EHC Olten
Wie Ueli Huber im Spitzenkampf gegen La Chaux-de-Fonds plötzlich zum Penaltyhelden avancierte

Nach dem 4:3-Sieg gegen Chaux-de-Fonds ist Ueli Huber beim EHCO der Aufsteiger. Nur war dem 21-Jährigen erst gar nicht bewusst, dass er sich gegen den Leader zum Matchwinner gemacht hatte. Am Mittwoch trifft Huber nun mit dem EHCO im Cup auf seinen Ausbildungsklub, den EV Zug.

Yann Schlegel
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EHCO-Matchwinner Ueli Huber im Zweikampf mit David Stämpfli.André Grossenbacher

EHCO-Matchwinner Ueli Huber im Zweikampf mit David Stämpfli.André Grossenbacher

Bildagentur TOPpictures

Als der Oltner Heimsieg gegen die Chaux-de-Fonniers nach Penaltys perfekt war, hatte sich ein Kreis geschlossen. Und nur einer hatte es nicht bemerkt: Ueli Huber.

Hubers grosser Abend begann in der 15. Minute, als Torhüter Dominic Nyffeler den wirbligen Flügelstürmer mit einem langen Flippass lancierte. Der gebürtige Luzerner nutzte in der Folge den Sturz von Chaux-de-Fonds-Verteidiger Patrick Zubler dankend zu einem zügigen Rush auf Giovanninis Tor aus – dem Neuenburger Schlussmann blieb nur das Nachsehen. Wie Huber berichtet, hatte Torhüter Nyffeler im Training mit einem Weitschuss den leeren Kasten getroffen und er meinte, er würde dies im Match wiederholen. «Nun wurde es halt ein Pass», witzelte Huber hinterher.

Dass dem Viertlinienflügel Huber gegen den Spitzenreiter ein ausgezeichnetes Spiel gelang, war auch Headcoach Mansi nicht entgangen. Er schenkte dem 21-Jährigen viel Vertrauen und schickte ihn in der Verlängerung aufs Eis – das Penaltyschiessen wurde Tatsache und Huber nahm auf der Bank Platz. «Ich weiss nicht, ob er es extra gemacht hat, aber der Coach kam erst zwei Sekunden vor dem Penalty und sagte: ’Komm, geh!’». Abgebrüht setzte Huber seinen kurzfristig gefassten Penalty-Plan um – Giovannini war geschlagen. Huber wendete ab, ohne gross zu jubeln, und wurde prompt von seinen Teamkollegen überrannt und an die Bande gedrückt. «Als er drin war, hab ich zunächst gar nicht bemerkt, dass wir nun gewonnen haben. Es ging ein bisschen zu schnell», lacht Ueli Huber – der gefeierte Held des Vorabends – am Tag danach über die Szene.

«Es ist natürlich schön, wenn es so aufgeht – aber es heisst nicht, dass es immer so läuft. Deswegen habe ich es gestern umso mehr genossen», weiss der Aufsteiger im Kader von Olten das von Mansi entgegengebrachte Vertrauen zu schätzen. In seiner Rookie-Saison biss der technisch begabte Stürmer unter Heikki Leime hartes Brot, figurierte 24-mal auf dem Matchblatt, musste sich jedoch oft mit der Rolle des 13. Stürmers begnügen. «Ich wusste ja, als ich hierhin kam, dass es ein Topteam der NLB ist, daher war ich nur schon froh, nach dem Tryout einen Vertrag unterschreiben zu können», so Huber.

 Der Ex-Oltner Verteidiger Fabian Ganz (l.) im Bandenkampf gegen Ostens Marco Truttmann (r.).
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 Die Oltner wanken, in die Knie gezwungen sind sie jedoch noch längst nicht. Im Gegensatz zu Mäder im Zweikampf mit Jaquet.
 Stürmer Ueli Huber trifft für den EHC Olten.
 Olten-Stürmer Diego Schwarzenbach(l.) im Kampf um den Puck gegen Verteidiger Raphael Erb(r.) von La Chaux-de-Fonds.
 Verteidiger von Neuenburg, David Staempfli (l.), im Bandenkampf gegen Oltens Ueli Huber (r.)
 Topscorer Gedig kann nur durch ein Foul vom Torerfolg abgehalten werden.
 Ueli Huber trifft zur 1:0 Führung für den EHC Olten
EHC Olten - La Chaux-de-Fond 18.10.16
 Der EHCO Topscorer Curtis Gedig.

Der Ex-Oltner Verteidiger Fabian Ganz (l.) im Bandenkampf gegen Ostens Marco Truttmann (r.).

Andre Grossenbacher

Nach Ausbildungsjahren bei Luzern und Zug ist Olten für Huber erst die dritte Station. Der Schritt von den Nachwuchsabteilungen ins NLB-Klima ist ihm geglückt. Nächste Woche wird Huber gleich nochmals mit einem höheren Level konfrontiert, wenn ihm und seinen EHCO-Teamkollegen im Schweizer Cup gestandene NLA-Spieler von Zug gegenüberstehen. Huber glaubt an die Oltner Chancen, gegen das NLA-Spitzenteam seines Ausbildungsklubs bestehen zu können. «Wenn wir defensiv gut spielen und uns keine individuellen Fehler leisten, ist alles möglich.» Die beiden Oltner Coaches werden am Freitag den EVZ «scouten», um ihre Schützlinge bestmöglich auf den Cup-Fight vorzubereiten. Aber auch gegen den Oberklassigen aus Zug wird Maurizio Mansis Maxime Gültigkeit haben: «Es gibt keinen Ersatz für harte Arbeit – es ist den Preis, den wir für den Erfolg bezahlen müssen.»