Die Fakten: Die Grasshoppers führen in der Serie mit 3:2-Siegen. Sie gewannen die letzten drei Begegnungen 7:6, 10:4, 7:6 n.V. und befinden sich im Stimmungshoch. Die Zürcher haben aus ihrem Start mit zwei Niederlagen (3:10, 6:7 n.V.) gelernt und die nötigen Anpassungen vorgenommen. Sie verfügen über drei ausgeglichene Blöcke, die schwer auszurechnen sind. Insbesondere mit den «Brocken» Linard Parli und Erik Björk bekunden die Berner erhebliche Probleme. Dennoch: Dass GC mit einem Vorteil ins Wochenende steigt, haben sie auch ihrem Gegner zu verdanken. Wiler-Ersigen hielten in der Serie mehrmals die Trümpfe in den eigenen Händen und verspielte sie. Im dritten Spiel lag das Team von Johan Schönbeck bei Spielmitte mit 4:1 vorne und vergab innerhalb weniger Sekunden die Führung und am Ende den Sieg. Die zweite Chance liessen die Grünweissen am letzten Sonntag aus, als sie 6:4 führten, 14 Sekunden vor Schluss den Ausgleich kassierten und in der Verlängerung GC den Sieg zugestehen mussten.

Momentum: Es sind etwas gar viele Geschenke, die der achtfache Meister dem Cupsieger verteilt. Bei zwei Mannschaften auf Augenhöhe sind solche Nachlässigkeiten fast nicht wettzumachen. Auffallend: Ab der 4:1-Führung im dritten Spiel haben sich die Zahlen massiv zugunsten der Zürcher verschoben. Bis dorthin wies der SVWE ein Plus-Torverhältnis 21:9 aus. Das Momentum ist inzwischen gekippt. 23:12 lautet das Verhältnis für GC. Trainer Luan Misini hat nie einen Hehl daraus gemacht, dass man Wiler bezwingen werde. «Die Mannschaft verbreitet keine Furcht und kein Schrecken mehr wie in früheren Jahren.» Will heissen: Den Nimbus der Unwiderstehlichen ist Wiler los.

Personalsorgen: Jedes Team muss im Verlauf einer Saison Ausfälle verkraften. Bei Wiler-Ersigen schlug die Verletzungs- und Krankheitshexe überdurchschnittlich zu. Jüngstes Opfer ist Deny Känzig. Die 17-jährige Playoff-Entdeckung zog sich bei einem Arbeitsunfall eine Hirnerschütterung zu und dürfte nicht zur Verfügung stehen. Wieder im Training befindet sich Markus Gerber. Ein Einsatz des Verteidigers morgen ist ab mehr als fraglich. Johan Schönbeck wird nichts anderes übrig bleiben, seine Linien erneut neu zu ordnen.

Prognose: Man kann es positiv sehen: Angesichts der Umstände, ist es als Erfolg zu werten, dass Wiler-Ersigen noch Chancen auf den Finaleinzug besitzt. Die Reise in die Hardau-Halle (19 Uhr) wird zum ultimativen Test. Vor allem deshalb, weil man sich in der giftgrünen Heimstätte der Zürcher bekanntermassen schwertut. Somit bleibt am Ende nur der Glaube an die eigenen Fähigkeiten. Wenn diese im Kopf gebündelt werden können, liegt ein Endspiel am Sonntag in Kirchberg (18 Uhr) drin.