Kickboxen
Weltmeisterin auf einen Schlag - Alisha Aebi gewinnt an der Kickbox-WM in Kiev

Die 14-jährige Alisha Aebi holte sich an der Weltmeisterschaft in Kiew eine Goldmedaille. Und dies, obwohl sie erst kurz vorher im Final an einer Einheimischen gescheitert war. Im zweiten Anlauf machte sie es besser und kann sich nun Weltmeisterin im Kickboxen nennen lassen.

Natasha Hähni
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Nachdem sie den ersten Final verloren hatte, wurde die Flumenthalerin Alisha Aebi Kickbox-Weltmeisterin in der Kategorie U15, bis 45 Kilogramm.

Nachdem sie den ersten Final verloren hatte, wurde die Flumenthalerin Alisha Aebi Kickbox-Weltmeisterin in der Kategorie U15, bis 45 Kilogramm.

MD9;Bojan Zuupan;

Morgen findet in Kiew der Champions-League-Final statt. Abertausende Fussballbegeisterte werden dann die Strassen und Bars der ukrainischen Hauptstadt füllen.

Je nach Alkoholpegel der Fans könnte es dann zum einen oder anderen Gefecht kommen. Wenn auch nicht zu so vielen wie vor knapp drei Wochen. Dann nämlich fand in derselben Stadt die Weltmeisterschaft im Kickboxen statt.

Nichts für schwache Nerven, oder Rippen

Kickboxen ist, wie Wikipedia erklärt, eine Kampfsportart, bei der das Schlagen mit Füssen und Händen wie beim Karate oder Taekwondo mit konventionellem Boxen verbunden wird. Also nichts für schwache Nerven – oder schwache Rippen. Vor allem wenn man sich in diesem Sport international beweisen möchte.

Den ersten Final hat Kickboxerin Alisha Aebi noch verloren. Den zweiten Final gewann sie und holte sich den WM-Titel.   

Den ersten Final hat Kickboxerin Alisha Aebi noch verloren. Den zweiten Final gewann sie und holte sich den WM-Titel.   

Bojan Zuupan

Genau das hat Alisha Aebi Anfang Mai geschafft. Sie stand an der diesjährigen Weltmeisterschaft in zwei Kategorien im Final und holte sich in ihrer Gewichtsklasse den Weltmeistertitel im Kickboxen.

Wie ein umgekehrter Handschuh

Die 14-Jährige war in Kiew das jüngste Mitglied der Schweizer Delegation. «Speziell fühle ich mich deswegen nicht, viele Leute im Team kannte ich ja schon», so Aebi. Das liegt daran, dass ihr Verein, der Raion Dojo aus Wangen an der Aare, 6 der insgesamt 16 Schweizer Kämpfer stellte.

Dass der Klub auch noch 8 der 17 Schweizer WM-Medaillen holte, liegt laut Aebi an der Vorbereitung: «Wir haben früh genug mit der Vorbereitung angefangen und sie auch ernst genommen.»

Ein Leben aus Schule und Kickboxen

Über mehrere Wochen steht die Schülerin, die sonst drei Mal wöchentlich trainiert, dann fast jeden Tag anderthalb bis zwei Stunden im Ring. Während dieser Zeit bestand ihr Leben hauptsächlich aus Schule und Kickboxen.

Alisha Aebi auf Sightseeing-Tour in Kiew.   

Alisha Aebi auf Sightseeing-Tour in Kiew.   

Zur Verfügung gestellt

«Das war aber kein Problem, es ist ja schliesslich meine Leidenschaft», erklärt die Achtklässlerin aus Flumenthal. Vom Verein erhalte sie zudem viel Unterstützung: «Wir sind ein sehr familiärer Verein. Wir pushen uns gegenseitig und passen aufeinander auf.»

Auf moralische Unterstützung von ihren Teamkameraden war sie etwa nach ihrem ersten Finalkampf angewiesen: «Den ersten Final habe ich verloren, weil ich nicht bei der Sache war. Ich konnte mich einfach nicht konzentrieren. Meine Gegnerin war Ukrainerin und hatte eine Menge Fans dabei, das hat mich irritiert.»

«Ich war wie ein umgekehrter Handschuh»

Der zweite Final war ursprünglich gleich im Anschluss geplant. «Glücklicherweise konnten wir den Kampf um eine halbe Stunde verschieben. Das gab mir genug Zeit, mich mental vorzubereiten.» Die Gegnerin war erneut heimisch, dieses Mal spielte das jedoch keine Rolle.

Alisha Aebi voll fokussiert an der Kickbox-WM in der Ukraine.    

Alisha Aebi voll fokussiert an der Kickbox-WM in der Ukraine.    

Bojan Zuupan

«Ich war wie ein umgekehrter Handschuh», sagt Aebi mit einem fröhlichen Lächeln im Gesicht. Treffender hätte die Solothurnerin ihren Formwechsel wohl nicht beschreiben können; ihre Gegnerin war ihr so unterlegen, dass sie in der dritten Runde das Handtuch werfen musste.

Ehrung fast verpasst

Mit diesem Sieg sicherte sich Alisha Aebi die Goldmedaille in der Kategorie Kickboxing U15, bis 45 Kilo. Diese, sowie ihre Silbermedaille in der Kategorie K1, hätte die Flumenthalerin um ein Haar nicht entgegengenommen:

«Die Preisverleihung ging ziemlich lange. Wir waren gerade daran, Gruppenfotos zu machen, als wir per Zufall hörten, wie der Moderator meinen Namen aufrief. Da mussten wir zur Bühne rennen», erzählt Aebi lachend.

Ebenfalls eine Gold- und eine Silbermedaille werden morgen Samstag in Kiew vergeben. Die Verleihung und das Spiel dazu wird Aebi jedoch nicht aus dem Ring, sondern auf dem heimischen Sofa verfolgen können.

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