Eiskunstlauf
Wieder festen Boden unter den Kufen

2014 finden in Sotschi die Olympischen Winterspiele statt. Im gleichen Jahr feiert der EC Solothurn-Zuchwil sein 80-jähriges Bestehen. Eine, die an beiden Anlässen – Stand heute – vor Ort sein wird, ist Claudia Moor.

Daniel Weissenbrunner
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Verteilt Bestnoten: Präsidentin Claudia Moor ist vom neuen Geist im EC Solothurn-Zuchwil begeistert.Marcel Bieri

Verteilt Bestnoten: Präsidentin Claudia Moor ist vom neuen Geist im EC Solothurn-Zuchwil begeistert.Marcel Bieri

Marcel Bieri

Die 46-Jährige Claudia Moor gehört zum Kommentatorenteam beim Schweizer Fernsehen mit dem Schwerpunkt Eiskunstlauf. Die grossen Erfolge von Stéphane Lambiel und Sarah Meier in den letzten Jahren verfolgte Moor vom Kommentatorenplatz aus.

Die gebürtige Berlinerin kam vor 15 Jahren in die Schweiz. Sie arbeitete in Deutschland unter anderem beim ZDF im Sport. Der Liebe wegen habe sie dann Land und Sender gewechselt, wie sie schmunzelnd erwähnt. Zum Kommentieren und zum Eiskunstlauf sei sie wie die Jungfrau zum Kind gekommen. Das Schweizer Fernsehen suchte Ersatz für Reporterlegende Max Wolf. Moor hat ein internes Casting gewonnen und arbeitet seither in einem 50-Prozent-Pensum für das Sportressort.

Verein nahe am Kollaps

Neuerdings ist Claudia Moor auch Präsidentin des ECSZ. Um präzis zu sein, wieder. Die in Biel wohnhafte Eiskunstlauf-Expertin bekleidete das Amt bereits vor einigen Jahren einmal. «Der Verein befand sich damals in einer schwierigen Situation. Es hatte einigen Stress gegeben», erinnert sich die Mutter einer elfjährigen Tochter ungern.

Nach Unregelmässigkeiten in der Buchführung trennte man sich vom vollamtlichen Trainer. Die Probleme waren damit aber nicht vom Tisch. Im Gegenteil, die Unruhe blieb. Der Klub kämpfte mit strukturellen Problemen. Es entstand ein Flickwerk von Notlösungen, was sich auf den Mitgliederbestand nachteilig auswirkte. Moor zog ebenfalls die Konsequenzen und wechselte nach Biel. Beim EC Solothurn-Zuchwil stellte sich die Existenzfrage. Der Verein stand vor der Auflösung.

Neu formiertes Team

Dass es nicht so weit gekommen ist, liegt am neu formierten Team – um Rückkehrerin Claudia Moor. Der dreiköpfige Vorstand (mit Katja Blazko und Astrid Szélpal) hat zeitgemässe Strukturen geschaffen und die schwierige Trainerfrage auf eine elegante Art gelöst. Drei Berufstrainerinnen teilen sich die Lektionen auf. Moor überzeugt im neuen Konstrukt der Idealismus der einzelnen Mitglieder. «Ihnen geht es nicht ums eigene Ego, sondern um die Sache.»

Den zeitlichen Aufwand, den Moor auf sich nimmt, ist beträchtlich. Dreimal pro Woche ist sie im Sportzentrum in Zuchwil anzutreffen. «Was ich tue, tue ich mit Leidenschaft, oder gar nicht», beschreibt sie ihre Motivation. «Der ECSZ wird hoffentlich mit der Hilfe aller engagierten Leute wieder ein Klub, wo sich die Mitglieder
wohlfühlen und ihren Sport, auf egal welchem Niveau, mit Spass ausüben können.»

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