Die Devise des Ligadominators der letzten Jahre gegen den Siebtplatzierten aus St.Gallen war klar: ein Sieg musste her, damit die alte Souveränität und Sicherheit vor der grossen Aufgabe am Champions Cup in Schweden zurückkommen würde. Denn die Berner lagen hinter allen Erwartungen nur auf dem dritten Rang in der laufenden Saison und mussten Rückschläge verzeichnen. Und die Aufgabe wurde nicht gerade einfacher durch die Abwesenheit der Topskorer, der Hofbauer-Brüder und dem Schweden Mathias Larson, welche für die Spiele in Schweden geschont wurden.

Schon beim Aufwärmen merkte man, dass die Heimakteure nicht zufrieden waren mit der momentanen Position in der Liga. Anspannung und Konzentration lagen in der Luft, kein Smalltalk zwischen den Spielern war zu erkennen. So startete der SVWE mit einem Offensivspektakel konzentriert und dominant ins Spiel. Die Gäste aus St. Gallen hatten keine andere Möglichkeit als zu verteidigen und machten deshalb den Slot dicht. Doch die «Grünen» fanden schon nach drei Minuten einen Weg zum Tor. Simon Flüeler setzte einen Weitschuss unhaltbar unter die Latte. Aber die Chancenauswertung der Berner war nicht befriedigend, viele Möglichkeiten, beispielhaft war in dieser Marge Esa Jussila, wurden nicht genutzt.

Schlussmann Streit: Ein sicherer Wert

Auch ein Powerplay der Ersiger, welches von guten Kombinationen geprägt war, verstrich ungenutzt. Bis zur ersten Drittelspause trafen die Berner noch vier weitere Male, meistens durch Weitschüsse und einmal durch einen Penaltytreffer durch Adrian Zimmermann, zum Zwischenstand von 5:1.

Im zweiten Drittel konnten die «Grünen» in der 14. Minute sogar schon das 9:1 bejubeln, wirkten aber in der Defensive nicht immer sicher, konnten aber immer auf Schlussmann Streit zählen, der die wenigen, aber guten Chancen der St. Galler zunichte machte.

Im letzten Drittel war das Spiel schon entschieden und die drei Tore, die fielen, blieben nicht mehr als Resultatskosmetik und Wiler gewann hochverdient mit 11:2. Trainer Heiki Luukkonnen betrachtete das Spiel pragmatisch und erklärte: «Wir haben viel rotiert für dieses Spiel und unseren Stammspielern freigegeben, damit sie fit sind für das Match am Mittwoch gegen den schwedischen Vizemeister Dalen, und trotzdem haben die Spieler eine sehr solide Leistung gezeigt.» Die Spiele am Champions Cup hätten auch eine grosse Wichtigkeit im Saisonplan der Berner, wie der Finne erläuterte. «Wir haben noch immer nicht unser bestes Spiel gezeigt, dies wollen wir aber ändern für die Spiele der nächsten Woche und den Play-offs, denn dort müssen wir gut spielen», schliesst Luukkonen ab. Man kann gespannt sein, wie sich die «Grünen» am Cup der Meister schlagen werden und ob die charakteristische mentale Stärke wieder zurück ist in den Reihen des Meisters.