrieren, war der Führungstreffer kein Befreiungsschlag. Im Gegenteil: Die Gäste liessen sich in der Folge von Minute zu Minute mehr zurückdrängen.

Raus aus der Negativspirale

Wiler schrumpfte derlei quasi wie ein Wollpulli im Kochwaschgang. «Das ist die Spirale, in der wir uns befinden, und aus der wir so schnell wie möglich wieder raus müssen — am besten geht das mit Siegen», hält Coach Von Känel fest. So kam es, dass Rychenberg im Mitteldrittel innerhalb von 7 Sekunden (!) zwei Mal ins Schwarze traf und das Ding temporär zu seinen Gunsten wendete. Bis Matthias Hofbauer der neuerliche Ausgleich gelang. Doch es blieb dabei: Wiler war technisch versierter, Winterthur emotional präsenter. Eine Gleichung, die sich letztlich aufhebt und in der Lösung zur Verlängerung musste. In dieser obsiegten dann, wie so oft, die positiven Emotionen. Schwerzmann sicherte Rychenberg in der Overtime den Einzug in die nie erwartete «Belle» gegen den Serienmeister. «Wir müssen heute versuchen, möglichst ohne Eigenfehler durchzukommen — dann sollte es gut kommen», sagt Von Känel.

Fankhauser im Spital

So wie es aussieht, wird das Spiel heute für Wiler allerdings einer sehr schweren Hypothek stattfinden – ohne Philipp Fankhauser nämlich. Der Stürmer flog nach einem Check von Sacha Dolski förmlich in die Bande und musste gestützt vom Platz begleitet werden. Fankhauser, der links nicht mehr auftreten konnte, wurde nach diesem Vorfall zur Kontrolle ins Spital gebracht.

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