2. Liga inter

Wie ein Heimteam aufgetreten: Der FC Olten gewinnt das Derby gegen Dulliken

Oltens 1:0-Torschütze Hazir Zenuni lässt Dullikens Verteidiger Edon Llapashtica ins Leere laufen.

Oltens 1:0-Torschütze Hazir Zenuni lässt Dullikens Verteidiger Edon Llapashtica ins Leere laufen.

Im Derby gegen Dulliken ging es für den FC Olten um den Nicht-Abstiegsplatz. Dank einer überzeugenden Leistung in der Partie kann Olten nun auf dem achten Platz der Tabelle überwintern.

Oltens Trainer Ryszard Komornicki musste zum Abschluss der Vorrunde noch einmal gehörig an seiner Elf basteln. Mit Avni Halimi, Burim Hasanramaj und Mateusz Pankowski fehlten gleich drei Spieler wegen Sperren. Dazu eine Handvoll Verletzte sowie Abwesende.

Mario Simic musste in seinem erst zweiten Saisonspiel auf der ungewohnten Position des Innenverteidigers ran. Im Mittelfeld liefen neben den beiden Polen Piotr Fortuna und Bartlomiej Gliniak die eigentlich im Kader der zweiten Mannschaft figurierenden Xaver Meyer und Ramasan Hasani auf. Hinter der alleinigen Sturmspitze Hazir Zenuni kam zum dritten Mal der vom FC Wohlen gekommene Bonmati Amoros zum Zuge. «Wir hatten nie eine konstante Startelf. Ich musste immer wieder umstellen und neue Spieler bringen», fasste Komornicki die Vorrunde zusammen.

Ein richtiger Strichkampf

Im Derby gegen den FC Dulliken stand für die Oltner der Nicht-Abstiegsplatz auf dem Spiel. Die erste Halbzeit war zäh, ein richtiger Strichkampf. Olten hatte die besseren Chancen. Gliniak schob in der 23. Minute knapp am entfernten Pfosten vorbei und Amoros sah seinen Schuss in der 30. Minute von Dullikens Goalie Schenk glänzend pariert. Für die Dulliker kam Verteidiger Tastan zweimal bei Standards zu guten Kopfballgelegenheiten.

«Dulliken ist in der ersten Halbzeit sehr robust aufgetreten», sagte Komornicki. «In der Pause habe ich meinen Spielern gesagt, dass wir wie ein Heimteam auftreten müssen. Das heisst, selber agieren, statt dem Gegner zuzuschauen, was er macht.»

Wegweisender Blitzstart

Komornicki zog in der Pause bereits die erste Wechseloption und brachte auf der linken Aussenbahn Schifferle für Gliniak. Für das schnelle 1:0 nach der Pause sorgte derweil der rechte Flügel Xaver Meyer. Er enteilte seinem Bewacher, spielte den Ball quer in den Sechzehner, wo Hazir Zenuni mit seinem vierten Saisontor vollendete. «Wir hatten in jedem Spiel in der Vorrunde schwache Phasen, aber auch viele sehr gute, sogar sensationelle», so Komornicki.

Gegen den FC Dulliken nutzten die Oltner ihre beste Phase zu zwei weiteren Toren. In der 60. Minute gings mal schnell, direkt und schnörkellos: Zenuni auf Fortuna, der weiter zu Amoros, Flachschuss, 2:0. Für die Entscheidung sorgte acht Minuten später ein Schuss von Golob, den Amoros zum 3:0 ablenkte. Immerhin gelang den Dullikern noch das schönste Tor des Spiels. Morina traf in der 77. Minute aus 25 Metern genau ins Lattenkreuz.

Damit war wieder etwas Pfeffer drin im Derby. Dulliken rannte verzweifelt an, war mit sich und den Entscheiden der Unparteiischen nicht zufrieden, was im Platzverweis von Trainer Alessandro Rizzo gipfelte, und durfte nochmals jubeln. Duraku verkürzte in der vierten Minute der Nachspielzeit auf 2:3. Es war aber die letzte Aktion des Spiels.

Viel mehr als erhofft

«Man muss die Geschichte hinter dem Resultat sehen», unterstrich Komornicki die widrigen Umstände während der ganzen Vorrunde. «Ich mache allen, die mitgezogen haben, ein riesiges Kompliment für diese Vorrunde. Dass wir über dem Strich überwintern, hätte wohl niemand gedacht.»

Der Grundstein dafür ist die Heimstärke der Oltner. Das 3:2 gegen Dulliken war der vierte Dreier vor eigenem Anhang in Folge. In der Fremde holte der FCO dagegen nur einen Zähler. Die insgesamt 14 Punkte bedeuten Platz acht nach der Vorrunde, viel mehr als erhofft werden konnte – Dulliken und Wangen bei Olten liegen unter dem Strich. Im Winter muss aber etwas gehen beim FCO, es braucht ein fixes 18- bis 20-Mann-Kader für die Rückrunde. Ob Komornicki dann noch auf dem Kleinholz sein wird, liess der 59-Jährige offen.

Autor

Raphael Wermelinger

Raphael Wermelinger

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