Berglauf
Weltmeisterliche Präsenz am Wengi-Berglauf

Prominente Sieger beim 10. Wengi-Berglauf mit Christian Mathys und Martina Strähl – und mit 396 Klassierten profitierten so viele wie schon lange nicht mehr von Topbedingungen.

Jörg Greb
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Wengi-Berglauf 2017
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Wengi-Berglauf 2017

Bruno Kissling

«Ich kämpfte fast vom ersten Meter an mit müden Beinen», fasste Martina Strähl die acht Kilometer mit den 445 Höhenmetern von Matzendorf auf die Obere Wengi zusammen. Die einstige Berglauf-Weltmeisterin, die sich für den WM-Marathon in London im August qualifiziert hat, bestritt dieses Rennen «voll aus dem Training heraus». Als «spezielle Einstimmung auf mein Geburtstagsfest» bezeichnete sie ihren Effort.

Und Strähl sah ihren Spontanentscheid als «goldrichtig» bestätigt. «Ich musste beissen, und der Trainingseffekt war entsprechend hoch», sagte die nun 30-Jährige. Nach 36:53 Minuten war sie im Ziel, über zwei Minuten vor ihrer nächsten Verfolgerin Gaby Nyffeler. Lediglich elf Männer bewältigten die anspruchsvolle Strecke schneller.

Gekehrtes Kräfteverhältnis

Bei den Männern präsentierte sich eine brisantere Ausgangslage. Ebenbürtig scheinende Konkurrenten stellten sich der Auseinandersetzung. Es handelte sich nicht zuletzt um eine Revanche für den Tüfelsschlucht-Berglauf, der eine Woche zuvor als Startevent der diesjährigen Jura-Top-Tour ausgetragen wurde. Und diese Revanche glückte Christian Mathys.

Der profilierte Seeländer mit Wohnsitz Bülach im Zürcher Unterland setzte sich nach 32:42 Minuten mit einem Vorsprung von 16 Sekunden vor Joey Hadorn durch, dem Sieger der Vorwoche und aktuellen Junioren-Weltmeister im Orientierungslauf. «Hast du ein hartes Training in den Beinen», fragte er den zehn Jahre jüngeren Konkurrenten im Ziel.

Ein Solches gab es nicht. Vielmehr zeigte sich Mathys in besserer Form. Bald aus der Entscheidung gefallen war der Eritreer Sium Zerehannes aus Egerkingen. Der Sieger des Aargauer Volkslaufes am letzten Sonntag erreichte das Ziel 1:20 Minuten nach Hadorn als Dritter.

Mathys hatte die Lehren aus der Niederlage von letzter Woche gezogen und zwei Tage vor dem Renneinsatz kein hartes Krafttraining absolviert, sondern schonte sich im Vorfeld. Die Folge: Bereits im ersten steilen Aufstieg erarbeitete er sich einen kleinen Vorsprung und markierte damit mehr als nur Präsenz.

«Ich befand mich früh am Anschlag», sagte Hadorn im Ziel. Er sah sich «nicht mehr an Christians Ferse» und büsste auf der weiteren Strecke kontinuierlich weiter an Terrain ein – bis auf die Schlussmeter, die nicht mehr entscheidend waren. Mathys freute sich: «Ich hatte die richtigen Schlüsse aus der Niederlage gezogen.» Zwei Mal trainierte er unter anderem hart am Berg – auf dem Laufband.

Würdiges Jubiläum

Die zehnte Austragung des Wengi-Berglaufs war generell ein Erfolg. Mit 396 Klassierten, die 24 Walker sind inbegriffen, resultierte eine Teilnehmerzahl wie erst selten. Die idealen Bedingungen waren mitentscheidend. Martina Strähl brachte es auf den Punkt: «Vor einer Woche verzichtete ich, obwohl ich auf der Startliste gestanden hatte.» Zu riskant, sprich eine zu hohe Verletzungsgefahr, erkannte sie wegen der Nässe und Kälte. Nun erachtete sie das Nachmelden bei frühlingshaften Temperaturen und Sonnenschein als «idealen Trainingsimpuls mit einem beachtlichen Genussfaktor.»

Ranglisten

Frauen

1. Martina Strähl (Horriwil) 36:53. 2. Gabi Nyffeler (Thunstetten) 39:08. 3. Edith Steinmann (Ufhusen) 42:31. 4. Yvonne Haefeli (Olten) 43:12. 5. Fabiana Wieser 43:53. 6. Simone Hertenstein (Liestal) 44:05. 7. Beatrice Fankhauser 44:44. 8. Klasina Brunott (Montfaucon) 45:35. 9. Tanja Amiet (Luterbach) 45:44. 10. Gisela Schneeberger (Gänsbrunnen) 45:52. – 11. Yvonne Nussbaumer (Wiedlisbach) 45:52. 13. Susanne Bürgi (Kestenholz) 46:53. 16. Martina Aebli (Lommiswil) 47:46. 17. Tina Zimmermann (Egerkingen) 47:55. 18. Nicole Tschanz (Solothurn) 47:56. 19. Carine Hahn-Gyger (Günsberg) 48:08. 20. Luzia Kellerhals (Niederbipp) 48:15. 22. Luzia Huber (Obergösgen) 49:05. 23. Andrea Wyss (Trimbach) 49:09. 24. Daniela Hälg (Subingen) 49:10. 25. Claudia Sollberger (Halten) 49:38. 26. Vroni Kobler (Neuendorf) 49:44. 27. Valérie Kessler (Schönenwerd) 50:05. 30. Tanja Zehnder (Olten) 52:24. 32. Tania Schneeberger (Gänsbrunnen) 52:33. 33. Sophia Kirsch (Solothurn) 52:52. 34. Nicole Dietschi (Kestenholz) 52:55. 39. Denise Misteli (Aedermannsdorf) 53:32. 41. Anita Hügli (Winznau) 54:00. 42. Marianne Wyss (Trimbach) 54:17. 44. Chantal Albisser (Niederbipp) 54:18. 46. Fabienne Jäggi (Solothurn) 54:53.

Männer

1. Christian Mathys (Bülach) 32:42. 2. Joey Hadorn (Fahrni bei Thun) 32:58. 3. Sium Zerehannes (Egerkingen) 34:18. 4. Marius Füeg (Mümliswil) 34:59. 5. Severin Widmer (Reiden) 35:16. 6. Michael Morand (Court) 35:21. 7. Markus Bigler (Schlosswil) 35:47. 8. Stefan Meinzer (Uster) 35:51. 9. Philipp Feuz (Renggenberg) 35:55. 10. Carsten Brod (Konstanz) 36:13. – 13. Marcel Klaus (Günsberg) 37:42. 18. Jürg Schaller (Solothurn) 38:11. 24. Felix Studer (Oensingen) 39:42. 34. Roger Nützi (Olten) 40:39. 38. Dominik Büttler (Laupersdorf) 41:23. 39. Sascha Wyss (Trimbach) 41:27. 46. Marc Schönbucher (Erlinsbach) 42:01. 51. Christian Schlosser (Däniken) 42:18. 52. Marc Mühlethaler (Obergerlafingen) 42:22. 53. Tony Uebelhart (Balsthal) 42:39. 54. Daniel Emch (Halten) 42:44. 56. Marcel Büttiker (Wangen) 42:53. 58. Thomas Heid (Solothurn) 43:07. 62. André Schenker (Niedergösgen) 43:21. 63. Klemens Lüthi (Halten) 43:23. 64. Abhimanyu Hafner (Oensingen) 43:31. 65. Daniel Stampfli (Rickenbach) 43:36. 67. Philipp Schmid (Balsthal) 43:44. 69. Marc Widmer (Olten) 44:07. 70. Daniel Nützi (Neuendorf) 44:08. 71. Patrick Siegrist (Winznau) 44:14. 72. Mirco Mattotta (Winznau) 44:17. 74. Michael Moll (Grenchen) 44:22. 75. Peter Stampfli (Wangen) 44:30. 76. Michael Derendinger (Riedholz) 44:32. 78. Simon Linder (Langendorf) 44:41. 80. Stefan Bobst (Aedermannsdorf) 44:46. 87. Andreas Koch (Holderbank) 45:09. 88. Christian Schacher (Däniken) 45:10. 89. Daniel Rösch (Riedholz) 45:15. 91. Heinz Biedermann (Zuchwil) 45:25. 94. Paulo Do Aido (Oberbuchsiten) 45:32. 97. Patrick Thomann (Hägendorf) 45:34. 99. Rolf Probst (Bettlach) 45:40. 100. Marco Leuenberger (Oensingen) 45:40.

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