Unihockey
Wiler-Ersigen muss hart um Sieg kämpfen

Im vierten Spiel des Playoff-Viertelfinals musste Favorit Wiler-Ersigen erneut in die Verlängerung. Dort traf Mendelin gegen Kloten-Bülach zum 5:4-Siegtreffer.

Michael Schenk
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Isaac Rosén (links) trifft auch in Spiel 4 für Wiler-Ersigen.

Isaac Rosén (links) trifft auch in Spiel 4 für Wiler-Ersigen.

Marcel Bieri

Favorit Wiler-Ersigen war im ersten Playoff-Viertelfinal gegen die Bülach-Jets auswärts deutlich abgeschmiert. Das 3:7 glich einer pickelharten Landung auf der Piste der Ernüchterung. Die Zürcher gelten zwar in der Serie als Aussenseiter, sind aber deswegen noch lange nicht aus Lenor oder Softlan – sprich Weichspüler. Erst recht nicht, wenn der Favorit glaubt, der Geländegang reiche, um die Hürde Jets zu überwinden. So wie das etwa in Spiel 1 der Fall gewesen war. Eine Partie, die Wiler damals zwar nach einer 5:1-Führung noch hauchdünn (7:6) gewann, die allerdings den Jets gewaltig mentalen Schub verliehen hatte. Den Glauben an die Chancen auf das schier Unmögliche in die Höhe schiessen liess.

Nun – im Spiel 4 war sich der achtfache Meister aus dem Bernbiet dem Schwierigkeitsgrad der Aufgabe bewusst. Kampf, Wille und Einsatz stimmten von A bis Z. «Wir haben gewusst, dass es nicht noch einmal so einfach wird wie beim letzten Spiel», hielt Wiler-Coach Schönbeck fest. Jene Partie, die die Berner 11:2 gewonnen hatten. «Kloten-Bülach ist eine Kämpfer-Mannschaft.»

So mussten denn die ohne Captain Matthias Hofbauer (Bauchmuskelzerrung) und Nationalspieler Philipp Fankhauser (Oberschenkelzerrung) angetretenen Gäste letztlich tatsächlich in die Verlängerung. Diese dauerte keine Minute, ehe Mendelin der goldene Treffer zum «sudden death» und zur 3:1-Führung in der Best-of-Seven-Serie gelang.

Obwohl die Kloten-Bülach Jets im Verlauf der 22 Qualifikationsrunden nur die Hälfte der Punkte von Wiler gewonnen hatten, war von einem Ungleichgewicht nichts zu sehen. Null Diskrepanz. «Mit unnötigen Ballverlusten haben wir dem Gegner immer wieder die Möglichkeit gegeben, Tempo rauszunehmen», so Schönbeck. Oder – wie der Schwede auch feststellte – «gefährlich Konter zu fahren.» Es war eine sehr intensive Partie zweier Teams auf Augenhöhe. So bedurfte es eines Eigentors und eines Ausschlusses gegen die Gastgeber, damit Wiler das Schlussdrittel mit einem Tor Vorsprung in Angriff nehmen konnte (4:3).

Im Vergleich zu den vorausgehenden Begegnungen hielten sich die Zürcher punkto Körpereinsatz jedoch deutlich zurück. Ein weiser Entscheid im Hinblick darauf, die Chance zu optimieren, das Spiel zu gewinnen. Für Wiler blieb so die Gefahr einer erneuten Bauchlandung latent.

Prompt glichen die Gastgeber kurz nach Beginn des Schlussdrittels noch zum 4:4 aus. Was das heutige, fünfte Spiel der Serie in Zuchwil (18.00) angeht, erwartet Schönbeck «einen harten Fight. Die Zürcher werden nicht aufgeben.» Wiler-Ersigen seinerseits hat den ersten Matchball zur Halbfinal-Qualifikation.

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