Unihockey
Wiler-Ersigen gewinnt Penalty-Krimi gegen Grünenmatt

Wiler-Ersigen gewinnt das zehnte Spiel in Folge und behauptet die Tabellenspitze. Beim 10:9-Sieg gegen Grünenmatt setzte sich der Meister aber erst im Penaltyschiessen durch.

Daniel Weissenbrunner
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Erfolg in extremis: Wiler-Ersigen gewinnt nach einem 1:5-Rückstand.

Erfolg in extremis: Wiler-Ersigen gewinnt nach einem 1:5-Rückstand.

Marcel Bieri

Der Meister hat sich im neuen Jahr eine seltsame Eigenart angewöhnt. Wiler-Ersigen entwickelt sich zum notorischen Fehlstarter. Das war gegen Köniz (2:7) so und im Cup-Halbfinal gegen Langnau (2:8) nicht anders. Im vierten Berner-Derby innerhalb von zwei Wochen trieben es die Grünweissen erneut auf die Spitze. 1:5 lag die Mannschaft von Johan Schönbeck bei Spielmitte gegen Grünenmatt im Hintertreffen. Im Unterschied zu den Spielen gegen Köniz und Langnau hatte der Trainer gestern allerdings keinen Einfluss auf das Geschehen auf dem Feld. Der Schwede lag mit einer fiebrigen Grippe im Bett. Schönbeck wurde von seinen Assistenten Radek Sikora und Simon Linder vertreten. «Diese Nachlässigkeiten müssen wir so wie möglich abschalten», sprach Philipp Fankhauser nach dem Spiel Klartext. Der Wiler-Captain konnte sich wegen der vielen individuellen Fehler, wie er sagte, über den zehnten Sieg in Folge nur bedingt freuen.

Immerhin zog Wiler-Ersigen im Gegensatz zu den anderen Spitzenteams den Kopf noch aus der Schlinge. Die ärgsten Konkurrenten, Grasshoppers und Köniz, verloren am Wochenende ihre Begegnungen gegen Rychenberg Winterthur bzw. Chur. Damit steht Wiler vor dem letzten Qualifikationsviertel mit zwei Punkten Vorsprung alleine an der Spitze.

Während die Zuschauer in der Grossmatthalle in Kirchberg in den Genuss eines torreichen Spektakels kamen, sorgte der Spielverlauf bei anderen für Stirnrunzeln. Wiler-Sportchef Marcel Siegenthaler hatte schon vor der Schlusssirene genug gesehen und verschwand in der Kabine. Dass sich seine Spieler derart schwertaten, lag aber auch am Gegner. Grünenmatt ist die positive Überraschung in dieser Saison. Die Mannschaft von Hanspeter Hiltbrunner hat sich hinter den «Big Five» eingereiht und die Playoff-Teilnahme praktisch auf sicher. Einen grossen Anteil am Höhenflug der Emmentaler hat Simon Flühmann. Der Stürmer spielte die letzten zwei Jahre bei Wiler-Ersigen, wo ihm der Durchbruch nicht gelang. Seit seiner Rückkehr zu Grünenmatt gehört der 27-Jährige zu den Topskorern der Liga. Hinter dem schwedischen Star Kim Nilsson liegt Flühmann an zweiter Stelle. «Es ist in der Tat unglaublich, wie gut es mir läuft.» Gegen seine ehemaligen Kollegen hätte er natürlich gerne gewonnen. «Wir waren nahe dran, aber Wiler ist ein cleveres Team.»

Für die Entscheidung war schliesslich Verteidiger Tatu Väänänen besorgt. Der Finne erzielte im Penaltyschiessen den letzten Treffer. Dass es überhaupt soweit kam, war Christoph Hofbauer zu verdanken. Der Routinier traf erst 23 Sekunden vor Ablauf der regulären Spielzeit zum 9:9 und erzwang die Verlängerung.