Hornussen

Wenn der Nouss auf einmal zum leuchtenden Kometen wird

Für den Event wurden die Hornusse extra aus weissem Granulat hergestellt und leuchten dank Fluorophor in der Nacht. ZVF

Für den Event wurden die Hornusse extra aus weissem Granulat hergestellt und leuchten dank Fluorophor in der Nacht. ZVF

Am 27. Juli präsentiert sich die urchige Sportart erstmals im trendigen Red-Bull-Look. Dank eigens fabrizierten Noussen, die in der Nacht leuchten und speziell gemachtem Spielfeld findet der Event zum ersten Mal in der Nacht statt.

Wer beim sonntäglichen Spaziergang schon einmal Hornussern beim Spiel begegnet ist, wird die Erfahrung vermutlich im eigenen Gesicht gemacht haben: Den vom Träf am Stecken auf 300 km/h beschleunigte Nouss bei seinem Flug via Bock ins Ries auf die Schindel zu verfolgen ist unmöglich. Keine Chance, das 78 Gramm schwere «Brüderlein» vom Hockey-Puck im Auge zu behalten. Selbst geübten Noussern bleibt von der Spielfeld-Seite aus oft nur der Blick in den luftleeren Raum.

Event der anderen Art auf die Beine stellen

«Ich hatte schon lange die Idee, einen einmal etwas anderen Wettkampf auf die Beine zu stellen», sagt Jürg Eggimann. Der 49-Jährige ist zweifacher Schlägerkönig (1997 und 2000) und spielt seit 17 Jahren für die HG Zuchwil. Durch einen Freund kam der Kontakt zu Red Bull zustande. Prompt zeigte sich der Energy-Drink-Hersteller nicht abgeneigt, sich nebst den trendigen Sportarten und Events, bei denen sein Logo regelmässig global auftaucht, auch in ein urschweizerischeres Nationalspiel zu investieren. Traditionen sind ja derzeit durchaus hip.

32 beste Schläger sind am Start

Heute in einer Woche findet darum nun auf dem Gelände der HG Zuchwil das erste Red Bull Hornussen statt. Mit von der Partie und der Party sind die 32 besten Schläger des Landes aus allen vier Teilverbänden. In einem K.O.-System werden die vier Finalisten ermittelt, die dann den «Longest-Hiter», den besten Weitschläger des Landes, ermitteln. Folglich handelt es sich um einen reinen Schläger-Wettkampf – abgetan im Ries wird nicht.

Red Bull verleiht keine Flügel

Flügel verleiht Red Bull dem verwendeten Nouss dabei zwar keine – aber immerhin: Die für Action und Nervenkitzel stehenden Bulldosen tauchen den Event in die Nacht. Der extra aus weissem Granulat fabrizierte Hornuss wird auf seinem Flug dank Fluorophor leuchten wie die bekannten Sternlein, Monde und Sandmännlein in vielen Kinderzimmern. Das Spielobjekt wird so zum Kometen am Nachthimmel und für alle sichtbar. Zig LED-Leuchten verwandeln den Bock – da wo der Nouss abgeschlagen wird – zu einem Kronleuchter und das Ries wird wie die Landebahn auf einem Flugplatz red-bull-rot-blau beleuchtet. Der Final beginnt um 22 Uhr.

Spitzenhornusser begeistert

«Es geht uns bei diesem Anlass nicht darum, mit irgendwelchen Traditionen zu brechen», sagt Jürg Eggimann. Sondern? «Wir wollen den Sport einfach einmal anders präsentieren – in einer hoffentlich für Aktive und Zuschauer attraktiven Form.» Darum gibt es für die Sieger auch keine roten Hörner zu gewinnen, was als Preis angesichts der Trinkhorn-Tradition in diesem Sport auf der Hand gelegen wäre. Klar, dass der Event in eine Red Bull Party mit Musik, Bar und Essenständen verpackt wird. «Alle sollen auf ihre Kosten kommen», sagt Eggimann. Entsprechend hofft man auf viel Publikum; zumal Zuschauen nichts kostet.

Gutes Echo erhalten

Was das Echo unter den eingeladenen Aktiven angehe, so sagt der Geschäftsführer einer Spielautomaten-Firma, sei das «phänomenal». «Es freuen sich alle darauf.» Er selber, so Eggimann, beneide seine Hornusser-Kollegen fast ein bisschen. «Ich hätte auch gerne mitgemacht – aber heute hätte ich keine Chance mehr.» Von Seiten Red Bull, das mit 15 Leuten vor Ort sein wird, würde man sich freuen, wenn der Nacht-Streich-Event kein einmaliger Event bleibe.

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