Leichtathletik
Wechsel vom Kunstturner zum Stabhochspringer ist mehr als geglückt

Der 15-jährige Lukas Rauber vom TV Bettlach war ein sehr erfolgreicher Kunstturner und ist jetzt ein noch erfolgreicherer Stabhochspringer. Ein nicht alltäglicher, aber gar nicht so erstaunlicher Wechsel.

Michael Schenk
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Lukas Rauber in seinem neuen Element.

Lukas Rauber in seinem neuen Element.

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Auf den ersten Blick scheint der Wechsel vom Kunstturnen zum Stabhochsprung krass . Auf den zweiten indes, stimmt da viel zusammen. Kunstturner benötigen einen kräftigen Oberkörper, schnelle Beine, ein ausgeprägtes Körpergefühl, Beweglichkeit und die Eigenschaft, sich überwinden zu können. Ausserdem kennen sie die Gegend hoch über dem Boden. Etwa wenn sie mit einem Doppelsalto vom Reck abgehen. Insofern erstaunt es gar nicht dermassen, dass der 15-jährige Lukas Rauber vom TV Bettlach den Spagat von Reck und Pauschen hin zum Stabhochsprung meisterlich hingekriegt hat. «Mir gefällt es durch die Luft zu fliegen und es ist ein tolles Gefühl, wenn die Stange liegen bleibt», beschreibt er die Faszination seiner neuen, sportlichen Berufung.

Noch 2010 gewann der Kantischüler aus Bellach an den Schweizer-Kunstturnmeisterschaften der Junioren die Silbermedaille im Mehrkampf. Damit auf dem Höhepunkt seiner turnerischen Karriere. Kurz darauf entschied er sich, mit dem enorm zeitaufwendigen Sport aufzuhören, und sich fortan vermehrt der Leichtathletik zu widmen. «Es waren vor allem schulische Gründe, die mich dazu bewogen haben», sagt er. In die Sportklasse an der Kanti wollte er nicht, weil das mathematische Profil nicht angeboten wird. Und eine Wirtschaftsmatur sei nicht sein Ding sagt er. Ergo wechselte er vom TV Bellach zum TV Bettlach und fand da einen neuen Nährboden des Erfolges. «Ich habe mich selber fürs Stabhochspringen interessiert aber auch die Trainer haben mir schnell geraten, es doch damit zu versuchen», blickt er auf den Sommer 2011 zurück. Damals als alles anfing.

Kunstturnen brachte «gute Basis»

Kaum hatte sich Lukas Rauber dem Stab verschrieben stellte sich der Triumph ein. Der junge Solothurner holte sich heuer in Genf mit einer Höhe von 3,50 Metern den Schweizermeistertitel in der Kategorie U16. Nebenbei verbesserte er dabei seine Bestleistung um einen halben Meter. «Dass es so gut gehen würde, hatte ich zwar gehofft, aber nicht erwartet», blickt er zurück. Der Beweis, dass Kunstturnen und Stabhochspringen vielleicht doch eher im Verwandtschaftsgrad von Bruder und Schwester als in dem Bruder und Coucousin stehen. «Als Kunstturner konnte ich eine gute Basis legen, die mir jetzt zugutekommt», hält Lukas Rauber fest.

Als Kadermitglied ist eine tendenzielle Spezifizierung auf die technisch anspruchsvolle Disziplin fortan programmiert. «Ich werde in Zukunft vermehrt Stabhochsprung auf Kosten der allgemeinen Einheiten trainieren», sagt der begabte Sportler. Ziel ist es, nächste Saison, wenn er in der Kategorie U18 antreten wird, wieder aufs Meisterschafts-Podest zu fliegen. Dazu wird er die 4-Meter-Marke knacken müssen. Wer weiss? Vielleicht wird Lukas Rauber einst der erste Stabhochspringer, der die Latte mit einem Doppelsalto überquert.