Swiss League

Weiter in der Negativ-Spirale: Der EHC Olten verliert das Derby gegen Langenthal 1:3

Der EHC Olten muss erneut eine Niederlage einstecken. Im Derby trifft das Team auf den SC Langenthal und bereits in der zweiten Spielminute kassieren sie das erste Tor. Langenthal kann seinen Vorsprung weiter ausbauen und gewinnt 3:1 gegen den EHC Olten.

Es war ein tumultartiges Wochenende beim EHC Olten. Am Freitagabend der desaströse Auftritt bei der 2:6-Niederlage in Visp. Dann die «Chropfleerete» in der Kabine unmittelbar nach dem Spiel im Wallis, welche gefolgt wurde von einer Überraschung der ganz negativen Sorte: Ein paar Individuen, die man an dieser Stelle leider nicht so bezeichnen kann, wie sie es verdient hätten, empfingen die Spieler nach ihrer Rückkehr aus Visp beim Kleinholz-Stadion, bedrohten und bespuckten sie.

Selbst wenn die Leistungen der Mannschaft auf dem Eis zuletzt fast alle Wünsche offenliessen: Diese Art der «Kommunikation» ist hochgradig verwerflich. Hoffentlich kommen die Übeltäter nicht ungeschoren davon.

Positive Energie vom Publikum

Die Klubleitung um VR-Präsident Marc Thommen verurteilte das Vorgehen dieser «Möchtegern-Fans» in einem Communiqué aufs Schärfste und rief ganz allgemein in dieser schwierigen Situation zu Ruhe und Besonnenheit auf. Thommens Aufruf stiess auf offene Ohren: Am Sonntag im Derby gegen Langenthal war die Stimmung in der mit knapp 5000 Zuschauern einmal mehr hervorragend besetzten Halle so gut wie schon lange nicht mehr – sportliche Krise hin oder her.

Und die positive Energie übertrug sich auch auf die Oltner Spieler, welche gegen den Rivalen aus dem Oberaargau mit viel Herz zu Werke gingen. Damit erfüllten sie auch die Forderung der Anhänger, welche vor dem Spiel mittels Spruchband kundtaten: «Wer kämpft, kann verlieren, wer nicht kämpft, hat schon verloren.»

Voller Einsatz: EHCO-Captain Cédric Schneuwly lässt es gegen einen Langenthaler krachen.

Voller Einsatz: EHCO-Captain Cédric Schneuwly lässt es gegen einen Langenthaler krachen.

Dumm nur, dass diese Mannschaft in ihrer aktuellen personellen, physischen und psychischen Verfassung nicht einmal NLB-Durchschnitt ist. Gegen Langenthal musste EHCO-Headcoach Bengt-Ake Gustafsson auch noch auf den kranken Jewgeni Schirjajew, zuletzt einer der wenigen Lichtblicke im Oltner Ensemble, verzichten. Die dezimierten Powermäuse waren entsprechend schlicht nicht gut genug, um gegen die abgezockten Langenthaler auf einen Punktgewinn hoffen zu dürfen.

Zumal man sich mit dummen Aktionen selbst den Wind aus den Segeln nahm. Captain Cédric Schneuwly manövrierte seine Mannschaft mit einem Stockschlag vor den Augen des Schiedsrichters in eine doppelte Unterzahl, welche Brent Kelly zum 0:2 ausnützte. Bereits nach 92 Sekunden hatte der Bieler Mathias Joggi, der die Langenthaler – wie der Berner Dario Meyer – mit einer B-Lizenz verstärkte (wieso schafft man das eigentlich beim EHC Olten in Zeiten der Personalnot nicht?), zum 0:1 getroffen. Nach dem 0:3 durch den Ex-Oltner Giacomo Dal Pian kurz nach Beginn des Mitteldrittels war die Partie schon entschieden.

Das Positive aus Sicht des EHC Olten war, dass sich die Mannschaft nicht aufgab und im Rahmen ihrer beschränkten Möglichkeiten bis zum Schluss rackerte. Vorkämpfer Silvan Wyss, der seinen Vertrag bei den Powermäusen um drei Jahre verlängerte, liess im letzten Drittel – zur Freude des Publikums – auch noch die Fäuste sprechen und wanderte für seine Boxeinlage gegen Jeffrey Füglister unter die Dusche. «Ich wollte noch einmal ein Zeichen setzen», so der Stürmer, der sich ausdrücklich für den «tollen Support der Zuschauer» bedankte.

Auch wenn beim Patienten EHC Olten also noch ein Puls spürbar ist, so bleibt die bittere Tatsache, dass diese Mannschaft, wenige Wochen vor dem Auftakt der Playoffs, vor allem spielerisch in einem erschreckenden Zustand ist.

Auch gegen Langenthal war die Offensive über weite Strecken harmlos, genauso wie das Powerplay. Eine 50-sekündige, doppelte Überzahl beim Stand vom 1:3 liessen die Oltner ungenutzt verstreichen. Es fehlt punkto Spielwitz und Spielideen in dieser Mannschaft an allen Ecken und Enden. So ist sie in der entscheidenden Meisterschaftsphase für jeden Gegner ein leicht ausrechenbarer Kontrahent.

Wie weiter mit Gustafsson?

Womit wir wieder bei der Frage sind, ob man die Saison mit Bengt-Ake Gustafsson als Trainer «durchseuchen» oder nicht doch versuchen soll, mit einem Wechsel an der Bande einen Impuls zu setzen. Eine kämpferische Leistung abzuliefern, gehört eigentlich zu den Basics jedes Eishockey-Teams. Das alleine kann aber nicht der Anspruch einer Mannschaft mit den Ambitionen eines EHC Olten sein.

Lesen Sie hier das Spiel im Liveticker nach:

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