Swiss League
Wie weiter? - Der EHC Olten gibt auch in Visp ein desaströses Bild von sich und verliert 1:4

Die Reaktion auf die jüngste 0:6-Niederlage gegen Kloten ist dem EHC Olten missglückt. Die Powermäuse müssen sich auch gegen den EHC Visp geschlagen geben. Nach einem schwachen Mitteldrittel unterliegen die Oltner im Wallis mit 1:4.

Silvan Hartmann
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Der EHC Olten gastiert auswärts beim EHC Visp. Das erste Duell gegen die Walliser konnte Olten zu Hause 4:2 gewinnen.
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Garry Nunn vor dem Tor von Visp-Goalie Dennis Saikkonen.
Olten-Topscorer Garry Nunn führt die Scheibe.
Dion Knelsen wird von Fabian Eggenberger bedrängt.
Die ersten 20 Minuten der Partie endete torlos 0:0.
Fabian Haberstich und Dion Knelsen (r.) im Zweikampf.
Melvin Merola (r.) im Duell mit Janis Elsener. Der Visper erzielte im 2. Drittel das zwischenzeitliche 2:0.
Sandro Brügger mit einem Abschluss vor Silas Matthys. Visp erzielte im zweiten Drittel drei Treffer.
Und wieder war es ein Mitteldrittel zum vergessen. Visp traf einmal bei Gleichstand, einmal in Überzahl und einmal im Unterzahl.
Jens Nater hat sich im zweiten Anschnitt am Ohr verletzt.
Evgueni Chiriayev mit einem Abschluss im zweiten Drittel.
Philipp Rytz im Einsatz.
Dion Knelsen gegen Torhüter Dennis Saikkonen und Valentin Pilet.
Oltens Cedric Maurer gegen Stefan Spinell.
Diego Schwarzenbach (r.) und Marc Steiner kämpfen um die Scheibe.
Enttäuschte Gesichter beim EHC Olten nach Spielschluss. Erneut gehen die Powermäuse als Verlierer vom Eis.
Olten-Trainer Fredrik Söderström kann mit der Reaktion auf die 0:6-Niederlage gegen Kloten nicht zufrieden sein.

Der EHC Olten gastiert auswärts beim EHC Visp. Das erste Duell gegen die Walliser konnte Olten zu Hause 4:2 gewinnen.

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10 Gegentore in zwei Spielen, 2 mickrige geschossene Törchen in drei Partien – das ergibt 23 Punkte und Rang 7. Wäre es heute eine Endabrechnung nach der ­Qualifikation, der EHC Olten hätte nicht einmal einen Playoffplatz auf sicher. In einer Liga, in welcher in den letzten Jahren der Weg dorthin ein Selbstläufer war. Diese Zahlen sprechen für sich – die Krise ist perfekt.

1:4 verliert der EHC Olten beim kriselnden Visp, das nach neun Niederlagen aus 12 Spielen notabene auf nicht weniger als sieben namhafte Stammkräfte verzichten musste.

«Irgendwie gewinnen» lautete die Devise vor dem Spiel von Verteidiger Philipp Rytz. Und vor allem soll konzentriert von der ersten bis zur letzten Minute die Leistung abgerufen werden. Um dies sicherzustellen, hatte Fredrik Söderström ein weiteres Mal die Aufstellung wild durcheinander gewirbelt und liess dafür sogar das Importduo Knelsen/Nunn nicht mehr gemeinsam auflaufen.

Ein kapitaler Fehler im Spielaufbau

Es nutzte alles nichts. Der EHC Olten schien in der Anfangsphase überrascht zu sein von diesem verunsicherten EHC Visp, der sich auf der Suche nach Selbstvertrauen befindet und deshalb die Partie abwartend und mit viel Respekt anging.

Die Powermäuse passten sich fast schon der Gemütlichkeit halber dem Gastgeber an, warum auch nicht? So genügte vorerst eine Leistung mit angezogener Handbremse, um das Spiel dennoch zu kontrollieren. Viel Zug aufs Tor war nicht zu sehen, symptomatisch dafür verzeichneten die Oltner im Startdrittel in Unterzahl die gefährlichsten Chancen. Als eine davon durften Knelsen und Nunn in surrealem Zeitlupentempo unbedrängt die Scheibe im Slot hin und her schieben, ehe sie am Torhüter scheiterten.

Es war nur eine Frage der Zeit, bis eine solche Fahrlässigkeit bestraft werden musste: Ausgerechnet Philipp Rytz, der vorgängig an die Konzentration appellierte, verliert im Spielaufbau die Scheibe als hinterster Mann. Er wurde von Daniel Carbis überrascht, der trotz freier Laufbahn unerklärlicherweise mit einem Rückpass seinen Teamkollegen miteinbeziehen wollte. Visps Fadri Riatsch luchste die Scheibe ab und brachte Visp in Führung.

Wieder ein desaströses Mitteldrittel

Von diesem Schock erholte sich der EHC Olten nicht mehr, während Visp mit der Führung seinen gesuchten Aufsteller fand. Mit einem satten Distanzschuss in Überzahl erhöhte Melvin Merola auf 2:0. Und nur eine Minute später sorgte Visps Marc Steiner mit einem Tor in Unterzahl für die Oltner Höchststrafe. 0:3 hiess es in den zweiten 20 Minuten. Wieder ein desaströses Mitteldrittel, welches bereits in Kloten mit 0:5 verloren ging und der Ursprung der Kanterniederlage war.

Im Schlussabschnitt hatte Silvan Wyss nach nur 40 Sekunden mit viel Überzeugung die Scheibe ins Tor gestochert. Die frühe aufkeimende Hoffnung im Schlussabschnitt entwich aber allmählich wieder dem Frust, weshalb sich die EHCO-Spieler viel mehr mit dem Gegner beschäftigten, statt sich auf die eigene Leistung zu konzentrieren.

Die Zeit rannte allmählich davon, ehe Torhüter Matthys, der seine Teamkollegen noch vor einer viel höheren Niederlage bewahrte, einem Feldspieler Platz machte. Visp sorgte mit dem 4:1 ins leere Tor schliesslich dafür, dass Oltens miserable Leistung auch auf dem Matchblatt noch etwas Gewicht bekam.

Die Krise ist perfekt. Und die Frage will gestellt sein: Wie weiter, EHC ­Olten?

Visp – Olten 4:1 (0:0, 3:0, 1:1)

Lonza Arena. – 50 Zuschauer. – SR Salonen (FIN)/Staudenmann, Nater/Bichsel. – Tore: 24. Riatsch 1:0. 33. (32:29) Merola (Haas/Powerplaytor) 2:0. 34. (33:44) Steiner (Holdener/Unterzahltor!) 3:0. 41. (40:40) Silvan Wyss (Philipp Rytz/Powerplaytor) 3:1. 60. (59:22) Van Guilder (Unterzahltor!) 4:1 (ins leere Tor). – Strafen: 8mal 2 Minuten gegen Visp, 9mal 2 plus 10 Minuten (Hüsler) gegen Olten.

Visp: Saikkonen (Rochow); Eggenberger, Steiner; Krähenbühl, Furrer; Blaser, Wyss; Pilet; Haberstich, Van Guilder, Holdener; Burgener, Ritz, Riatsch; Haas, Brügger, Merola; Berger, Hofstetter, Spinell; Petrig.

Olten: Matthys (Simon Rytz); Philipp Rytz, Weisskopf; Nater, Lüthi; Elsener, Maurer; Heughebaert; Oehen, Weder, Hüsler; ­Othmann, Knelsen, Schirjajew; Wyss, Fuhrer, Nunn; Carbis, Rexha, Schwarzenbach; ­Portmann.

Bemerkungen: Olten ohne Fogstad Vold, Fuss, Gurtner (alle verletzt) sowie Daneel (überzählig). Visp ohne Camperchioli, Josephs, Lory, Wiedmer, Heynen (alle verletzt), Schaller, Ranov (beide überzählig), Lütolf (krank) sowie Sterchi, Burren (beide abwesend).

Partie verpasst? Lesen Sie den Spielverlauf hier im Liveticker nach: