Unihockey
Wiler-Ersigen gewinnt erstes Playoff-Halbfinal

Der SV Wiler-Ersigen gewinnt den ersten Playoff-Halbfinal gegen Malansmit 3:1. Ein wichtiger Sieg für die Mannschaft.

Michael Schenk
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Wilers Patrick Mendelin gegen Malans-Goalie Martin Hitz.

Wilers Patrick Mendelin gegen Malans-Goalie Martin Hitz.

Marcel Bieri

Eigentlich, so möchte man meinen, musste das Momentum vor dem gestrigen, ersten Playoff-Halbfinal klar auf Seiten von Malans liegen. Dies, nachdem die Truppe aus dem Bezirk Landquart vier Tage zuvor in Bern Cupsieger wurde und dem SV Wiler-Ersigen eine empfindliche Pleite untergejubelt hatte. Aber: Man konnte das Ganze auch ganz anders sehen. Nach der Cup-Niederlage war Wiler, just gegen seine Cup-Bezwinger, plötzlich nicht mehr in der Rolle des «Herrschers der Szene».

So, wie noch in der Qualifikation. Kommt hinzu, dass die Meisterschafts-CD bei den Unteremmentalern unterbewusst eine ganz andere Musik spielt, als die im Cup. In den Playoffs ist sich Wiler Polka und Party gewohnt; im Cup Trauermarsch und Tristesse.

Da flogen Spieler und Tore

Insofern war der 3:1-Sieg von Wiler-Ersigen in Spiel 1 dieser Playoff-Halbfinalserie quasi Programm. «Ein superwichtiger Erfolg für uns», hielt Henrik Quist fest. Am Wochenende folgen Spiel 2 und 3 Bündnerland. «Mit dem 1:0 in der Serie im Rücken können wir diese Spiele im Hexenkessel in Maienfeld etwas lockerer angehen», so der Schwede.

Es war eine sehr energie- und willensgeladene Sache, welche die knapp 500 Fans im Saalbau zu Kirchberg zu sehen bekamen. Das Startdrittel endete zwar torlos, was jedoch ganz und gar nicht hiess, dass nichts los war – im Gegenteil. Oilinki hechtete im Startdrittel nach einem Rencontre gezwungenermassen Kopf voran über die Bande ins Laptop des Zeitnehmers. Der Wiler-Stürmer konnte nach kurzem sortieren des Geistes wieder mitspielen; und das Laptop nach geraderücken weiterrechnen. Bei einem Zweikampf von Christoph Hofbauer und Wardi warf sich der Schiedsrichter, im Heldenmute seines Angesichts, schlichtend auf den Boden ins Gefecht. Wiler-Goalie Streit schliesslich bekam sein eigenes Tor übers übers Gesicht gezogen. «Das ist Playoff, das macht Spass», meinte Quist. Später bekam der 30-Jährige einen Stock ins Gesicht. Die daraus resultierende Strafe gegen Malans führte zur Entscheidung.

Ausgleich innert 20 Sekunden

Bei der samstäglichen 5:6-Cupniederlage lag Wiler nach 13 Minuten 0:4 zurück. Gestern gingen die Gastgeber in der 22. Minute nach einem Distanzschuss von Top-Verteidiger Quist in Führung. «Wir haben nach dem Cupfinal viel geredet. Punkto Auslösung und Pressing waren wir heute viel besser als im Cupfinal.» Und auch viel präsenter. Man habe den Gegner weniger Chancen zugestanden. Dumm für den amtierenden Meister, dass Lutz nur 20 Sekunden nach dem 1:0 den Ausgleich erzielte. Quist: «Ja, aber wir hatten immer genug Chancen, darum gerieten wir nicht in Panik. Wir hätten das Spiel schon viel früher entscheiden können.» So aber blieb es bis zuletzt spannend. Bichsel brachte Wiler in der 44. Minute, erneut aus der Halbdistanz, 2:1 in Front. Für die Entscheidung sorgte dann Captain Matthias Hofbauer mit dem 3:1 neun Minuten vor Schluss in Überzahl.