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Wer ist der Mann, den der FC Solothurn zum Präsidenten wählt?

Er ist Netzwerker, Ehemann und vieles mehr – Samuel Scheidegger, der am Donnerstag zum neuen Präsidenten des FC Solothurn gewählt werden soll.

Daniel Weissenbrunner
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Nicht Ersatzbank, sondern Chefsessel: Samuel Scheidegger, der neue Präsident des FC Solothurn.

Nicht Ersatzbank, sondern Chefsessel: Samuel Scheidegger, der neue Präsident des FC Solothurn.

Daniel Weissenbrunner

Adrett gekleidet, blaues Hemd, schwarze Hose. Gepflegtes Auftreten. Höflich, überlegt in der Wortwahl, lichtes Haar. Samuel Scheidegger erfüllt das Klischee eines Vereinspräsidenten. Tatsächlich?

Verschmitztes Lachen, jugendliches Aussehen. Er stellt sich vor: «Ich bin der Sämi.» Sämi würde problemlos ins 1.-Liga-Team des FC Solothurn passen. Denn Sämi hat eine sportliche Statur und ist vor allem erst 29 Jahre alt oder in seinem Fall jung.

Läuft alles wie geplant, laufen künftig die Fäden im Klub bei Samuel Scheidegger zusammen. Der Sohn des früheren Solothurner Stadtpräsidenten Urs Scheidegger stellt sich am Donnerstag an der Generalversammlung zur Wahl für das zuletzt vakante Amt an der Vereinsspitze.

Eine Modernisierung des Vereins

Der designierte starke Mann des FC Solothurn hat sich in den vergangenen Monaten einen Einblick verschafft. Er nahm an Sitzungen teil und führte zahlreiche Gespräche. Scheidegger, das wird aus seinen Aussagen schnell klar, will dem Traditionsverein eine neue Handschrift geben, moderner, mit zeitgemässen Strukturen.

Er will die Arbeit, die zuletzt auf wenigen Personen lastete, auf mehr Schultern verteilen und die Prozessabläufe, wie er es gerne betont, optimieren. Was abstrakt klingen mag, gehört für ihn zum geschäftlichen Alltag. Samuel Scheidegger, der in Hubersdorf wohnt, kümmert sich um das IT-Management eines Bankennetzwerks.

Ein Vergleich zwischen seinem beruflichen Werdegang und seiner bevorstehenden Aufgabe beim FC Solothurn ist durchaus angebracht. Samuel Scheidegger, der gelernte Mediamatiker, schaffte es bis in die Direktion einer renommierten Schweizer Bank. Mit 28 Jahren. Er erwähnt es beiläufig in einer Selbstverständlichkeit, in einer unaufgeregten Art.

Kaum etwas bringt ihn aus der Ruhe

Schwer vorstellbar, dass diesen Mann überhaupt etwas aus der Ruhe bringt. «Ich bin ein ausgeglichener Mensch, ja – und mich reizen Herausforderungen», beschreibt er sich selbst. Deshalb auch der Entscheid, beruflich etwas Neues aufzubauen und gleichzeitig die Anfrage des FC Solothurn positiv zu beantworten.

«Der FC ist eine Herzensangelegenheit». Scheidegger wurde mit dem Verein gross. Er erlebte 1998 die Aufstiegsspiele in die Nationalliga A gegen den FC Basel als kleiner Junge. Er spielte als Junior mit Gökhan Inler in der gleichen Mannschaft. Er erinnert sich, wie sein Vater ihn und den heutigen Captain der Schweizer Nationalmannschaft ins Training fuhr.

Apropos Herausforderung: Der grössten Challenge in seinem Leben hat sich Scheidegger jüngst privat gestellt. Er ist seit Mai verheiratet. «Glücklich», fügt er lachend an. Und wie es sich für den umtriebigen kommenden Vereinspräsidenten, Unternehmer und Jung-Ehemann gehört, führt die Hochzeitsreise nicht an irgendeinen einsamen Strand, sondern Anfang November mit Gattin Jasmine an den New-York-Marathon.