Unihockey
Wiler-Ersigen erzwingt bei den Grasshoppers ein siebtes Spiel

Das Playoff-Halbfinale zwischen Wiler-Ersigen und GC erhält ein Endspiel. Nach dem dramatischen 4:3-Erfolg des Schönbeck-Teams in Zürich steht die Serie 3:3. Es kommt am Sonntag in Kirchberg (18 Uhr) zur Belle.

Daniel Weissenbrunner
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Berner Jubel in Zürich: Matthias Hofbauer (links) und Patrick Mendelin feiern den Sieg im sechsten Spiel.Marcel Bieri

Berner Jubel in Zürich: Matthias Hofbauer (links) und Patrick Mendelin feiern den Sieg im sechsten Spiel.Marcel Bieri

Marcel Bieri

An der Körpersprache von Marcel Siegenthaler liess sich die Anspannung, die Nervenbelastung am besten ablesen. Der Sportchef von Wiler-Ersigen hatte zu Beginn der Partie seine grüne Daunenjacke politisch korrekt hochgeschlossen. Bereits im ersten Drittel entledigte er sich dann dem Textilstück. Im Schlussabschnitt diente die Vereinsjacke nur noch als Knitterball, um sich abzuregen. Die Mannschaft trieb es in der Hardau-Halle tatsächlich an die Grenze des nervlich Zumutbaren. Nach den beiden Niederlagen am vergangenen Wochenende zählte nur noch der Sieg, um die Saison um mindestens einen Tag zu verlängern.

Jeder rannte für den anderen

Das Team machte vieles richtig. Jeder rannte für den anderen. Auf der Bank pushten sich die Spieler gegenseitig hoch. «Wir traten nicht ängstlich an, sondern konzentrierten uns voll auf unsere Aufgabe», lobte Schönbeck seine Mannschaft. Der Spielverlauf kam den Wilern freilich entgegen. Sie gingen schon nach einer halben Minute durch Simon Bichsel und hielten die Zürcher immer in Schach. Vom viel gelobten Offensivspiel war bei den Gastgebern war erstaunlich wenig zu sehen. Wenn sie dennoch einmal durch die Wiler-Defensive drangen, war da ein Nicolas Wolf im Tor, der vermutlich seine beste Leistung in seiner noch jungen Karriere zeigte. Der 20-Jährige war mit teilweise unglaublichen Reflexen der grosse Rückhalt seiner Vorderleute. «Jeder hat seinen Job gemacht. Ich auch», sagte Wolf hinterher bescheiden. In der Tat verrichtete jeder seine Aufgabe. Matthias Hofbauer war der Aggressivleader. Er leistete sich teilweise grenzwärtige Privatduelle mit Nico Scalvinoni. Markus Gerber, der trotz Rückenproblemen wieder bereit stand, war noch nicht im Vollbesitz seiner Kräfte, allein seine Präsenz wirkte auf die Mitspieler beruhigend.

Eklatante Abschlussschwäche

Soweit so gut, wäre da nicht einmal mehr die eklatante Abschlussschwäche gewesen. Philipp Fankhauser, Isaac Rosén, Christoph Hofbauer und nur einige zu nennen, vergaben die besten Chancen. Johan Schönbeck war sich bewusst, dass man bei so fahrlässigem Umgang mit den Möglichkeiten, auch einen Playoff-Halbfinal verlieren kann. Dank Nicolas Wolf und Adrian Zimmermanns Treffer zum 4:3 verhinderten die Berner das Ungemach und belohnten sich mit dem Endspiel. «Bis dahin gilt es sich wieder neu zu konzentrieren», so Nicolas Wolf. Und für Marcel Siegenthaler dürfte die Zeit reichen, um seine Jacke zu entknittern.

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