Badminton
Wenn am Ende tatsächlich Schluss mit Spitzensport ist

Das Team Solothurn verabschiedet sich mit einem 4:4 auswärts gegen das Team Argovia vom Spitzensport. Während bei den Solothurnern Tränen flossen konnten die Aargauer dank des Rückzuges von Team Solothurn den Klassenerhalt feiern.

Daniel Weissenbrunner
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Die NLA-Dernière für Team Solothurn
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Die NLA-Dernière für Team Solothurn Sanya Herzig (l.) und Titon Gustaman im Mixed beim letzten NLA-Auftritt der Solothurner.
Die NLA-Dernière für Team Solothurn Der Solothurner Michael Lohnsteiner im letzten NLA-Spiel seines Teams.
Die NLA-Dernière für Team Solothurn Michael Lohnsteiner (l.) und Titon Gustaman im Doppel beim letzten NLA-Auftritt der Solothurner.
Die NLA-Dernière für Team Solothurn Josh Neil beim letzten NLA-Spiel des Teams Solothurn gegen Argovia.
Die NLA-Dernière für Team Solothurn Die Solothurner Titon Gustaman (u. M.) und Michael Lohnsteiner (u. r.) im Doppel gegen Argovias Reto Wettstein (o. l.) und Joël Gayle.
Die NLA-Dernière für Team Solothurn Auch das Team Argovia spendet den Solothurnern zum Abschied Applaus.

Die NLA-Dernière für Team Solothurn

Otto Lüscher

Das Ende war nichts für schwache Nerven. Verantwortlich dafür war aber nicht der spannende Spielverlauf. Joshua Panier sicherte den Solothurnern mit einem fulminanten Endspurt ein Unentschieden beim Meister aus dem Kanton Aargau. Die aufwühlenden Gefühle hatten einen anderen Grund. Vor einigen Wochen war bekannt geworden, dass Solothurn wegen Geldproblemen sein Team aus der Nationalliga A und vom Spitzensport zurückziehen muss.

«Natürlich wussten wir, dass das Ende naht. Natürlich konnten wir uns darauf vorbereiten. Doch wenn es so weit ist, dann wird einem das Ausmass bewusst», stotterte Monika Fischer mit zittriger Stimme und wässerigen Augen. Am Samstag hatte sich die Mannschaft im letzten Heimspiel gegen Uzwil von ihren Anhängern, Sponsoren – unter dem Getöse von Guggenmusik – verabschiedet.

Lösung für Gustaman suchen

Nach der Partie am Sonntag formierte sich die Mannschaft zum Fototermin. Sie hoben Titon Gustaman in die Höhe. Der Spielertrainer bedankte sich bei jedem Einzelnen für die Unterstützung in den letzten Jahren. Für den Indonesier könnte der Rückzug doppelt schmerzhaft werden. Gustaman besitzt nur den Aufenthaltstatus L. Also Ausländer, die sich befristet, in der Regel für weniger als ein Jahr, für einen bestimmten Aufenthaltszweck mit oder ohne Erwerbstätigkeit in der Schweiz aufhalten dürfen. «Wir hoffen, dass wir für Titon eine Lösung finden werden», sagt Sportchef Carlos Prieto. Entsprechende Gespräche seien im Gang.

Ironie des Schicksals

Vor drei Jahren feierten die Solothurner unerwartet den Gewinn der Meisterschaft. Vor einem Jahr stand die Equipe noch im Playoff-Halbfinal. Und jetzt das jähe Aus. Monika Fischer und Sanya Herzig liegen sich in den Armen. Michael Lahnsteiner spendet ihnen Trost.

Sichtlich berührt zeigt sich auch Fredi Heymann. Das Vorstandstandsmitglied des Aargauer Klubs hält für die Solothurner nur lobende Worte bereit: «Ein tolles Team, mit tollen Menschen. Es tut mir leid für den Klub.» Als Zeichen der Wertschätzung lädt Heymann die Solothurner zu einem Apéro ein.

Heymann weiss nur zu gut, dass das Schicksal von Team Solothurn gleichzeitig das Glück seiner Aargauer war. Hätten die Solothurner nicht wirtschaftlich die Segel streichen müssen, wäre der amtierende Champion in die Nationalliga B abgestiegen. So durften Heymann und die Mannschaft, Ironie des Schicksals, nur einige Meter neben den weinenden Gästen bei ihrem Fotoshooting den Ligaerhalt feiern.

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