Hornussen

Wenn Tradition zum Trend wird: Sternschnuppen-Regen über Zuchwil

Was haben todessehnsüchtige Extremsportler und traditionsbewusste Hornusser gemeinsam? Die Antwort: Beide Genres, so unterschiedlich sie auf den ersten Blick auch scheinen, sind durch Red Bull vermarktbar.

In Zuchwil fand in der Nacht von Samstag auf Sonntag das 2. Red Bull Hornussen statt. 2000 Zuschauer fanden den Weg nach Zuchwil und sahen, wie die Elite des Schweizer Nationalsports den leuchtenden Nouss Sternschnuppen gleich durch den Solothurner Nachthimmel drosch. Nicht Mannschaft gegen Mannschaft, sondern Mann gegen Mann und Meter um Meter.

Red Bull Hornussen in Zuchwil

Red Bull Hornussen in Zuchwil

Die Idee für das grandiose Licht-Spektakel hatte der Zuchwiler Jürg Eggimann, seines Zeichens zweifacher Schlägerkönig am Eidgenössischen. Vor drei Jahren, bei Boot und Bier auf dem Neuenburger See, entstand der neue Fixstern am Hornusser-Himmel. Aus der launigen Plauderei mit einem Freund und Red-Bull-Angestellten entstand ein Anlass, der in der Szene einen beachtlichen Stellenwert geniesst. «Als klar war, dass Red Bull einsteigt, wusste ich: Das wird etwas Grosses», sagt Eggimann.

Flügel verleiht Red Bull dem verwendeten Nouss zwar keine. Aber der extra aus weissem Granulat fabrizierte Hornuss wird auf seinem Flug dank Fluorophor leuchtend wie ein Sternlein. Zig LED-Leuchten verwandeln den Bock, wo der Nouss abgeschlagen wird, zu einem Kronleuchter und das Ries wird wie die Landebahn auf einem Flugplatz beleuchtet.

Stefan Studer war erneut der Beste

«Das Abschlagen bei Dunkelheit ist gewöhnungsbedürftig», sagt Daniel Freudiger von der Hornussergesellschaft Zuchwil, «es fehlen die Fixpunkte während der Drehbewegung.» Der 26-jährige Forstwart aus Heinrichswil schaffte es bis in die Viertelfinals. Für ihn ist klar: «Das Red Bull Hornussen ist weit mehr als eine nette Abwechslung.» Das beweisst auch die Tatsache, dass der Sportliche Direktor Jürg Eggimann nicht die geringste Mühe bekundete, die 32 besten Hornusser aus allen vier Schweizer Teilverbänden zur Teilnahme zu bewegen. «Jeder Hornusser wünscht sich, in Zuchwil am Start zu sein», sagt Daniel Freudiger.

Der Beste der Guten hiess wie schon im letzten Jahr Stefan Studer. In den Achtelfinals, bei Tageslicht, schickte er den Nouss auf eine Reise von 326 Metern. Kurz nach Mitternacht landete das Flugobjekt bei 323 Metern. Er habe den Druck als Titelverteidiger schon gespürt, sagte der 1,91 Meter grosse und 115 Kilo schwere Modellathlet von der Hornussergesellschaft Höchstetten, der auf den Spitznamen «die Maschine» hört. Wenige Stunden nach dem Red Bull Hornussen stand Studer übrigens beim Brünigschwinget im Einsatz. Wahrlich ein Extremsportler.

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