Bob
Welcher Solothurner verleiht Heftis Bob in Sotschi Schwung?

Anschieber Thomas Lamparter aus Aarwangen glaubt trotz Verletzungspech an die Olympiateilnahme in Sotschi. Genau wie der Derendinger Simon Friedli möchte er im Bob von Beat Hefti starten.

Fabio Baranzini
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Thomas Lamparter. key

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Heute gilt es ernst für die elf besten Anschieber des Schweizer Bobsports. In Andermatt findet der Leistungstest statt, der massgeblich zum Entscheid beträgt, wer für die Schweiz an die Olympischen Spiele nach Sotschi reist und wer die Spiele vor dem TV verfolgen muss. Sechs Anschieber und ein Ersatzmann dürfen nach Russland, sofern sich hinter dem bereits gesetzten Medaillenkandidaten Beat Hefti noch ein zweiter Schweizer Pilot qualifiziert. Die stärksten drei werden Heftis Schlitten anschieben.

Umstände sind nicht normal

Der 35-jährige Thomas Lamparter aus Aarwangen wäre aufgrund seiner Erfahrung und seines beeindruckenden Palmarès – Olympiabronze, Weltmeister und dreifacher Europameister – unter normalen Umständen einer der drei Anschieber von Beat Hefti. Doch die Umstände sind für Heftis Startrakete in diesem Jahr nicht normal. Anfang August hat sich Lamparter im Training einen Teilriss der Achillessehne und einen Teilabriss des Soleus- Muskels im linken Unterschenkel zugezogen. Eine Operation und drei bis vier Monate brauche er, bis er wieder fit sei, meinten die Ärzte damals. Entsprechend wurde die Zeit im Hinblick auf Sotschi knapp. Noch knapper war aber die Vorbereitungszeit auf den heutigen Leistungstest in Andermatt, denn Lamparter konnte in dieser Saison noch keinen Ernstkampf bestreiten und war auch noch nie im Eiskanal. Dennoch ist der Oberaargauer zuversichtlich. «Seit drei, vier Wochen kann ich wieder auf der Startbahn in Andermatt und mit dem Rollbob in Magglingen trainieren», sagt er. Schmerzen verspürt er nur noch bei normalen Sprints und die Behandlung beim Physiotherapeuten hat er letzten Mittwoch abgeschlossen. «Ich merke zwar, dass die Sehne noch nicht so geschmeidig ist wie vor der Verletzung. Aber das ist normal», so Lamparter. Eine gewisse Unsicherheit schwingt beim Routinier vor dem heutigen Test aber trotzdem mit. «Es ist der erste Wettkampf seit der Verletzung und diese Belastung ist ganz anders als im Training. Ich bin daher schon froh, dass ich überhaupt teilnehmen kann.» Trotzdem: Lamparter wäre nicht Spitzensportler, wenn er sich lediglich mit der Teilnahme am Leistungstest zufrieden geben würde. Er will zeigen, dass sein Rückstand auf die Besten nicht mehr gross ist und sich dann ab Januar mit guten Leistungen im Weltcup als Olympia-Anschieber im 4er- und im 2er-Bob von Beat Hefti aufdrängen.

Selbstvertrauen hat seinen Grund

Konkurrenz erhält Thomas Lamparter in der Person von Simon Friedli auch aus dem eigenen Kanton. Der 22-jährige Derendinger, der normalerweise im Bob von Rico Peter sitzt, hat sich für den Test in Andermatt viel vorgenommen. «Mein Ziel ist es, in den Schlitten von Beat Hefti zu kommen. Schliesslich möchte ich in Sotschi eine Medaille gewinnen», gibt sich der junge Solothurner selbstbewusst. Das Selbstvertrauen kommt nicht von ungefähr, denn Friedli befindet sich derzeit in guter Verfassung. Vor gut einer Woche gewann er gemeinsam mit Rico Peter in Winterberg ein Europacup-Rennen im Zweierbob. «Ich bin gut in Form und werde heute alles geben. Ich denke, das kommt gut», blickt er voraus.