Der Sieg in Chur wurde dank einem starken Mitteldrittel möglich, dass die Berner gleich mit 4:1 siegreich gestalteten. Dies nachdem die Berger-Truppe wie schon am Vortag ein eher bescheidenes Startdrittel ablieferte und folgerichtig mit einem Rückstand in die erste Pause ging, schon zum dritten Mal im fünften Spiel.

Das 0:1 war sicherlich auch den Umstellungen geschuldet, die Wilers Trainercrew im Vergleich zum Vortag vorgenommen hatte. So fehlten die beiden designierten Skorer Mendelin (abwesend) und Lastikka (nur im Powerplay eingesetzt) Rückkehrer Berger ist immer noch dabei unter Ernstkampfbedingungen das Kader zu sichten. So ist einigermassen verständlich, dass es eine gewisse Ablaufzeit brauchte, bis auch die Offensive in Fahrt kam.

Der Wiler-Spieler Lukas Meister deckt den Ball gegen seinen Herausforderer aus Winterthur gekonnt ab.

Der Wiler-Spieler Lukas Meister deckt den Ball gegen seinen Herausforderer aus Winterthur gekonnt ab.

Vor allem der ehemalige Churer Marco Louis dankte sein Aufrücken in die Startformation mit 3 Skorerpunkten. Erfreulich, dass auch die Linie um Center Mutter, an seiner Seite sorgte Steffen für viel Punch, wie schon in St. Gallen ein wichtiges Tor erzielte. Einzig die zweite Formation blieb offensiv völlig harmlos, wirkten sich die Umstellungen negativ aus.

Über 70 Abschlüsse reichten nicht


In einem spannenden und intensiven, für den frühen Saisonstand phasenweise hochklassigen Spitzenkampf bezogt der SVWE tags zuvor gegen Winterthur seine erste Niederlage und zwar durch einen Gegentreffer von Weltmeister Rasmus Sundstedt in der Verlängerung.

Es war eine der wenigen Szenen, in denen sich der schwedische Topstar in Szene zu setzen vermochte, meist wurde er durch den zum Verteidiger umfunktionierten Christoph Hofbauer neutralisiert. Ebenso wenig zu sehen war der andere HCR-Topskorer Hautaniemi. Weshalb dann trotzdem die Niederlage? Die ersten 80 Sekunden der Partie fassen das Spiel praktisch zusammen. Nach 10 Sekunden wehrt der junge HCR-Goalie Gruber erstmals reaktionsschnell gegen eine platzierten Handgelenkschuss Lastikkas, weitere 20 Sekunden später knallt Mendelin den Ball an die Latte und nach 63 Sekunden trifft Väänänen zur Führung für das Heimteam. Drei Grosschancen nur ein Tor.

Dies sollte sich wie ein roter Faden durchs Spiel des SVWE ziehen an diesem Abend. Zu wenig konsequent agierte Wiler im Abschluss, trotz über 72 Schüssen, hatte dazu Pech mit einem halben Dutzend Stangentreffern und servierte dazu den Gästen mit individuellen Fehler drei Tore auf der Serviertablett. Da lässt sich eine Team vom Format des HCR natürlich nicht zweimal bitten und deutet seine Ambitionen in dieser Saison an.