Snowboardcross
Wegen Rückenschmerzen: «Konnte meine Socken nicht mehr alleine anziehen»

Bandscheibenvorfall statt Saisonhöhepunkt: Der 18-jährige Solothurner Sandro Perrenoud musste wegen einer Entzündung im Rücken auf die Junioren Weltmeisterschaft verzichten.

Fabio Baranzini
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«Ich habe bis zum Schluss gehofft», sagt Sandro Perrenoud.

«Ich habe bis zum Schluss gehofft», sagt Sandro Perrenoud.

Carl Rauth/ZVG

Die Junioren-WM der Snowboarder im italienischen Valmalenco: Sie hätte der Höhepunkt der Saison von Sandro Perrenoud werden sollen. Der Wettkampf, mit dem der junge Solothurner seine durchzogene Europacup-Saison hätte aufpolieren können. Der 18-jährige Snowboardcrosser aus Steinhof wäre im Einzel- und im Teamevent zum Einsatz gekommen.

Ein schwieriger Entscheid

Doch es sollte nicht sein. Wegen einer Entzündung im Rücken musste der B-Kaderfahrer von Swiss Snowboard zwei Tage vor der Abreise Forfait geben. Ein schwieriger Entscheid. «Ich habe bis zum Schluss gehofft, dass es reicht. Ich habe das ganze Jahr auf dieses Rennen hingearbeitet und wollte einen Platz in den Top 8 herausfahren. Dass ich nicht starten konnte, obwohl ich mich qualifiziert habe, ist eine grosse Enttäuschung», sagt Sandro Perrenoud.

Es ist nicht das erste Mal, dass der Rücken Perrenoud einen Strich durch die Rechnung macht. Vor zwei Jahren erlitt er einen Bandscheibenvorfall im Lendenwirbelbereich. Seither hatte der Absolvent des Sportgymnasiums Davos immer mal wieder mit kleineren Blessuren am Rücken zu kämpfen, die ihn aber nicht an der Ausübung seines Sports hinderten.

Aufstehen bereitete Mühe

Ausgerechnet zwei Wochen vor der Junioren-WM schlug die Verletzungshexe beim Europacup-Rennen in Puy Saint Vincent (Fr) wieder richtig zu. «Der Kurs war sehr unruhig und daher spürte ich den Rücken sowieso schon ein wenig. Im Rennen musste ich einem Konkurrenten ausweichen und landete daher bei einem Sprung zu früh. Das gab einen Schlag in den Rücken», schildert Perrenoud die Ereignisse.

Die Schmerzen waren so stark, dass der 18-Jährige auf den Start beim zweiten Wettkampf verzichten musste. «Ich konnte meine Socken nicht mehr alleine anziehen und auch das Aufstehen bereitete mir grosse Probleme.» Unter diesen Voraussetzungen war natürlich nicht ans Snowboarden zu denken.

Karriere nicht in Gefahr

Auch jetzt – fast drei Wochen nach dem verhängnisvollen Rennen in Frankreich – kann Sandro Perrenoud kaum richtig trainieren. Die Schmerzen haben zwar nachgelassen, aber mehr als Dehn- und Streckübungen und leichtes Rumpfstabilisationstraining kann er nicht absolvieren.

Dass seine Karriere wegen der wiederkehrenden Rückenschmerzen auf der Kippe stehen könnte, glaubt der Nachwuchsfahrer aber nicht. «Im ersten Moment habe ich mir darüber schon ein paar Gedanken gemacht. Glücklicherweise war der Bandscheibenvorfall aber an einer unproblematischen Stelle und ich hatte keine Ausstrahlungen. Ich werde jetzt nochmals alles genau untersuchen lassen. Bisher meinten die Ärzte aber stets, dass ich fahren könne, wenn ich mich fit fühle.» Auch wenn die aktuelle Saison von Sandro Perrenouds vorzeitig zu Ende ist, sein Fernziel – die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2018 – bleibt weiterhin bestehen.