Fussball
Wie geht es mit dem FC Grenchen weiter?

Die gesamte Geschäftsleitung des FC Grenchen ist zurückgetreten. Wie sieht die Zukunft des Traditionsvereins aus? Am Donnerstag soll über das weitere Vorgehen informiert werden.

Daniel Weissenbrunner
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Dicke Luft beim FC Grenchen: Am kommenden Donnerstag soll an der Vereinsversammlung über das weitere Vorgehen informiert werden.

Dicke Luft beim FC Grenchen: Am kommenden Donnerstag soll an der Vereinsversammlung über das weitere Vorgehen informiert werden.

Hans Peter Schläfli

Polemik wäre unangebracht. Dafür ist die Lage zu ernst und steht zu viel auf dem Spiel. Der FC Grenchen beheimatet insgesamt zehn Mannschaften, davon sieben Juniorenteams.

Fest steht aber: Der FC Grenchen befindet sich in einer äusserst ungemütlichen Situation. Nach dem angekündigten Rücktritt der gesamten Geschäftsleitung Ende letzten Jahres müssen sich Verein und auch die Stadt Grenchen ernsthafte Gedanken zur Zukunft des Traditionsvereins machen.

Nur: Nach der Bekanntgabe der Demission von Präsident Mario Bernasconi, Finanzchef Urs Erb, Sportchef Reto Andres und Juniorenobmann Tomas Jorge blieb es erstaunlich ruhig. Keine Leserbriefe, keine öffentlichen Diskussionen. «Wir müssen nicht lange um den heissen Brei herumreden, ich hatte maximal drei Reaktionen auf den Entscheid», wundert sich Mario Bernasconi.

Entsprechend bescheiden sind seine Erwartungen für die anberaumte Vereinsversammlung vom kommenden Donnerstagabend. «Es geht auch nicht um Erwartungen», stellt er richtig. «Wir wollen die Mitglieder aus erster Hand über unseren Entschluss informieren.»

Wenig Resonanz und Reaktionen

Ausschlaggebend für den Rücktritt in corpore war der abschlägige Entscheid der Stimmbürger zum geplanten Kunstrasen, der die prekäre Trainingssituation, insbesondere bei Schlechtwetter, hätte entschärfen sollen.

Eine Zweitdrittelmehrheit stemmte sich im vergangenen Herbst gegen das Projekt. «Das eindeutige Resultat zeigte deutlich auf, dass der Stellenwert des FC Grenchen in der Stadt erschreckend klein ist», so Bernasconi.

Der gleichen Ansicht ist Bernasconis Vorstandskollege und Hauptsponsor Urs Erb. Auch beim langjährigen Mäzen des Vereins gingen in den letzten Wochen kaum Reaktionen ein. Für ihn absolut unverständlich: «Der FC Grenchen ist eine Marke, die nicht von der Bildfläche verschwinden darf.»

Erb und Bernasconi trafen sich unter anderem mit Stadtpräsident Boris Banga, ohne dass dabei ein zählbares Resultat herausgeschaut hätte. Erb macht den Behörden zwar keinen direkten Vorwurf, er ist aber nach wie vor überzeugt, dass man mit etwas mehr gutem Willen dem Projekt zum Durchbruch hätte verhelfen können.»

Nicht die Lichter ausschalten

Sowohl für Erb wie auch für Bernasconi ist es schleierhaft, wie es im Sommer mit dem FC Grenchen weitergehen soll. Es sei nicht mehr an ihnen, nach Lösungen zu suchen.

«Wir sind aber sicher bereit, für einen geordneten Übergang Hand zu bieten», sagen beide übereinstimmend. An ihrem Entscheid halten sie indes fest. «Der ist unumstösslich», lässt Erb keinen Spielraum für allfällige Spekulationen.

Er zeichnet vielmehr mögliche Szenarien auf: Von einer neuen schlagkräftigen Crew bis hin zu einer Fusion mit anderen Grenchner Klubs sei für ihn alles denkbar. Nur eines hofft er nicht: «Dass beim FC Grenchen die Lichter ausgehen werden.»