Aus der Körpersprache lässt sich über das Innenleben eines Menschen einiges ablesen. Schon Charles Darwin befasste sich eingehend mit diesem Thema.

Magnus Svensson ist kein Evolutionsforscher, sondern Trainer von GC Unihockey. Er benötigte keine wissenschaftlichen Abschluss, um zur Einsicht zu gelangen, dass der Ausdruck seiner Spieler gestern im zweiten Spiel eine anderer war, als beim Auftakt in die Finalserie am Samstag.

Emotionen, Tempo und Härte

Während Svensson in der gut gefüllten Saalsporthalle wie ein Bandengeneral unentwegt auf seine Mannschaft einredete, um in ihr das Feuer zu entfachen, beobachtete Heikki Luukkonen das Geschehen kniend und gewohnt stoisch. Seine Mannschaft machte zunächst dort weiter, wo sie beim überzeugenden 8:4-Erfolg im ersten Finalspiel aufgehört hatte. Ruhig, unaufgeregt, diszipliniert. Der frühe Treffer durch Lukas Meister trug das Seinige dazu bei.

Anders als in Spiel 1, glich sich die Partie danach aus. Die Grasshoppers verstanden es, die temperamentvolle Art ihres Trainers aufs Spiel zu übertragen. Sie brachten Emotionen, Tempo und Härte in die Begegnung. Das zahlte sich aus: Parli, Zürcher und Scalvinoni trafen zur zwischenzeitlichen 3:2-Führung für den Herausforderer. Trotz der Gegentreffer war Torhüter Daniel Streit für Wiler-Ersigen einmal mehr der grosse Rückhalt seiner Mannschaft.

Luukkonens kurze Ansprache

Seine Vorderleute liessen sich von der Zürcher Tempoverschärfung nicht beeindrucken. Im Gegenteil: Sie blieben ihrer Linie und ihrer Körpersprache treu. Den Fokus immer auf die eigenen Stärken ausgerichtet. Diese Einschätzung vertrat auch Matthias Hofbauer. «Es war enorm wichtig, dass alle Linien sehr effizient spielten und so Druck auf GC ausüben konnten.» In der Tat lastete nicht die ganze Verantwortung auf der Wiler-Paradelinie: Mit Zimmermann, Mendelin und Jussila gelang es Akteuren aus dem zweiten- und dritten Block, das Skore vorentscheidend auf 6:3 zu stellen.

Spätestens nach dem Treffer des Finnen war die Gegenwehr von GC gebrochen. Magnus Svensson stemmte sich zwar nochmals stimmgewaltig gegen die drohende Niederlage. Seine Spieler erreichte er nicht mehr. Ganz im Gegensatz zu Heikki Luukkonen. Er hatte sein Team erneut hervorragend eingestellt und musste nur einmal korrigierend eingreifen. In der ersten Drittelspause wurde es in der Wiler-Kabine kurz laut. «Ich fragte die Spieler, ob sie gewinnen wollen.» Die kurze Ansprache wirkte. Ab Spielmitte hatte sein Team Partie, Gegner und Geist im Griff.