Das war ein Paukenschlag zum Start der Partie zwischen Welschenrohr und Ital Grenchen: Kaum hatte der Match begonnen, da war bei einem Corner Claudio Stampfli mit dem Kopf eher am Ball als Goalie Pascal Schwaller mit den Fäusten, und es hiess 1:0 für Welschenrohr. Und wenn sich wenig später Manuel Müller und Burim Musiqi im Ital-Strafraum nicht gegenseitig am Torschuss gehindert hätten, wäre der Match mit dem 2:0 wohl schon entschieden gewesen.

So kam es anders: Bei einem Freistoss von links glich der gross gewachsene Mathias Mejeh für Ital zum 1:1 aus. Dann sah man wieder nur Welschenrohr. Nach einer halben Stunde wurde Patrick Hert von hinten umgesäbelt, als der sich alleine auf den Weg in Richtung Tor machte, und wenig später tanzte Musiqi Itlas Abwehrchef Andreas Siragusa aus, schob aber den Ball aus 10 Metern neben das weit offene Tor.

Erneut kam es anders

Zur Pause hätte es also gut und gerne 4:1 für die Thaler heissen können. Doch dann kam es schon wieder anders. Diesmal war es eine Flanke von rechts. Goalie Marco Häfliger konnte den Kopfball noch abwehren, aber Nicolas Chatzigeorgiou gelang im Nachsetzen das 1:2. Was folgte, war eine halbe Stunde Einbahnfussball. Mittelfeldmotor Manuel Müller trieb die Thaler nach vorne, schoss aber in der 68. Minute knapp darüber.

«Ruhig bleiben und den Ball laufen lassen», rief Trainer Martin Hert seiner Mannschaft zu, «ihr macht das gut, irgendwann fällt das Tor schon.» In der 80. Minute stellte Hert auf eine Dreierabwehr um und Fabian Furrer ging in den Sturm. Wenig später konnte Goalie Schwaller dessen Schuss mit den Fingerspitzen ablenken, und als Furrer in der 93. Minute auch noch nur die Latte traf, stand Italgrenchen nach einer spannenden Abwehrschlacht als Sieger fest.

Nerven nicht immer im Zaum

Wirklich verdient hatten sich die Grenchner die drei Punkte aber nicht. Ital war offenbar mit der Erwartung ins Thal gereist, dass man hier mit Mätzchen und unfairen Scharmützeln empfangen wird und dass man mit denselben Mitteln entgegenhalten muss. Aber Welschenrohr trat mehrheitlich sehr fair auf. Es war vielmehr Ital, das die Hektik mit unfairen Attacken schürte, wobei der Schiedsrichter zu oft beide Augen verschloss und zwei zwingende Platzverweise nicht aussprach.

In der zehnten Minute schlug Valerio Fragapane seinen Gegenspieler ins Gesicht. Auch das Notbremsefoul von hinten, das Giuliano Bertelle in der 30. Minute an Patrick Hert beging, hätte mit einer roten Karte bestraft werden müssen. Dazu kam in der 43. Minute noch ein unbestrafter Angriff in den Rücken, bei dem Yannik De Maria mit der Elle in das Genick seines Gegenspielers schlug. Im Eishockey hätte das als Crosscheck gegolten, im Fussball muss so etwas mindestens eine «dunkelgelbe» Verwarnung geben.

«Die Spiele gegen Welschenrohr sind immer hektisch», suchte Itals Spielertrainer Oscar Tavoletta eine Erklärung für die Szenen, die auch ihm unangenehm waren. «Ich habe versucht, meine Mannschaft darauf vorzubereiten, aber der eine oder andere ist noch unerfahren und hatte seine Nerven leider nicht im Griff.»