Unihockey
Wiler-Ersigen kassiert ein «Stängeli» gegen GC im Playoff-Halbfinal

Wiler-Ersigen verliert Spiel 4 im Playoff-Halbfinal gegen GC mit diskussionslos mit 4:10. Damit steht es in der Best-of-7-Serie 2:2. Wer erspielt sich den ersten Matchball? Darum geht es am Sonntag in Kirchberg (18 Uhr) im fünften Aufeinandertreffen.

Michael Schenk
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Diesmal war GC (weiss-blau) übermächtig.

Diesmal war GC (weiss-blau) übermächtig.

Marcel Bieri

Eigentlich müsste die Hardau-Halle in Zürich, da wo GC Unihockey seine Heimspiele austrägt, ja Wiler-Arena heissen. Oder bombastischer «Wiler-Kolosseum». So knattergrün der Belag und die Tribüne gehalten sind, sowie mit den weissen Strichen auf dem Boden passte die Couleur perfekt zu den Klubfarben des achtfachen Schweizermeisters. Das heisst – nicht ganz perfekt. Eine Optimierungsmöglichkeit stünde den Bernern noch offen. Wenn sie ihre Dresses in einem Mix aus Essigsäure, Kupfer und Arsen – sogenanntem Kupfer-Arsenit-Acetat – waschen würden, wären sie im nächsten Spiel so gut wie unsichtbar. Vom giftgrünen Hallenboden praktisch nicht mehr zu unterscheiden.

Und zu diesem nächsten Spiel – Spiel 6 also – wird es am kommenden Samstag (19.00 Uhr) garantiert kommen. Wiler stand im gestrigen Halbfinal 4 auf verlorenem Posten und unterlag dem amtierenden Cupsieger sang- und klanglos mit 4:10. In der Best-of-7-Serie steht es somit 2:2. Das heisst, dass auch heute in Kirchberg (18.00 Uhr) in Spiel 5 keine Entscheidung hinsichtlich Finalteilnahme fallen kann. Oder wie es Wiler-Captain Matthias Hofbauer ausdrückte: «Jetzt starten wir eben in eine Best-of-3-Serie und wir haben zwei Heimspiele».

Nachdem Wiler die ersten beiden Partien der Halbfinal-Serie gegen GC gewinnen konnte, bezogen die Berner in Spiel 3 zu Hause eine bärbeissige Niederlage. Eine zünftige Schlappe. Trotz einer 4:1-Führung behielten die Gäste am Ende mit 7:6 die Oberhand. Solches ist – um es im gastronomischen Jargon zu beschreiben – deftigste Kost. Nur schwer zu verdauen. Allein: Wiler hat derzeit auch die verletzungsbedingten Ausfälle der Nationalverteidiger Michael Garnier und Markus Gerber zu verdauen. Sicher kein Klacks.

So oder so erwischte gestern vorab die Hofbauer-Linie mit Matthias und Christoph einen schauderhaften Start. «Ein Alptraumstart», wie Hofbauer bestätigt. Zwei Einsätze - zwei Mal schlug die Kunststoff-Kugel ein. 0:2 lagen die Gäste daher bereits nach 193 Sekunden zurück. «Dass wir zu Beginn nicht richtig parat sind, ist uns in dieser Serie schon mehr als einmal passiert. Da müssen wir schleunigst ein Rezept finden, um dies zu ändern», so Hofbauer.

Die Zürcher allerdings hatten ihre Gaudi an der Bärenjagd und ballerten munter weiter Richtung Wiler-Goalie Wolf. Und die Gastgeber trafen auch. Sei es mit Weitschüssen, vor denen Hofbauer vor der Partie noch ausdrücklich gewarnt hatte, Sololäufen oder Kombinationen – GC baute seinen Vorsprung bis Drittelsende vorentscheidend auf 5:1 aus.

Zwar vermochte Wiler die Partie in der Folge etwas ausgeglichener zu gestalten – die Hypothek indes, die man sich in der Startphase aufgehalst hatte, wog zu schwer. «Wir hatten auch unsere Chancen, aber wir waren viel zu ineffizient», resümierte Matthias Hofbauer. Und: «GC war wesentlich heisser als wir.» Was man heute Sonntag besser machen müsse, so der Wiler-Captain, sei also klar. «Und das können wir alles auch.» Und ansonsten hat Wiler ja noch die Geheimwaffe «giftgrünes Tenue» in der Hinterhand.