Morgen ab 10.00 Uhr wird in Bettlach der neue Streethockeyplatz Neufeld eröffnet. Für Präsident Ron Bertolla ist dieser Moment nach über sieben Jahren Plan- und Bauzeit ein Meilenstein: «Nebst der enormen Eigenleistung haben wir für eine Randsportart einen Millionenbetrag organisiert - darauf dürfen wir stolz sein», sagt er.

Aushängeschild in bester Lage

Das 1,14 Millionen SFR teure Projekt, wovon der Verein über 110’000 Franken Eigenkapital, bestehend aus Eigenmitteln und dem Verkauf von Platzquadratmetern, einbringt, beinhaltet nebst dem grösseren Feld ein eigenes Klubhaus sowie die grösste elektronische Anzeigetafel, die auf Schweizer Streethockeyplätzten zu finden ist. «Durch die Grösse und die super Lage im Blickfeld der Bahnlinie ist die neue Anzeigetafel auch werbetechnisch sensationell», sagt der stolze 39-Jährige.

Durch den zusätzlichen Werbeeffekt und die moderne Infrastruktur soll gemäss Bertolla mehr Publikum für die Randsportart Streethockey begeistert werden: «Unser Ziel ist es, mehr Leute aus Bettlach und der Umgebung erreichen zu können.» Zudem will man sich als nationales Trainingszentrum für die Nationalmannschaft positionieren.

Regeländerung auf die nächste Saison

Dass es überhaupt eine neue Sportanlage benötigt, dafür ist eine Regeländerung des Schweizerischen Streethockeyverbandes verantwortlich. Auf die Saison 2015/16 will man nun auch in der Schweiz als eines der letzten Länder vom Klein- (4 gegen 4 ohne Offside) aufs Grossfeld (5 gegen 5 mit Offside) wechseln.

«Es ist der richtige Schritt, denn damit wird sich auch die Nationalmannschaft den anderen Nationen annähern können – ein nicht unwichtiger Punkt hinsichtlich der WM 2015 in Zug», ist sich der Präsident, in dessen Verein selber drei aktuelle Schweizer Nationalspieler stehen, sicher. «Das Spiel ist wie Tag und Nacht – uns gibt aber das neue Feld den nötigen Energieschub», sagt der Präsident, der seit 2008 im Amt ist.

Gewichtige Abgänge

Einen Energieschub brauchen die Spieler des SHC Bettlach in dieser Saison definitiv. Nach dem Abgang der beiden tschechischen Superstars Hudecek und Rybon, die in der vergangenen Saison an der Spitzte der Scorerliste standen, gilt es, dass andere Spieler in die Bresche springen. «Wir haben viele gute Spieler im Kader, die in der letzten Saison vermehrt im Hintergrund standen», ist Bertolla überzeugt.

Über den Abgang der beiden tschechischen Söldner gibt sich Bertolla enttäuscht: «Der Aufwand für die Integration war enorm.» Vor allem in Hudecek, dem der Verein einen Job organisierte, habe man sich getäuscht: «Aus diesen Erfahrungen hat sich eine neue Strategie entwickelt, in der wir in naher Zukunft sicherlich niemanden mehr ohne Job zu uns holen werden.»

Joker in der Hinterhand

Deshalb backt man beim SHC Bettlach, obschon das Team ansonsten zusammenblieb, sportlich erstmals kleinere Brötchen: «Wir werden diese Saison wahrscheinlich nicht um den Meistertitel mitspielen können – das Ziel bleibt aber der Halbfinal.» Als Grund dafür gibt der Präsident den Umstand an, dass man auf die zweite Saisonhälfte hin noch einen Trumpf s in der Hinterhand hat – was, wird zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht kommuniziert.