Prinzipiell muss man ja von einer totalen Fehlplanung der Spielplanmacher des Unihockeyverbandes sprechen, wenn diese am gestrigen internationalen «Tag des Nichtstuns» eine NLA-Vollrunde ansetzen. Wären die Akteure von Aufsteiger Olten-Zofingen und Meister Wiler-Ersigen dem Ansinnen des vom amerikanische Journalist Harold Pullman Coffin erstmals vor 40 Jahren ausgerufenen Ausruhetages sinngemäss gefolgt – dann hätte das Spiel 0:0 geendet und der Ball läge immer noch im Anspielkreis. Die Akteure erbarmten sich freilich trotz «Welt-Nichts-Tue-Tag» der 395 Fans in der Halle und bewegten sich.

Wilers 3-fach Torschütze und Rückkehrer Roger Gerber

Wilers 3-fach Torschütze und Rückkehrer Roger Gerber

Drei Tore in 159 Sekunden

Zu Beginn der Partie taten dies die Gastgeber effektiver als die haushoch favorisierten Gäste. Unihockey Mittelland, zu Beginn fast ausschliesslich mit zwei Linien agierend, setzte den achtfachen Schweizer Meister arg unter Druck. Allein ihrem 21-jährigen Goalie Samuel Zimmermann hatte es Wiler zu verdanken, dass es nicht in Rückstand liegend in die ersten Pause musste. Zimmermann erhielt für die Pflichtaufgabe gegenüber Nationalgoalie Daniel Streit den Vorzug. Die Paraden des Wiler-Keepers kurz nach Spielbeginn gegen Manuel Mucha oder Juha Pekka Kuittinen waren mehr als sehenswert.

Wiler bedurfte bis Spielhälfte entweder einer Überzahl oder dann eines Eigentores des Gegners, um Schritt zu halten. Bis dahin war der Leader seinem Antipoden aus dem Tabellenkeller keinen Tick voraus. Doch dann fiel «ds Füfi». Nach dem Wiler in der 33. Minute zum dritten Mal in Führung gegangen war (3:2), erhöhte der Meister in der Folge im Minutentakt. Gerber, Hirschi und erneut Hirschi sorgten mit drei weiteren Treffern innerhalb von 159 Sekunden für die 6:2-Führung und damit die Vorentscheidung.

«Zu Beginn waren wir zu wenig aggressiv und haben dem Gegner das Spiel überlassen», hielt Wilers Roger Gerber fest. Und: «Als wir das änderten, lief es dann praktisch von allein.»

Roger Gerber verblüffend

Im Schlussdrittel kam der Aufsteiger zwar wieder besser zur Geltung, was indes auch daran lag, dass sich der Meister des Tages-Mottos besann, und zwar nicht gar nichts, aber doch wesentlich weniger tat. An der neunten Niederlage in Folge für Unihockey Mittelland änderte diese Tatsache freilich nichts. Gar nichts von nichts tun hielt der 30-jährige Roger Gerber, der sich letztlich als dreifacher Torschütze und bester Spieler auf dem Platz feiern lassen durfte. Und dies notabene in seinem zweiten SML-Spiel seit anderthalb Jahren.

Nach den Abgängen von Mendelin und Larsson wurde der Mechaniker aus Langenthal reaktiviert. «Ich bin froh, dass es so gut geht, aber auf meinem besten Niveau bin ich sicher noch nicht», so Gerber, der sich zuletzt mit Kleinfeld-Unihockey bei ULA fit gehalten hatte. Wie es für ihn bei Wiler weitergeht ist noch offen: «Wir schauen von Spiel zu Spiel.»