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Mike Kurt (31, Wiedlisbach): Für den Kanuten heisst es so gut wie sicher Koffer packen und auf nach London. Mit dem 14. Platz bei der WM hat er den Quotenplatz für die Schweiz geholt. Kurts Olympia-Chancen stehen gemäss seinem Trainer bei 90 Prozent. Es fehlt im nächsten Jahr nur noch ein Top-15-Platz in einem Weltcup-Rennen oder der EM. Für den Wiedlisbacher eine mehr als lösbare Aufgabe.

Pius Schwizer (49, Oensingen): Er ist zurzeit der beste Schweizer Springreiter in der Weltrangliste. Und weil sich die Schweiz bei der EM in Madrid für London qualifiziert hat, stehen die Chancen von Schwizer sehr gut. «Im Moment spricht alles für ihn», sagt der Schweizer Equipenchef Urs Grünig. «Wenn ich morgen aufbieten müsste, dann wäre er
dabei.» Schwizer sei ganz klar ein Spitzenkandidat für einen Olympia-Startplatz.

Nathalie Schneitter (25, Lommiswil): Die zurzeit beste Schweizer Mountainbikerin kann sich auf dem Weg nach London nur selber schlagen. Sie ist die Topfavoritin auf einen der zwei Startplätze. In den ersten vier Weltcup-Rennen 2012 wird sich alles entscheiden. «Ich erwarte von ihr, dass sie die Qualifikation schon nach den ersten zwei Weltcups sicherstellt», sagt Nationaltrainer Rolf Vollenweider.

Daniela Ryf (24, Solothurn): «Wir gehen davon aus, dass sie sich für London qualifiziert», sagt Triathlon-Nationaltrainer Iwan Schuwey. Nach der verkorksten Saison 2011 mit mysteriösen Magenproblemen – Ryf musste die Saison frühzeitig abbrechen – ist aber eine Ungewissheit vorhanden. Kommt sie wieder auf den Damm, ist ihr einer der drei Startplätze sicher. «Der absolute Fokus gilt nun der Gesundheit», sagt Schuwey.

Melanie Annaheim (28, Lostorf): Die Triathletin ist beim WM-Finalrennen 2011 in Peking förmlich explodiert und wurde starke Dritte. Damit hat sie sich in eine hervorragende Ausgangslage für London gebracht. «Die Chancen für Melanie stehen sehr gut, bei etwa 90 Prozent», sagt Nationaltrainer Schuwey.

50:50-Chance

Lukas Flückiger (27, Leimiswil): Drei Mountainbiker dürfen die Schweiz in London vertreten. Weil Überflieger Nino Schurter bereits selektioniert wurde, gibt es nur noch zwei Startplätze. Flückiger, die aktuelle Nummer 3 des Landes, darf sich berechtigte Hoffnungen machen. «Seine Chancen, in London dabei zu sein, sind gross. Ich schätze sie sicher auf 50 Prozent ein», sagt Nationaltrainer Beat Stirnemann.

Nils Haller (22, KV Solothurn) und Manuel Rickli (24, Biberist aktiv!): Die beiden Solothurner Kunstturner haben gute Chancen auf eine Olympia-Teilnahme. Entscheidend wird sein, wie die Schweiz an der in wenigen Tagen beginnenden Weltmeisterschaft in Tokio abschneidet. «Den Sprung nach London traue ich beiden Athleten zu», sagt Thomas Stüdeli, Leiter des Regionalen Leistungszentrums in Solothurn.

Wunschdenken

Mathias Flückiger (21, Ochlenberg): Der U23 Welt-, Europa- und Schweizer Meister von 2010 hat eine schwierige Saison hinter sich. Er ist zurzeit nur der siebtbeste Schweizer in der Weltrangliste. Aber im nächsten Jahr beginnt alles wieder bei null. Flückiger hat das Potenzial, um alle zu überraschen. «Seine Chancen stehen bei zirka 30 Prozent», sagt Nationaltrainer Stirnemann.

Jan Lochbihler (19, Holderbank): Der Gewehrschütze besitzt zumindest theoretische Chancen auf einen Startplatz. «Er müsste in den fünf Qualifikations-Wettkämpfen im nächsten Jahr allerdings leistungsmässig explodieren, um eine Chance zu haben», sagt Ines Michel, Chefin Leistungssport beim Schützenverband.

Jan Schnider (28, Oensingen): Der Olympia-Traum scheint für den Beachvolleyballer geplatzt zu sein. Wenn nicht noch ein Wunder geschieht, bleibt Peking Schniders bisher einzige Teilnahme bei den «Spielen». Er und sein Partner Philip Gabathuler sind zurzeit nur das viertbeste Schweizer Duo – zwei Paare dürfen nach London reisen.

Christian Bösiger (29, Hägendorf): Die Chancen, dass der Badminton-Spieler nach Peking zum zweiten Mal an Olympischen Spielen teilnehmen kann, stehen schlecht. Er müsste schon extrem über sich hinauswachsen, um einen der 38 Quotenplätze zu bekommen. Ein achter Platz an der EM würde ihn da schon einen gewaltigen Schritt nach vorne bringen. Aber solche Resultate sind für Bösiger (eigentlich) nicht möglich.

Marielle Saner (34, Grenchen): Die Mountainbikerin hat nach der WM in Champéry bereits ihre zweite Lungenembolie in dieser Saison erlitten. Nun will sich Saner erholen und dann im nächsten Jahr nochmals voll angreifen. Die Chancen, dass sie eine der zwei Starterinnen ist, sind aber nicht allzu rosig.