Minigolf
Wenn es mit der Konzentration der Minigolfer hapert

Am zweitägigen Minigolf-Hallenturnier Olten ist auch ein Welt- und Europameister wie Michel Rhyn gefordert. Vor allem in der zweiten Turnierhälfte ist es schwierig, die volle Konzentration aufrecht zu erhalten, wie der 37-Jährige sagt.

Dean Fuss
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Minigolf: 24. Hallenturnier Olten
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Minigolf: 24. Hallenturnier Olten Michel Rhyn (l.) bereitet sich hoch konzentriert auf seinen Schlag auf Bahn 1 vor.
Minigolf: 24. Hallenturnier Olten Michel Rhyns Ball tänzelt auf Bahn 15 ums Loch herum und geht doch haarscharf vorbei.
Minigolf: 24. Hallenturnier Olten Selbstkontrolle funktioniert: Michel Rhyn schreibt die Schlagzahl seines zugelosten Konkurrenten.
Minigolf: 24. Hallenturnier Olten Michel Rhyn (l.) diskutiert mit Peter Arber, Präsident des Minigolfclubs Olten, die anstehenden Schläge.
Minigolf: 24. Hallenturnier Olten Michel Rhyn (r.) kurz vor dem Spielen des Balles auf Bahn 17.

Minigolf: 24. Hallenturnier Olten

Solothurner Zeitung

Es ist warm in der Oltner Minigolfhalle Meierhof. Die hohe Luftfeuchtigkeit lässt die Teilnehmer des 24. Hallenturniers Olten während ihrer Runden auf dem Parcours schwitzen. Ein gleichmässiger Klangteppich liegt in der Halle, einzig durchbrochen vom einen oder anderen Lacher aus der direkt angeschlossenen Turnier-Cafeteria.

Michel Rhyn, Spieler des Minigolfclubs Olten, und zwei seiner Konkurrenten aus anderen Clubs stehen an ihrer Startbahn 12. Sie wurden als Dreier-Spielteam ausgelost. Sie spielen die acht über zwei Tage verteilten Runden zusammen. Im Turnus spielen sie ihre Bälle, notieren die Anzahl Schläge ihrer Gegner und bereiten sich auf ihre Schläge vor.

In dieser Konstellation ist die gegenseitige Kontrolle der Kontrahenten gewährleistet. Wobei allfälliges Mogeln unter den Minigolfern kein Thema sei, wie Peter Arber, Präsident des Minigolfclubs Olten sagt. «Die Minigolf-Gemeinschaft ist wie eine Familie.» Man kennt sich, bespricht untereinander die Schläge und vor allem auch die Fehler.

Die Fehler häufen sich

Und diese häufen sich. Es läuft die sechste Runde, kurz vor Mittag des zweiten Turniertages. «Die Konzentration hochzuhalten ist gerade in dieser Phase eine grosse Herausforderung», sagt Michel Rhyn. Der 37-Jährige muss wissen, wovon er spricht. Seit 1999 ist er im Nationalkader der Elite. Seine grössten Erfolge feierte er mit dem Einzel-Europameistertitel 2002 und den Weltmeistertiteln sowohl im Einzel- als auch im Teamwettbewerb 2005.

Die ominöse Socke im Hosenbund

Rhyns Gruppe hat seit dem Start an Bahn 12 bereits einige Bahnen absolviert. Wie viele andere Spieler auch trägt Rhyn eine Sportsocke im Hosenbund. Handelt es sich dabei etwa um einen etwas seltsam anmutenden Glücksbringer? «Nein», winkt der 37-Jährige lachend ab und holt einen Spielball aus der Socke. «Bälle für gewisse Bahnen verstaue ich eine Zeit lang darin, um sie zu wärmen.» Das erhöht dessen Gleitfähigkeit.

Die Minigolfer gehen vor Turnieren regelmässig auf den betreffenden Bahnen trainieren. «Nur so kann man die Bahnen kennenlernen», sagt MC-Olten-Präsident Peter Arbi. Auch Bahnen mit identischen Hindernissen spielen sich auf jeder Spielanlage unterschiedlich.

Dabei entscheidet der Spieler auch, welcher Ball für welche Bahn ideal ist. «Wer an einem Turnier nicht weiss, mit welchem Ball er eine Bahn spielt, kann es sein lassen», sagt Arber. Einfacher gesagt als getan, bei einer Auswahl von 300 bis 400 Bällen, die ein Minigolfer typischerweise zu Hause hat.

Der Jubelschrei für 18 Schläge

Plötzlich erklingt ein lauter Jubelschrei. «Das dürfte dann wohl eine 18er Runde gewesen sein», sagt Peter Arber und lächelt. In solchen Momenten fahren auch die sonst so konzentriert und so voller Rücksicht auf ihre Konkurrenten auftretenden Minigolfer mal aus ihrer Haut.

Keinen Grund zum Jubeln hat Rhyn in der Schlussphase dieser sechsten Runde. Er hat sich einige Patzer erlaubt und wird damit nicht mehr um den Turniersieg mitkämpfen können. Das ist aber alles halb so schlimm, nach einer längeren Trainingspause ist das sein erstes Turnier. «Die Form muss dann erst auf den Frühling stimmen, wenn die wichtigen Turniere anstehen», sagt der 37-Jährige und bereitet sich in der Cafeteria auf die siebte und damit zweitletzte Turnierrunde vor.

Auch Rhyn wird nun zum sonoren Klangteppich in der Halle beitragen.