Unihockey NLA

Wiler Ersigen gewinnt ein spektakuläres Derby gegen Köniz mit 9:8

Erfolg in extremis: Wiler-Ersigen gewinnt nach einem 1:5-Rückstand.

Erfolg in extremis: Wiler-Ersigen gewinnt nach einem 1:5-Rückstand.

Das «Gewusel» auf den Parkplatz vor dem Sportzentrum Zuchwil liess es erahnen – an diesem Abend sollte sich in der örtlichen Turnhalle nichts Hundsgewöhnliches abspielen. 9:8 – das ist mehr als nur ein Resultat.

Wenn Wiler-Ersigen Floorball Köniz zum Unihockey-Gipfeltreffen empfängt ist dies vergleichbar mit einem Derby zwischen den Kloten Flyers und den ZSC Lions «on ice». Es geht um die kantonale Regentschaft. Das Hinspiel hatte der amtierende Meister gegen Köniz mit 4:7 verloren. Insofern sannen die Gastgeber vor 724 Fans in der heimischen Arena in Zuchwil natürlich auf Genugtuung. Ein Unterfangen, das letztlich in dramatischer Manier aufging. Wiler verwandelte, sehr zum Entzücken der Fans, einen 2:7-Rückstand nach 36 Minuten und 47 Sekunden in einen 9:8-Sieg.

Da flog die Tafel

Nach 36 Minuten und 47 Sekunden knallte Wiler-Coach Johann Schönbeck seine Tafel mit Anlauf auf den Boden. Selbiges weniger wegen dem siebten und vermeintlich vorentscheidenden Gegentreffer, den seine Truppe in dem Moment kassierte, sondern viel mehr dem Rahmen wegen, innerhalb dessen sich dieser Treffer ereignete. 31 Sekunden zuvor hatte Christoph Hofbauer ein Powerplay genutzt und auf 2:5 verkürzt. 28 Sekunden später traf Wälti zum 2:6, ehe drei Sekunden danach Berlinger für zum 2:7 einschoss. Das 2:7 war notabene der erste Schuss aufs Tor des zuvor eingewechselten Goalies Samuel Zimmermann. «Das war eine sehr harter Moment, aber wir haben Charakter gezeigt», hielt Schönbeck fest. Noch vor der zweiten Pause sorgte der ab der 37. Minute im Sturm spielende Verteidiger Olofsson und Captain Matthias Hofbauer für das 4:7. «Diese beiden Tore waren sehr wichtig für uns, sehr wichtig», so Schönbeck. Mit einem 5-Tore-Rückstand in die Pause zu gehen, wäre wohl doch etwas zu viel des Schlechten gewesen. So aber ging im Schlussdrittel die Wiler-Post volle Kanone ab.

Olofssons Dreier

Angeführt von einem entfesselten Olofosson, der im dritten Abschnitt drei Treffer markierte und in jeder Situation brandgefährlich war, holten die Gastgeber Tor um Tor auf. Endlich klappte das mit der Chancenauswertung und mit jedem Treffer wurde Wiler bissiger und scheuchte die Kugel förmlich mit böserem Blick ins gegnerische Tor. Nach dem 7:7 in der 48. Minute vermochten die Gäste ein letztes Mal durch Ledergerberin Führung zu gehen. Freilich loderte die Moral in der Seele der Hausherren jetzt lichterloh. Wer einen Fünftore-Rückstand wettmacht, lässt sich von einem neuerlich Eintore-Defizit so wenig beeindrucken, wie der Tiger vom Meersäuli. Wiler glich das 7:8 kurzum aus, ehe Sturmtank Olofsson der vielumjubelte Siegtreffer gelang. «Das war mehr als ein Sieg für uns und mehr als eine Niederlage für den Gegner», bestätigte Schönbeck. Solche hochemotionalen Spiele hinterlassen Spuren im in der Seele und im Unterbewusstsein – «perfekt», wie Schönbeck sagt, in dem Fall für Wiler, weniger gut für Köniz.

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