Volleyball
Wie gewohnt fünf Sätze in Genf und besseres Ende für den TVS

Nach dem souveränen 3:0-Sieg am Samstag gegen Amriswil verschlief der TV Schönenwerd 24 Stunden später in Genf den Start in die Partie und gewann nach einem 0:2-Rückstand erst im Tiebreak.

Cheryl Walter
Merken
Drucken
Teilen
Gratispunkte wie diesen gabs für die Schönenwerder, hier mit Christoph Hänggi, Jordan Richards und Leandro Gerber (von links) sowie Reto Giger im Hintergrund, gestern im Auswärtsspiel bei Chênois nur wenige.

Gratispunkte wie diesen gabs für die Schönenwerder, hier mit Christoph Hänggi, Jordan Richards und Leandro Gerber (von links) sowie Reto Giger im Hintergrund, gestern im Auswärtsspiel bei Chênois nur wenige.

HR.Aeschbacher

Weniger als einen Monat vor dem Cup-Viertelfinal lieferten sich Chênois und Schönenwerd einmal mehr ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen: «In Genf spielen wir immer über fünf Sätze – meist mit dem besseren Ende für uns», zeigt sich Mittelblocker Hänggi nach der Partie erfreut. Nach einem TVS-Sieg sah es zu Beginn des gestrigen Spiels jedoch nicht aus. Zwar waren es dieselben sechs Spieler, die einen Tag zuvor gegen Amriswil gross aufspielten, welche gestern gegen Chênois in der Startaufstellung standen, doch von der Spritzigkeit und Entschlossenheit vom Samstag war gestern zu Beginn der Partie nicht allzu viel zu sehen. Die Genfer hingegen, welche ihrerseits am Samstag gegen Jona 0:3 untergingen, punkteten immer wieder durch ihren portugiesischen Topscorer Vieira. Er war es auch, der nach einem Schönenwerder Block-Out den ersten Umgang ins Trockene brachte. Im zweiten Durchgang leisteten sich beide Teams viele Servicefehler, und keiner der beiden Kontrahenten vermochte sich entscheidend abzusetzen. In der Money Time war es dann wieder der glänzend aufspielende Genfer Topscorer, welcher auch den zweiten Satz, und damit mindestens einen Punkt, für sein Team gewinnen konnte.

Eichenberger leitete Wende ein

Nach der zehnminütigen Pause kam der TVS wacher und entschlossener aufs Spielfeld zurück. Für Richards spielte nun Eichenberger auf der Diagonalposition. Mit einem Block brachte dieser sein Team im dritten Satz mit 5:1 in Führung, was den gegnerischen Coach bereits zu einem frühen Timeout zwang. Den Vorsprung vermochten die Solothurner in der Folge mit viel Spielfreude weiter auszubauen und bis zum 25:16 Satzgewinn durchzuziehen. Mit denselben Akteuren startete «Schöni» in den vierten Durchgang, welcher mit einer akrobatischen Ballrettung von Eichenberger begann. Im weiteren Satzverlauf kamen keinerlei Zweifel mehr auf, dass die Gäste den Satzausgleich schaffen, und damit die Wende in dieser Partie herbeiführen würden.

«Respekt für die Reaktion»

Nachdem die Platzherren in den Sätzen drei und vier kaum gesehen wurden, waren sie im Tiebreak wieder hellwach. Dem Publikum wurde ein äusserst spannender und ausgeglichener Entscheidungssatz geboten. Unterdessen hatten die Schönenwerder ein Rezept gegen Topscorer Vieira gefunden, den sie mit mehreren spektakulären Blockpunkten zu stoppen vermochten. Sinnbildlich dafür war ein Blockpunkt von Gerber gegen Vieira, welcher den Gästen den ersten Matchball brachte. Ein wuchtiger Angriff der Gastgeber, knapp neben die Seitenlinie geschlagen, entschied die Partie anschliessend und liess die Wogen in einem emotionalen Spiel nochmals hochkochen. Die sechs gezeigten Karten, die letzte davon eine gelb-rote nach dem Abpfiff, was während der Partie einer Spielerdisqualifikation gleichgekommen wäre, verdeutlichen dies: «Uns motiviert eine emotionale Stimmung», gab sich Mittelblocker Hänggi nach dem Spiel wenig beeindruckt. Und Coach Bujar Dervisaj, ein wenig enttäuscht über den unnötig vergebenen Punkt, zollt seinen Spielern Anerkennung: «Schade, dass wir nicht an die Leistung gegen Amriswil anknüpfen konnte, aber grosser Respekt für die Reaktion der Spieler nach dem 0:2-Rückstand. Das war eine tolle Teamleistung.»