Das «Zürcher Wochenende» brachte Wiler-Ersigen das Maximum. Am Samstag gewann das Team von Trainer Johan Schönbeck in Uster nach einem 1:4-Rückstand mit 5:4. Heute – erstmals als Tabellenleader– schickte man die Kloten-Bülach Jets mit einem hart erarbeiteten 8:4 zurück nach Hause. «Wir haben zweimal gewonnen. Das ist das Positive», so Schönbeck lapidar.

Wiler war mental nicht bereit

Der Start vor 416 Fans in Zuchwil verlief harzig. Nach knapp vier Minuten lag der Aussenseiter aus Zürich in Front: Peduzzi narrte Wilers Hintermannschaft und schob ein. Erst nach diesem Weckruf kam Wiler, angetrieben von Captain Matthias Hofbauer und Torschützenleader Issac Rosén, einigermassen in die Gänge. Nach den ersten 20 Minuten führte der Favorit mit 3:2. Sehenswert war vor allem Wilers drittes Tor. Bei einer angezeigten Strafe gegen Kloten liess man so lange den Ball laufen, bis alle in Position waren. Dann lancierte Verteidiger Markus Gerber mit einem «Laserpass» Rosén, welcher direkt einnetzte (18. Minute).

Überragender Kloten-Keeper

Der zweite Durchgang lebte vor allem von der Spannung. Wiler bestimmte zwar über weite Strecken das Geschehen auf dem Feld und zog phasenweise ein regelrechtes Powerplay auf. Zwingende Aktionen waren allerdings Mangelware. Und kamen Hofbauer und Rosén doch einmal zum Abschluss, bauten sie Klotens überragenden Keeper Patrick Dürst mit jedem Schuss ein wenig mehr auf. «Wir waren nicht darauf gefasst, dass Kloten so viel Mut hatte», analysierte Schönbeck nach Spielschluss. Gegen Ende des Drittels setzte sich Wilers Klasse dann doch durch. Mendelin mit seinem «Duselgoal» zum 4:2 nach 38 Minuten und Hofbauers 5:2 im Powerplay 48 Sekunden vor dem Pausenpfiff sorgten für die Vorentscheidung.

Das letzte Drittel schloss nahtlos an die ersten 40 Minuten an. Wiler gelang es zu keiner Zeit, die aufsässigen Zürcher definitiv abzuhängen. Im Gegenteil. Nach Hellers 5:3 in der 45. Minute mussten die Gastgeber bange Minuten überstehen. Zumindest bis zur verrückten 52. Minute, in welcher innert 38 Sekunden drei Treffer fielen – und Wiler mit 7:4 in Führung ging. Schliesslich hielt sich Wiler-Ersigen mit einem 8:4 weiterhin auf dem NLA-Spitzenplatz.

Topskorer Rosén gefällts hier

Issac Rosén war nach dem Schlusspfiff froh, das «schwierige Spiel» gewonnen zu haben. Der 27-jährige Schwede, der erstmals ausserhalb von Schweden bei einem Klub spielt und bereits erstaunlich gut Deutsch spricht, hat sich in der Schweiz bereits bestens eingelebt. Und das nicht nur der Tatsache wegen, dass er die Skorerliste anführt. «Ich liebe die Schweiz. Hier ist alles noch ein wenig seriöser als in Schweden.» Unihockey sei hierzulande eine Spur intensiver. «Es geht viel mehr hin und her», so Rosén. Auf die Frage, wie es das Niveau in der NLA einschätzt, hebt er die Augenbrauen und lächelt: «Wissen Sie, das Niveau hier in der Schweiz ist wirklich gut. Und ich bin froh, hier zu sein.» Dann verabschiedet er sich freundlich und macht sich mit seinen Teamkollegen ans Auslaufen. Am kommenden Sonntag wiederholt sich die gestrige Affiche. Wiler-Ersigen empfängt Kloten-Bülach erneut in Zuchwil zum Cup-Achtelfinal.