Unihockey
Wiler-Ersigen beendet das Jahr mit einem Kantersieg

Wiler-Ersigen bezwingt Köniz 8:3 und übernimmt in der NLA die Tabellenführung. Die Emmentaler beschliessen das Jahr mit einem starken Eindruck. Zeit, nach dem letzten Spiel 2013 für eine Benotung.

Daniel Weissenbrunner
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Allen Grund zur Freude: Wiler-Ersigen (v.l. Simon Bichsel, Marco Studer, Tatu Väänänen, Simon Flühmann, Dave Wittwer und Matthias Hofbauer) spielen bisher nicht nur attraktiv, sondern auch erfolgreich. Marcel Bieri

Allen Grund zur Freude: Wiler-Ersigen (v.l. Simon Bichsel, Marco Studer, Tatu Väänänen, Simon Flühmann, Dave Wittwer und Matthias Hofbauer) spielen bisher nicht nur attraktiv, sondern auch erfolgreich. Marcel Bieri

Marcel Bieri

Torhüter. Nach dem Rücktritt von Nationalmannschaftsgoalie Daniel Streit setzte der Verein auf keine klare und erfahrene Nummer 1, sondern auf die beiden jungen Nachwuchshüter Samuel Zimmermann und Nicolas Wolf.

Ein Risiko, das sich bisher ausbezahlt hat. Der 22-jährige Zimmermann und der 20-jährige Wolf wechseln sich ab und zeigen bei ihren Einsätzen konstant solide Leistungen. Mit einem Schnitt von vier Gegentoren pro Spiel weisen die Wiler den tiefsten Wert aller 12 NLA-Team auf. Einziger Makel. Beide Keeper erhalten noch zu viele «billige Tore». An diesem Punkt muss im Hinblick auf die Playoffs gearbeitet werden. Note 4,5

Verteidigung. Mit der Verpflichtung von Markus Gerber und dem Finnen Tatu Väänänen hat die Defensive wieder die erwünschte Stabilität erhalten. Gerber ist mit seiner physischen Präsenz ein Turm. Er hat die Lücke nach dem Abgang von Kaspar Schmocker mehr als geschlossen. Gerber geht mit seiner aggressiven Spielweise mit sich und den Gegnern gleichermassen schonungslos um.

Mit 18 Punkten gehört er ausserdem zu torgefährlichsten Verteidigern der NLA. Tatu Väänänens Übersicht und Spielintelligenz sind beispielhaft.

Der finnische Internationale treibt die Mannschaft an und greift, wenn es sein muss, auf der Bank zur Taktiktafel, um seinen Kollegen die Abläufe zu verinnerlichen.

Mit Gerber und Väänänen ist die Ruhe in die Defensive zurückgekehrt. Davon profitieren auch die bewährten Kräfte wie Simon Bichsel, Thomas Bieber oder Oliver Hirschi, die im Unterschied zur letzten Saison die eigene Fehlerquote tief halten. Note 5

Angriff. Die Zahlen sprechen für sich: Mit Isaac Rosén, Matthias Hofbauer und Patrick Mendelin sind drei Wiler-Spieler in den Topten der NLA-Skorerliste vertreten.

Vor allem die Verpflichtung von Rosén erweist sich als Glückgriff. Ähnlich wie Väänänen, benötigte der Schwede kaum Eingewöhnungszeit. Neben seiner individuellen Klasse zeichnet sich Rosén durch seine Mannschaftsdienlichkeit aus.

Dank ihm lastet auch weniger Druck auf Spieler wie Matthias Hofbauer. Die Mannschaft ist nicht ausschliesslich auf die Treffsicherheit ihres Routiniers angewiesen. Mit Rückkehrer Patrick Mendelin, Dauerläufer Adrian Zimmermann haben die Wiler zudem zwei Akteure in ihren Reihen, die jederzeit eine Partie entscheiden können.

Zu denken muss der Konkurrenz geben, dass mit Christoph Hofbauer (lange verletzt) und Philipp Fankhauser (Auslandaufenthalt) zwei weitere Leistungsträger für die entscheidende Phase den Angriff noch unberechenbarer machen werden.

Erfreulich ausserdem die erfrischenden Auftritte von Junior Deny Känzig, der bei seinen Einsätzen sein vorhandenes Potenzial mehrfach angedeutet hat. Stoppen können den Wiler-TorExpress nur Verletzungen. Wie schnell das geschehen kann, hat die Mannschaft in der letzten Saison schmerzhaft erfahren müssen. Mit ein Grund, für das frühe Scheitern in den Playoffs. Note 5,5

Trainer. Mit Johan Schönbeck ist die Ordnung ins Team zurückgekehrt. Der Schwede hat aus dem «do it yourself»Laden seines Vorgängers wieder eine Einheit geformt, die mit Lust das Spielfeld betritt.

Schönbeck ist es gelungen, trotz seiner ruhigen Art das Feuer zu entfachen. Wenn es die Situation erfordert, kann der Schwede explodieren. Dann legt er sich nicht nur den Spielern, sondern auch mit dem Schiedsrichtern an und riskiert eine Zweiminutenstrafe. Note 5,5

Fazit. Wiler-Ersigen hat sein Leistungsvermögen bei weitem noch nicht ausgeschöpft. Doch Vorsicht ist geboten.

Der schärfsten Widersacher GC und Meister Malans werden an Qualität noch zulegen und an den Tigern aus Langnau haben sich die Grünweissen in dieser Saison bei 3:8-Heimniederlage bereits einmal die Zähne ausgebissen.