Schwingen
Weissenstein-Schwinget: Es wird pickelhart, den Berg zu halten

Der Weissenstein-Schwinget vom Samstag wartet mit einer absoluten Glanzbesetzung auf. Unter anderem sind Matthias Sempach und Kilian Wenger dabei. Entsprechend schwierig wird es für die einheimischen Schwinger.

Michael Schenk
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Mario Thürig (li.) und seine Nordwestschweizer Kameraden werden sich auf dem Weissenstein unter anderem gegen König Matthias Sempach wehren müssen. key

Mario Thürig (li.) und seine Nordwestschweizer Kameraden werden sich auf dem Weissenstein unter anderem gegen König Matthias Sempach wehren müssen. key

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«Angesichts dieser Besetzung wird das Einteilungskampfgericht nicht darum herumkommen, die Gäste gegeneinander antreten zu lassen», prophezeit Mario Thürig. Ein Fakt, der für die in punkto Breite eher schmalbrüstigen Gastgeber zu einem Vorteil werden könnte. Der vierfache Eidgenosse aus dem Nordwestschweizer Verband ist einer der Mitfavoriten auf den Tagessieg am 63. Weissenstein-Schwinget, dem Bergklassiker, dessen Besetzung perfekt zur Wetterprognose passt: überragend.

Nebst Mario Thürig treffen die drei anderen aktiven NWS-Koryphäen mit eidgenössischem Adelsprädikat, Christoph Bieri, Bruno Gisler und Remo Stalder, unter anderem auf die Könige Matthias Sempach und Kilian Wenger, sowie den Unspunnen- und vierfachen Saison-Sieger Daniel Bösch. Im Gefolge von Letzterem stehen sieben weitere Eidgenossen aus der Nordostschweiz. Aber auch aus Berner Sicht sind nebst seinen Majestäten fünf weitere Eidgenossen angemeldet. Besonders erwähnenswert darunter der Oberländer Matthias Glarner, sowie der bärenstarke Seeländer Florian Gnägi. Beide zweifellos ebenfalls Mitfavoriten. Keine Frage, der Hosenlupf-Matador, der am Samstagabend das Siegerrind Colette sein Eigen nennen kann, darf sich darauf etwas einbilden.

Mehr als sechs gibt es nicht

All demzufolge wird es unglaublich schwer für die Nordwestschweizer, ihren Berg gegen die aus Süden und Westen anstürmenden Berner und die Nordostschweizer zu halten. Dies obwohl Bruno Gisler vor Jahresfrist an dem von seinem Klub, dem SK Solothurn und Umgebung, organisierten Anlass auftrat wie Superman «himself». Da flog alles, was nicht niet- und nagelfest im Erdboden verankert war. Nach seiner Dopingsperre blieb der Rumisberger heuer jedoch noch ohne Festsieg; dafür stehen drei zweite Plätze zu Buche – zuletzt auf der Rigi. Auch Christoph Bieri gewann 2014 noch keinen Siegermuni und kein Siegerrind. Freilich ist auch der Untersiggenthaler, der inzwischen in Aarberg lebt, tipptopp «zwäg». Dies hat er bis dato etwa mit zwei zweiten und drei dritten Plätzen eindrücklich bewiesen.

Einziger NWS-Kranzfestsieger heuer ist so Mario Thürig. Der Möriker gewann 2014 das Solothurner und Baselstädtische. Nach einer sechswöchigen Verletzungspause hat sich der 29-Jährige zuletzt mit einem dritten Rang auf der Rigi vielversprechend zurückgemeldet. «Ich hoffe natürlich, dass ich wieder da anknüpfen kann, wo ich vor meiner Verletzung aufgehört habe», so Thürig. Das Resultat auf der Rigi macht auf jeden Fall Mut: «Ich fühle mich fit, wobei es noch Luft nach oben gibt», so der vierfache Eidgenosse, der sich während seiner Rekonvaleszenzzeit mit Konditions- und Krafttraining fit hielt. Zur Frage, ob er und seine NWS-Kameraden stark genug sind, um ihren Berg zu verteidigen, meint Thürig: «Egal wie stark die Besetzung an einem Fest ist, mehr als sechs Gegner bekommst du nicht zugeteilt und gegen die musst du dein Bestes geben.»

Der Siegerkranz fehlt noch

Sieben seiner 84 Kränze hat Mario Thürig im Verlauf seiner beeindruckenden Karriere bisher auf dem Weissenstein abgeholt. Ein Sieg war aber noch nicht dabei. «Ich hätte nichts dagegen einzuwenden, wenn sich daran morgen etwas ändern würde», sagt der Holzindustrie-Techniker. Aber sein primäres Ziel sei auch heuer das Eichenlaub, so der 14-fachen Kranzfestsieger vom SK Lenzburg. Lange ist es her, 2003 wars, als Thürig gegen seinen heutigen Verbandskameraden Bruno Gisler auf dem 1279 Meter hohen «Hoger» im Schlussgang stand. Gisler, der gebürtige Zürcher, trat damals noch für die Nordostschweizer an. Gut möglich, dass zumindest einer der beiden morgen erneut im Endkampf antreten und die Ehre der Nordwestschweizer verteidigen darf.