Die schwere Verletzung von Isaac Rosén hält Schweizer Meister SV Wiler-Ersigen auch zu Beginn des neuen Jahres in Atem. Wir erinnern uns ungern: In der Schlussphase des zweitletzten Meisterschaftsspiels 2014 knickte der letztjährige MVP der Nationalliga A plötzlich um. Es waren unschöne Bilder. Den damaligen 7:4-Sieg in Winterthur bezahlte man teuer, Rosén schied mit Verdacht auf eine schwere Fussverletzung aus. Humpelnd verabschiedete sich der 28-jährige Schwede vor Weihnachten von der Mannschaft und reiste für ein paar Tage in die Heimat.

Ein MRI brachte schliesslich die Gewissheit: Die Bänder im rechten Fussgelenk sind gerissen. Wenn Rosén auf eine Operation verzichtet, kann er eventuell Anfang Februar wieder spielen. Doch Wilers Trainer Johan Schönbeck ist skeptisch: «Solche Verletzungen können auch acht und mehr Wochen Ausfall bedeuten.» Bis vor zwei Tagen war an den Beginn der Reha nicht zu denken. «Isaac hat immer noch starke Schmerzen im Fuss», sagt Schönbeck, der mit seinem Star über die Festtage in telefonischem Kontakt stand.

Umstellungen vonnöten

Wilers Trainer gibt den Pragmatiker. «Wenn ich etwas in meiner Zeit hier gelernt habe, dann ist das, auf Umstellungen zu reagieren.» Denn Rosén ist nicht der einzige offensive Akteur, der im Gegensatz zu den Dezember-Spielen nicht mehr dabei ist. Patrick Mendelin befindet sich seit der WM auf Weltreise und wird erst im Februar zurück erwartet, Nico Berlinger schloss sich jüngst den Grasshoppers an.

«Wir haben trotzdem Möglichkeiten im Sturm», so Schönbeck. Henrik Olofsson beispielsweise kann hinten wie vorne spielen. Dave Wittwer wäre auch eine Variante, doch der 27-jährige Burgdorfer plagt sich seit geraumer Zeit mit Schmerzen im Fussgelenk herum. Und da wäre auch noch Captain Fankhauser, der sich beim Jahresabschluss in Kloten nach einem Ellbogencheck einen Brummschädel holte.

Relativierte Bedeutung

Man darf gespannt sein, welche offensiven Lösungen Schönbeck morgen Sonntag beim Spitzenspiel gegen Köniz (18 Uhr, Sportzentrum Zuchwil) aus dem Hut zaubert. Ob er das neue Traumtrio Christoph und Matthias Hofbauer sowie Lassi Vänttinen – der Rückkehrer gibt sein Heimspieldebüt – erneut zusammen stürmen lässt, wollte Schönbeck noch nicht verraten. «Warten wir mal die Trainings ab.»

Viel Zeit zum Pröbeln haben die Wiler indes nicht. Nach der Festtagspause stand gestern ein erstes Training an, heute folgt das zweite, morgen bereits das Spiel. «Die Partie gegen Köniz ist natürlich wichtig und wir wollen auch den Sieg um jeden Preis», sagt Wilers Trainer, «entscheidend für den weiteren Verlauf der Qualifikation wird sie aber nicht sein.»