Fussball
Wieder kein Sieg für den FC Solothurn - die verflixte dritte und drittletzte Minute

Ärgerlich und trotzdem nicht unverdient musste Solothurn im zweiten Auswärtsspiel beim Luzerner Nachwuchs die zweite 1:2-Auswärtsniederlage in der noch jungen Saison einstecken. Somit bleiben die Solothurner in der Gruppe 2 der 1. Liga auch nach drei Spielen sieglos.

Pius Rüegger
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Wenn es auch kein aktuelles Bild ist, es ist sinnbildlich für den FC Solothurn: Die Solothurner (in gelb) bekommen zu viele Gegentore nach Standardsituationen.

Wenn es auch kein aktuelles Bild ist, es ist sinnbildlich für den FC Solothurn: Die Solothurner (in gelb) bekommen zu viele Gegentore nach Standardsituationen.

Otto Lüscher

In der dritten Spielminute zwang Tonelli Jeffrey Grosjean zu einer ersten Parade: der Solothurner Schlussmann lenkte den Ball über die Latte. Doch gegen den folgenden Eckball war er machtlos. Emini schlug diesen hoch in den Gästestrafraum. Tonelli stieg am höchsten und vollendete mit dem Kopf zum frühen Führungstreffer. «Wir haben sehr schlecht begonnen und schon das dritte Mal ein Tor auf einen Eckball erhalten; wir müssen uns gut überlegen, was wir besser machen müssen», stellt Solothurn-Trainer Dariusz «Darek» Skrzypczak fest.

Am Spielende hatte es die drittletzte Minute in der fünfminütigen Nachspielzeit in sich. Waylon Grosjean hielt unnötig Simic im eigenen Strafraum zurück. Diesen Penalty verwertete Emini souverän zum verdienten Siegtreffer der Leuchtenstädter (92.). «Mit diesem defensiven Verhalten spielen wir nicht um den Aufstieg, sondern um den Ligaerhalt», wählt der Pole klare Worte. Umso mehr als der Ausgleich aus dem Nichts kam. Wieder war es ein Eckball. Osmani trat ihn zur Mitte, wo Hasanovic tief mit dem Kopf den Gleichstand herstellen konnte (69.). «Wir hätten froh sein können, nach diesem Tor einen Punkt zu holen, aber wir erhalten unnötig und zu einfach Tore, ausser dem Punkt wäre dies auch für die Moral gut gewesen», hält Skrzypczak fest.

«Wir dürfen jetzt nicht in Panik verfallen»

Der Solothurner Teamchef gesteht aufgrund des Spielverlaufes den Zentralschweizern einen nicht unverdienten Sieg zu. «Trotzdem hatten wir die Möglichkeit für einen Punkt, denn Jeffrey Grosjean hielt uns mit zwei, drei Paraden im Spiel», betont Skrzypczak. Dies nebst dem Lattenschuss von Wolf (13.) und dem Pfostenschuss von Tonelli (53.), sowie der Abwehr eines Emini-Lobs von Waylon Grosjean knapp vor der Torlinie (41.). Jeffrey Grosjean stoppte Emini, nachdem dieser die Gästeabwehr überlief (8.), lenkte einen Wolf-Schuss in Corner (50.), parierte einen weiteren Tonelli-Abschluss auf einen Emini-Freistoss reflexsicher (66.) und beendete einen Vorstoss von Di Michelangeli ausserhalb des Strafraumes mit der Brust (91.).

Solothurn-Trainer Dariusz Skrzypczak mahnt trotz schlechtem Saisonstart zur Ruhe.   

Solothurn-Trainer Dariusz Skrzypczak mahnt trotz schlechtem Saisonstart zur Ruhe.   

Pascal Mäder

Die Innerschweizer, schnell, spritzig und mit sauberer Ballführung, hatten klar die besseren Chancen. Die besten Möglichkeiten für die Besucher boten sich Chatton. Eine Flanke Kohlers übernahm die Sturmspitze mit dem Kopf, verfehlte jedoch das Luzerner Gehäuse rechts knapp (29.). Einen weiteren Kopfball sah der 27-Jährige von Njau in den Corner abgelenkt (73.).

Der Ausgleich schien die Ambassadoren zu beflügeln. Sie liefen mehr, zeigten nach vorne verstärkte Bewegungen. Zur Leichtigkeit der letzten Saison fanden sie jedoch nicht zurück. Weiterhin fehlte es an Präzision und Verständnis im Spielaufbau. «Wir dürfen jetzt nicht in Panik verfallen, sondern realistisch bleiben und langsam überlegen. Zum Glück kommt jetzt am Samstag gegen Black Stars Basel bereits das nächste Spiel, dann haben wir in der folgenden Woche Zeit zu arbeiten, denn wir kassieren die Gegentore zu einfach», erklärt Skrzypczak den kurzfristigen Handlungsbedarf.

Matchtelegramm

Luzern II - Solothurn 2:1 (1:0)

Sportanlagen Allmend – Hubelmatt. – 150 Zuschauer. – SR Kanagasingam. – Tore: 3. Tonelli 1:0; 69. Hasanovic 1:1, 92. Emini 2:1 (Foulpenalty).

Luzern II: Jacot; Kränzle, Njau, Burch, Trinkler; Wolf; Ehombo (80. Di Michelangeli), Subasic, Emini; Tonelli (95. Marleku), Cerjak (46. Simic).

Solothurn: Jeffrey Grosjean; Kohler, Hasanovic, Waylon Grosjean, Henzi; Müller (75. Aliu); Stauffer, Arifi (61. Osmani); Schrittwieser, Hunziker (46. Veronica); Chatton.

Bemerkungen: Luzern II ohne Riedmann (gesperrt), Diaz, Rüedi, Bertucci (alle krank), Heric, Males (beide verletzt), Mistrafovic, Lang (beide Aufbautraining) und Bühlmann (nicht im Aufgebot). – Solothurn ohne Du Buisson (Ausland), Koch (Ausbildung), Asani (Aufbautraining), Philippe Gerspacher und Micelli (beide nicht im Aufgebot). – 13. Lattenschuss Wolf, 53. Tonelli Pfostenschuss. – Ver­war­nun­gen: 30. Stauffer (Foul), 81. Jeffrey Grosjean, 84. Hasanovic (beide Reklamieren) und 95. Schrittwieser (Foul). – Eck­bälle 6:3 (4:1).

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