Die einwöchige Pause nach der 3:0- Finalqualifikation war Gift für Zuchwil. Nach 30 Sekunden lag der Favorit gegen Aussenseiter Wiki Münsingen in Rücklage. «Ich bin überzeugt, wegen der Pause haben wir den Rhythmus nicht sofort gefunden, wobei Wiki am Donnerstag einen intensiven Match hatte und wir hatten diesen Ernstkampf nicht», sagt Zuchwil-Assistenztrainer Max Weibel.

Blitzstart schockt Zuchwil

Dieser erfolgreiche Blitzstart der Truppe des vorsaisonalen Zuchwil-Trainers Stefan Gerber unterstützte dessen Absicht, als erklärter «Underdog» mit seinen intimen Kenntnissen des Gegners unbelastet zu einer Überraschung anzusetzen. Wiki nützte diese Schockwirkung erneut bei der ersten Unterzahl des Gastgebers zum zweiten Schlag. In eigener Unterzahl zwanzig Sekunden nach dem Führungstreffer keinem effektiven Powerplay ausgesetzt, erhöhte Studer auf 0:2 (9.). Jetzt waren die Einheimischen definitiv gefordert. Der 1:2-Anschluss durch Verteidiger Dominic Lüthi in Überzahl resultierte daraus (14.).

Gespielt wurde nun bissiger und mit der zwischenzeitlichen Wende belohnt. Dem 2:2-Gleichstand durch Pistolato ging eine Torhüterabwehr nach vorne voraus (25.). Weiterhin mussten die Wasserämter gegen die diszipliniert auftretenden Berner hartes Brot essen. «Die Handschrift von Gerber ist klar ersichtlich», sah es Weibel. Es brauchte einen der seltenen sauber durchgezogenen Angriffe, um in Führung zu gehen. Diesen spielerischen Blitz schloss Blumenthal zum zweiten Verteidiger-Tor ab (34.). Die Zuchwiler konnten zu wenig aus diesem Aufwind schöpfen.

Vorentscheidung bleibt aus

Nachdem sich Blatter 21 Sekunden vor Ende des zweiten Drittels vier Strafminuten einhandelte, überzeugten die Woschakow-Boys mit ihrer Defensivorganisation. Trotzdem blieb anschliessend die Vorentscheidung aus. Vielmehr erzwangen die Aaretaler mit dem Ausgleich Thomas Wegmüllers (53.) die Zusatzschlaufe. «Wir hatten unsere Chancen zur Entscheidung, waren aber vor dem gegnerischen Tor zu verspielt», sah es der Assistenztrainer.

In der Verlängerung wirkten die Berner aggressiver. Mit ihrer Rucksack-Taktik gestanden sie den Zuchwilern kaum Raum zu. Marolf nahm nicht unverdient mit dem 3:4 den Solothurnern den Heimvorteil nach elf Minuten und 31 Sekunden Überzeit.