Unihockey
Wiler-Ersigen ist wieder auf Augenhöhe mit den Alligatoren

Viermal wechselte die Führung in diesem Klassiker, am Ende hatten die Malanser in der Penaltylotterie die besseren Nerven. Dem SV Wiler-Ersigen blieb nach der 7:8-Niederlage immerhin ein Punkt.

Marcel Siegenthaler
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Wiler-Trainer Johan Schönbeck feiert einen Teilerfolg.

Wiler-Trainer Johan Schönbeck feiert einen Teilerfolg.

Solothurner Zeitung

Die Bünder verdankten den Sieg vor allem den Special Teams, nützen sie doch beide Powerplays, während der SVWE in drei Gelegenheiten nur einmal traf und vor allem die Überzahlmöglichkeit in der Verlängerung ungenutzt liess.

Mittelland gewinnt Spiel und verliert Stegl

Die schlechte Nachricht zuerst: Unihockey Mittelland mit Trainer Olle Thorsell muss für den Rest der NLA-Saison auf seinen Center Adam Stegl verzichten. Der Tscheche zog sich im Cupspiel vor Wochenfrist gegen Sarnen eine schwere Knieverletzung zu. Kreuzband, Innenband und Meniskus waren so stark beeinträchtigt worden, dass eine Operation notwendig war. «Das ist für die Mannschaft ein harter Schlag und tut mir auch persönlich sehr leid für Adam», sagt Trainer Thorsell. Er ist über überzeugt: «Wenn jeder Spieler nochmals 20 Prozent mehr gibt, können wir einen solchen Ausfall kompensieren.»

Die gute Nachricht: Der Fusionsklub aus Olten und Zofingen feierte gegen Kloten den ersten Saisonsieg. Die Partie könnte Beispiel dafür sein, wie viel Kampfgeist im diesjährigen Kader steckt. In der 2. Minute gerieten die Gäste erstmals in Rückstand, ehe Niko Solkio in der 13. Minute das 1:1 schoss. Kaum hatte das zweite Drittel begonnen, traf erneut Solkio zum 2:1. Die Führung hielt nur wenige Sekunden, dem 2:2 folgte in der 34. Minute das 3:2 der Zürcher. Bis zur nächsten Pause glichen die Mittelländer durch Maurice Thomas wieder zum 3:3 aus. «Wir waren mit dem Remis gut bedient, Kloten hatte ein klares Chancenplus», musste Thorsell zugeben.

Doch die Kabinenansprache von Thorsell und Co-Trainer Daniel Moser verfehlte ihre Wirkung nicht. «In der Folge drehten die Jungs auf und zeigten eine Leistung, auf die wir stolz sein dürfen», schildert Thorsell, «zudem nutzten wir unsere Möglichkeiten besser als Kloten.» Treffer von Thomas (43.) und Simon Stettler (48.) sicherten Unihockey Mittelland die drei Punkte. (gam)

Immerhin erreichte der die Schönbeck-Truppe das Hauptziel: Der entthronte Serienmeister agierte nach den zwei Klatschen im Vorjahr (3:9 und 6:11) wieder auf Augenhöhe mit seinem Nachfolger. Ja, über weite Strecken schien gar mehr möglich, aber fünf schwache Minuten im Mitteldrittel mit vier Gegentoren verhinderten ein besseres Resultat.

Es war die Phase des Spiels, als das zuvor überraschend passive Malans sein berüchtigtes Pressing aufzog. Da schwamm die Wiler-Defense doch gehörig. Erst nach dem sechsten Gegentreffer konnte man sich darauf einstellen, und nutzte seinerseits die sich bietenden Kontermöglichkeiten zum raschen Ausgleich.

Rosén gelingt erstes Tor

Die Partie beruhigte sich nach dem turbulenten Mitteldrittel mit neun Toren wieder. Doch auch die neuerliche Führung durch Zimmermann im Schlussabschnitt reichte nicht zum Sieg, weil die Bündner wieder eine Antwort parat hatten. So muss die Gäste, bei denen der Schwede Isaac Rosén seine ersten Treffer für Grün-Weiss erzielte, konstatieren, dass das zweite Ziel nicht erreicht wurde.

Sieben Gegentore sind für den neuen Massstab ganz klar zu viel. Der erste richtige Härtetest hat gezeigt, dass noch eine Menge Arbeit auf Trainerstab Team wartet. Trotzdem kann auch aus diesem Spiel einiges Positives mitgenommen werden.

Nur Köniz mit weisser Weste

Nach der zweiten NLA-Runde steht einzig Köniz mit dem Punktemaximum zu Buche. Die Berner kanterten Chur mit 12:5 nieder. Die Bündner gingen zwar zu Beginn dreimal in Führung, doch spätestens nach dem 3:3 in der 14. Minute durch Emanuel Antener, der mit drei Treffern einmal mehr der erfolgreichste Torschütze war, gab nur noch das Heimteam den Ton an.

Der Playoff-Finalist, dem nach zahlreichen Abgängen eine schwierige Saison prognostiziert wurde, schaltete fortan fast nach Belieben und gestand den Gästen erst nach klarer Führung noch zwei weitere Treffer zu.

Auf Tuchfühlung mit Köniz bleiben neben Malans die Grasshoppers, die gegen Waldkirch 6:3 gewannen. Sie mussten zwar den Gästen auch dreimal die Führung zugestehen und kamen erst in der 48. Minute durch Joël Rüegger zum 3:3-Ausgleich. 180 Sekunden später brachte Roberto Vizzini GC erstmals in Führung, die Nico Scalvinoni und wieder Rüegger in der Folge ausbauten.