Berglauf

Weltmeisterliche Präsenz am Wengi-Berglauf

Prominente Sieger beim 10. Wengi-Berglauf mit Christian Mathys und Martina Strähl – und mit 396 Klassierten profitierten so viele wie schon lange nicht mehr von Topbedingungen.

«Ich kämpfte fast vom ersten Meter an mit müden Beinen», fasste Martina Strähl die acht Kilometer mit den 445 Höhenmetern von Matzendorf auf die Obere Wengi zusammen. Die einstige Berglauf-Weltmeisterin, die sich für den WM-Marathon in London im August qualifiziert hat, bestritt dieses Rennen «voll aus dem Training heraus». Als «spezielle Einstimmung auf mein Geburtstagsfest» bezeichnete sie ihren Effort.

Und Strähl sah ihren Spontanentscheid als «goldrichtig» bestätigt. «Ich musste beissen, und der Trainingseffekt war entsprechend hoch», sagte die nun 30-Jährige. Nach 36:53 Minuten war sie im Ziel, über zwei Minuten vor ihrer nächsten Verfolgerin Gaby Nyffeler. Lediglich elf Männer bewältigten die anspruchsvolle Strecke schneller.

Gekehrtes Kräfteverhältnis

Bei den Männern präsentierte sich eine brisantere Ausgangslage. Ebenbürtig scheinende Konkurrenten stellten sich der Auseinandersetzung. Es handelte sich nicht zuletzt um eine Revanche für den Tüfelsschlucht-Berglauf, der eine Woche zuvor als Startevent der diesjährigen Jura-Top-Tour ausgetragen wurde. Und diese Revanche glückte Christian Mathys.

Der profilierte Seeländer mit Wohnsitz Bülach im Zürcher Unterland setzte sich nach 32:42 Minuten mit einem Vorsprung von 16 Sekunden vor Joey Hadorn durch, dem Sieger der Vorwoche und aktuellen Junioren-Weltmeister im Orientierungslauf. «Hast du ein hartes Training in den Beinen», fragte er den zehn Jahre jüngeren Konkurrenten im Ziel.

Ein Solches gab es nicht. Vielmehr zeigte sich Mathys in besserer Form. Bald aus der Entscheidung gefallen war der Eritreer Sium Zerehannes aus Egerkingen. Der Sieger des Aargauer Volkslaufes am letzten Sonntag erreichte das Ziel 1:20 Minuten nach Hadorn als Dritter.

Mathys hatte die Lehren aus der Niederlage von letzter Woche gezogen und zwei Tage vor dem Renneinsatz kein hartes Krafttraining absolviert, sondern schonte sich im Vorfeld. Die Folge: Bereits im ersten steilen Aufstieg erarbeitete er sich einen kleinen Vorsprung und markierte damit mehr als nur Präsenz.

«Ich befand mich früh am Anschlag», sagte Hadorn im Ziel. Er sah sich «nicht mehr an Christians Ferse» und büsste auf der weiteren Strecke kontinuierlich weiter an Terrain ein – bis auf die Schlussmeter, die nicht mehr entscheidend waren. Mathys freute sich: «Ich hatte die richtigen Schlüsse aus der Niederlage gezogen.» Zwei Mal trainierte er unter anderem hart am Berg – auf dem Laufband.

Würdiges Jubiläum

Die zehnte Austragung des Wengi-Berglaufs war generell ein Erfolg. Mit 396 Klassierten, die 24 Walker sind inbegriffen, resultierte eine Teilnehmerzahl wie erst selten. Die idealen Bedingungen waren mitentscheidend. Martina Strähl brachte es auf den Punkt: «Vor einer Woche verzichtete ich, obwohl ich auf der Startliste gestanden hatte.» Zu riskant, sprich eine zu hohe Verletzungsgefahr, erkannte sie wegen der Nässe und Kälte. Nun erachtete sie das Nachmelden bei frühlingshaften Temperaturen und Sonnenschein als «idealen Trainingsimpuls mit einem beachtlichen Genussfaktor.»

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